Chobe-Nationalpark

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Chobe-Nationalpark

IUCN-Kategorie II − National Park

Streifengnus und Steppenzebras im Chobe-Nationalpark

Streifengnus und Steppenzebras im Chobe-Nationalpark

Lage Botswana
Fläche 10.566 km²dep1
Geographische Lage 18° 40′ S, 24° 30′ O-18.66666666666724.5Koordinaten: 18° 40′ 0″ S, 24° 30′ 0″ O
Markierung
Karte von Botswana
Einrichtungsdatum 1967
Verwaltung Department of Wildlife and National Parks
Landschaft nahe dem Chobe-Fluss

Der Chobe-Nationalpark ist ein Nationalpark in Botswana. Er wurde 1967 als erster Nationalpark in Botswana gegründet. Im Gebiet des Parks existierte eine größere Siedlung, die nach und nach ausgedünnt wurde. Seit 1975 leben keine Menschen mehr im Park. Durch Erweiterungen in den Jahren 1980 und 1987 erreichte der Park seine heutige Ausdehnung von 10.566 km². Er ist Teil des geplanten grenzüberschreitenden Schutzgebiets Kavango-Zambezi Transfrontier Conservation Area.

Der Nationalpark wurde nach dem Fluss Chobe benannt, der die Nordgrenze des Parks bildet. Der Chobe kommt aus Angola, er wird dort Kuando River genannt. Chobe ist für die riesigen Elefanten- und Kaffernbüffel-Herden bekannt und er ist die südlichste Möglichkeit, wo der Puku gefunden werden kann.

Vegetation[Bearbeiten]

Die Vegetation der Region besteht vornehmlich aus Baum- und Buschsavannen. Östlich von Ngoma erstreckt sich typische Ufervegetation entlang des Chobe-Flusses.[1]

Tierwelt[Bearbeiten]

Chobe ist besonders für seine großen Elefantenherden bekannt. In der Trockenzeit 2004 sammelten sich etwa 30.000 Exemplare im Nationalpark. Im Jahr 2009 ergaben offizielle Zählungen rund 120.000 Exemplare. Diese Zahl muss jedoch bezweifelt werden. Nach unterschiedlichen Schätzungen leben in ganz Afrika nur noch zwischen 400.000 und 650.000 Elefanten.[2] Zudem müssten pro Quadratkilometer Park ca. 12 Elefanten leben. Zwar weist der Park eine hohe Elefantendichte auf, jedoch dürfte diese deutlich niedriger als die offiziellen Zahlen sein. Im Gebiet des Savuti-Flusses werden junge und halbwüchsige Elefanten besonders während Dürreperioden regelmäßig zur Beute von Löwen.[3]

Das Chobe-Gebiet beherbergt zahlreiche weitere Großsäugetierarten. Große Raubtiere sind neben Löwen durch Fleckenhyänen, Geparde, Leoparden und Wildhunde vertreten. Steppenzebras kommen im Gebiet vor, ebenso Giraffen, Flusspferde und Warzenschweine. Am Chobe-Fluss ist darüber hinaus das Buschschwein nachgewiesen. Kaffernbüffel sind häufig. Zahlreiche Antilopenarten zählen zur Fauna des Gebietes. Die größeren darunter sind Leierantilope, Kuhantilope, Streifengnu, Elenantilope, Großer Kudu, Rappenantilope, Pferdeantilope, Impala, Wasserbock, Lechwe, Puku, Riedbock und Buschbock. Im Bereich der Linyanti-Sümpfe und im Okawango-Delta kommt die Sitatunga vor. Kleinere Arten sind Kronenduker, Steinböckchen, Greisbock und das seltene Oribi, das in Botswana auf den Norden beschränkt ist. Springböcke und Spießböcke kommen in den südlich angrenzenden Trockenzonen vor. Der Park verfügt darüber hinaus über eine reiche Vogelwelt.[1]

Siehe auch: Naturschutzgebiete in Botswana

Quellen[Bearbeiten]

  1. a b G. Child (1968) An Ecological Survey of Northeastern Botswana. (PDF; 10,6 MB) FAO, #TA2563. Rome, Italy.
  2. Christian Putsch: "Extreme Massaker" – Wilderer töten 300 Elefanten. Die Welt online vom 22. Februar 2012.
  3. R. John Power, R.X. Shem Compion: Lion Predation on Elephants in the Savuti, Chobe National Park, Botswana. African Zoology 44(1):36-44. 2009 doi: 10.3377/004.044.0104 online Loginpflichtiger Artikel

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Chobe National Park – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien