Choa Kok Sui

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Choa Kok Sui (gebürtig: Samson Lim Choachuy; * 18. August 1952; † 19. März 2007 in Quezon City) war ein philippinischer Esoteriker. Er gilt als der Begründer des GMCKS Pranic-Healing und des GMCKS Arhatic Yoga (GMCKS steht dabei für Grand Master Choa Kok Sui).

Leben[Bearbeiten]

Samson Lim Choachuy besuchte eine katholische Schule und wuchs mit den beiden Religionen seiner chinesischstämmigen Eltern auf. Sein Vater war Protestant, seine Mutter Buddhistin und Quan-Yin-Anhängerin. Schon seit frühester Jugend soll er sich für Geistheilung, Yoga und Esoterik interessiert haben[1]. Sich selbst bezeichnete er als Schüler von Bodhisattva Padmasambhava[1]. Gemeinsam mit seinem 2003 verstorbenen Freund Mang Mike Nator[2] untersuchte er paranormale Fragen.

Über sein Leben ist nur wenig bekannt, da er nicht gerne über sich und seine Familie sprach, sondern lieber seine Arbeit in den Mittelpunkt stellte. Man weiß jedoch, dass er eine Ausbildung zum Chemie-Ingenieur gemacht und jahrelang als erfolgreicher Geschäftsmann in Manila gearbeitet hatte. [3] Teilweise bietet die Autobiographie von Choa Kok Sui "Die Entstehung der Pranaheilung und des Arhatic Yoga" weitere Infos.

Sein Pseudonym Choa Kok Sui ist chinesisch und bedeutet übersetzt „Das Glück der Welt“. Dieser Name – auch in Kombination mit den Titeln Meister und Großmeister – ist unter seinem bürgerlichen Namen weltweit als Marke eingetragen [4] und dient der Vermarktung seines Franchiseunternehmens in der Esoterikbranche.

Im Januar 2007 informierte die persönliche Sekretärin von Choa Kok Sui die Pranic-Healing-Anwender per E-Mail, dass er unter einer schweren Lungenentzündung leide und sich deshalb für zwei Jahre zurückziehe. Am 19. März 2007 starb Choa Kok Sui. Ein Großteil seiner Anhänger interpretierte seinen Tod als Mahasamadhi eines großen Yogi.

Tätigkeit[Bearbeiten]

„Ich bin kein Hellseher und wurde auch nicht mit der Fähigkeit zu heilen geboren. Wenn ich lernen konnte zu heilen, können Sie es auch!“

Choa Kok Sui

Samson Lim Choachuy gründete in Manila das Institut für innere Studien (The Institute of inner studies), das für die weltweite Koordinierung der von ihm entwickelten Lehren GMCKS Pranic-Healing und GMCKS Arhatic-Yoga zuständig ist. In seiner spirituellen Biographie erwähnte er neben der Beschreibung der Entwicklung seiner Lehren auch jene Personen, die ihm beim Aufbau geholfen haben, z. B. Mang Nike Nator.

Außerdem gründete er mehrere Verbände und Hilfsorganisationen, die sich mit Weltfrieden und humanitärer Hilfe, aber auch der Ernährung von Lamas beschäftigen. [5]

Sein Hauptaugenmerk lag jedoch auf den zahlreichen weltweit von ihm und seinen Anhängern durchführten Seminaren, die seine Lehren vermitteln.

„Wo es soviel Leiden gibt, ist es mein Bestreben, dass paranormales Heilen in naher Zukunft als etwas ganz normales angesehen wird.“

Choa Kok Sui

Neben den Seminaren waren Devotionalien eine große Einnahmequelle von Choachuy. Er verkaufte u. a. von ihm persönlich geweihtes Wasser, Kristalle, Räucherstäbchen, Meditationsschals, Bilder, Ketten und Kettenanhänger. Diese Produkte sollen seine Energie ausstrahlen und sowohl Ernährung als auch Gesundheit des Käufers verbessern. [6]

Das Seminarprogramm besteht aus drei aufeinander aufbauenden Basisseminaren und einigen ergänzenden Seminaren. Ein weiteres System das höhere Meditationstechniken vermittelt (Arhatic Yoga), besteht aus vier Stufen, wobei nur sehr wenige Menschen diese Stufen alle durchlaufen. Die Mehrzahl der Personen beschränkt sich auf die Techniken der Vorbereitungsstufe. Ein Zertifizierungsprogramm für Prana-Anwender soll sicherstellen, dass die auf der Homepage prana-heilung.de gelisteten Anwender erfahren, kompetent und verlässlich sind.[7]

Insbesondere die Bücher: „Grundlagen des Pranaheilens“, „Die Hohe Kunst des Pranaheilens“ und „Energetischer Selbstschutz“ geben einen guten Überblick über die Inhalte der Seminare. [7]

Außerdem veröffentlichte Choachuy zahlreiche Bücher. Allerdings sind viele dieser Bücher Wiederholungen und Erweiterungen seines ersten Buchs Grundlagen der Pranaheilung. In den Seminaren wurde auf diese Bücher Bezug genommen.

Kontroversen und Kritik[Bearbeiten]

Plagiate[Bearbeiten]

Es ist umstritten, wie viel Anteil Freunde wie Mike Nator am Aufbau der Lehren Choa Kok Suis haben. Fakt ist jedoch, dass er in einigen seiner Werke direkt Bezug auf Franz Bardon, Charles Webster Leadbeater, Alice Bailey, Helena Petrovna Blavatsky und andere Theosophen nahm[8][9][10]. Obwohl er selbst auch Anleihen bei anderen Autoren machte, duldete er es bei seinen Büchern nicht. So verklagte er unter anderem Mantak Chia wegen Plagiariats, obwohl die beanstandeten Teile (Farben der Chakren) auf Forschungen von Annie Besant beruhen[11]. Viele dieser Klagen endeten erfolglos.

Personenkult[Bearbeiten]

Choa Kok Sui vertrat die Ansicht, dass man nichts anderes brauche außer seinen Lehren. Sie sollen gegen rassistische und gewalttätige Gedanken genauso helfen wie gegen mangelndes Selbstbewusstsein, Ehebruch, Hyperaktivität, Krankheiten und Schmerzen[12][13]. 2003, als SARS-Epidemie gerade ihren Höhepunkt erreichte, veröffentlichte er auf seiner Homepage eine Anleitung zur Verhinderung einer Ansteckung bzw. der Heilung der Krankheit durch Praktizierung der Prana-Heilung[14].

In dem Werk "Grundlagen des Pranaheilens" wird auf Seite 10 klargestellt: „Pranaheilen will die Schulmedizin nicht ersetzen, sondern ergänzen.“ [15]

Choa Kok Sui schrieb zugleich in einem seiner Bücher: „Ein intelligenter Mensch ist nicht leichtgläubig. Neue Ideen übernimmt er nicht blindlings. Er untersucht sie gründlich, er beurteilt sie kritisch, er gebraucht seinen Verstand. Neue Ideen und Entwicklungen unterzieht er einer Prüfung durch Experimente und Erfahrung. Ein intelligenter Mensch untersucht neue Ideen unvoreingenommen und objektiv.“ (Grundlagen des Pranaheilens von Choa Kok Sui, Ende der Einführung)

Spenden[Bearbeiten]

Die offizielle Webseite des Instituts für innere Studien informiert über die karitativen Aufgaben und Tätigkeiten der von ihm initiierten Organisationen. Allerdings erfährt man dort nicht, wohin genau das Geld dann fließt. Keines der Projekte konnte bisher besichtigt werden. Es gibt weder Jahresberichte noch Abrechnugsbelege, die ersichtlich machen ob und wie viel Geld in welches Projekt geflossen ist.[16] Im Gegensazu dazu steht der deutsche Ableger Prana Germany e.V. Dieser unterliegt dem deutschen Vereinsrecht und belegt gegenüber allen Mitgliedern Daten und Abrechnungen.[17] Seit 2008 existiert auf dem Hofgut Rineck im nördlichen Baden-Württemberg das deutsche Zentrum für Prana-Heilung.[18]

Werke[Bearbeiten]

Bücher[Bearbeiten]

CDs[Bearbeiten]

  • Meditation über zwei Herzen und Selbstheilungs-Meditation. Koha-Verlag, ISBN 3-929512-65-3
  • Meditation über die Seele. Koha-Verlag, ISBN 3-929512-17-3
  • Kabbalistische und universelle Meditation zum 'Vater Unser'. ISBN 3-7787-7230-9
  • OM – Der Klang der Stille. Koha-Verlag, ISBN 3-936862-35-4
  • Meditation on Loving Kindness.
  • Om Mani Padme Hum.
  • Das Geschenk des inneren Friedens.

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur von und über Choa Kok Sui im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. a b Choa Kok Sui: The origin of Pranic-healing and Arhatic Yoga
  2. Remembering Mike Nator
  3. Biografie auf den Seiten der Arhatic Yoga Society
  4. Deutsches Patent- und Markenamt – Registernummer/Aktenzeichen: 1166611, 30557306.3, 30557307.1 und 30557530.9; United States Patent and Trademark Office – Registration Number: 3095619
  5. GMCKS's Humanitarian Activities
  6. Pranawater
  7. a b Website von Prana-Heilung, gewerblich
  8. C. W. Leadbeater, Annie Besant: Gedankenformen. ISBN 3-89427-289-9
  9. C. W. Leadbeater: Die Chakras – eine Studie über die Kraftzentren im menschlichen Ätherkörper. ISBN 3-89427-288-0
  10. C. W. Leadbeater: Der sichtbare und der unsichtbare Mensch. ISBN 3-89427-287-2
  11. Stellungnahme auf pranichealing.org
  12. Choa Kok Sui: Energetischer Selbstschutz Kapitel 1
  13. Testimonials
  14. Anleitung zur Heilung von SARS
  15. [Buch: Grundlagen des Pranaheilens, S. 10]
  16. Beschreibung der Organisationen (mit Spendenkonten, jedoch ohne Jahresberichte)
  17. http://www.pranic-healing.de
  18. Deutsche Zentrum für Prana-Heilung nach G.M.C.K.S