Chodzież

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Chodzież
Wappen von Chodzież
Chodzież (Polen)
Chodzież
Chodzież
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Großpolen
Landkreis: Chodzież
Fläche: 13,00 km²
Geographische Lage: 52° 59′ N, 16° 55′ O52.98333333333316.916666666667Koordinaten: 52° 59′ 0″ N, 16° 55′ 0″ O
Höhe: 192 m n.p.m
Einwohner: 19.399
(31. Dez. 2013)[1]
Postleitzahl: 64-800 bis 64-801
Telefonvorwahl: (+48) 67
Kfz-Kennzeichen: PCH
Wirtschaft und Verkehr
Nächster int. Flughafen: Posen-Ławica
Gemeinde
Gemeindeart: Stadtgemeinde
Fläche: 13,00 km²
Einwohner: 19.399
(31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 1492 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 3001011
Verwaltung (Stand: 2007)
Bürgermeister: Jacek Gursz
Adresse: ul. Paderewskiego 2
64-800 Chodzież
Webpräsenz: www.chodziez.pl
Ansicht von Chodzież, 1930er oder 40er Jahre

Chodzież [ˈxɔdzʲɛʃ] (deutsch bis 1878 Chodziesen, 1878–1920 Colmar, 1939–1945 Kolmar), ist eine polnische Kleinstadt in der Woiwodschaft Großpolen. Sie liegt etwa 70 km nördlich von Poznań (Posen) in der Chodzieskie-Seenplatte, einer hügeligen, waldreichen Moränenlandschaft. Innerhalb der Stadtgrenzen befinden sich drei Seen, Miejskie (104 ha), Karczewnik (34 ha) und Strzeleckie (18 ha). Wegen des günstigen Mikroklimas wurde 1925 ein Sanatorium erbaut.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Dorf Chodzież wurde 1409 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. 1434 erhielt es das Stadtrecht und erste Handwerker, besonders Weber, Färber und Tuchmacher, siedelten sich an.

Verursacht durch den Schwedisch-Polnischen Krieg kam es 1656 zu einer zweiten, größeren Einwanderungswelle von Handwerkern; Chodzież wurde um die westliche Neustadt erweitert.

Bei der Ersten Teilung Polens 1772 fiel die Stadt an Preußen, 1818 wurde Chodziesen Kreisstadt. 1879 wurde die Eisenbahnlinie Posen–Colmar–Schneidemühl eröffnet, für deren Bau sich besonders der Landrat Axel von Colmar eingesetzt hatte. Bereits 1878 wurde die Stadt Chodziesen zu seinen Ehren in Kolmar in Posen umbenannt.

Im Schloss von Chodziesen, das Anfang des 19. Jahrhunderts von den Grundherren aufgegeben worden war, wurde, nachdem es vorübergehend als Brauerei diente, eine Steingutfabrik eingerichtet. 1897 kam eine Porzellanfabrik mit zeitweise 2000 Mitarbeitern hinzu, die noch heute existiert. Chodzieżer Porzellan ist in ganz Polen bekannt.

1918, nachdem der deutsche Kaiser abgedankt hatte, wurden in der Provinz Posen polnische Truppenverbände und polnische sowie deutsche Volksräte gebildet. Es kam zum bewaffneten polnischen Aufstand, bei dem am 8. Januar 1919 Kolmar von den Polen erobert wurde. Nach Verhandlungen zogen sich die Truppen noch in der gleichen Nacht wieder zurück; die Stadt wurde neutral, bis am 3. Februar deutsche Truppen einmarschierten. Erst durch den Versailler Vertrag wurde Kolmar 1920 endgültig dem polnischen Staat zugeteilt und hieß von da an offiziell wieder Chodzież.

Die deutschsprachigen Einwohner von Chodzież blieben größtenteils in der Stadt, bis sie im Zweiten Weltkrieg durch den Einmarsch der russischen Armee zur Flucht nach Deutschland gezwungen wurden. Nach der deutschen Besetzung 1939 wurde der Kreis Kolmar i. Posen im Reichsgau Posen wiederhergestellt und ab 1940 bis 1945 war die gleichnamige Stadt Kreisstadt vom Landkreis Kolmar (Wartheland) im Reichsgau Wartheland.[2]

Politik[Bearbeiten]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Seit 1992 ist Chodzież Partnerstadt von Nottuln in Nordrhein-Westfalen.

Gemeinde[Bearbeiten]

Die Landgemeinde Chodzież, zu der die Stadt Chodzież selbst nicht gehört, umfasst folgende Ortschaften:

Name deutscher Name
(1815–1919)
deutscher Name
(1939–1945)
Cisze Wilsbach Wilsbach
Ciszewo Netzland Netzland
Drzązgowo Kienwald Kienwald
Jacewko Königslug Königslug
Kamionka Kamionke Kamke
Kierzkowice Kerzow Kerzow
Konstantynowo Constantinau Konstantinau
Krystynka Christinchen Christinchen
Milcz Milsch Milsch
Mirowo Mirowo Mirowo
Nietuszkowo Nikolskowo Nicklau
Oleśnica Oberlesnitz Oberlesnitz
Pietronki Pietronke 1939–1943 Pietronke
1943–1945 Petermannke
Podanin Podanin Podanin
Rataje Rattai Rattai
Rudki Rutke Rutke
Słomki Slomke Tiefland
Stróżewice Strosewo Hauland
1906–1919 Hermstal
Hermstal
Stróżewko Vorwerk Straußberg Vorwerk Straußberg
Stróżewo Strosewo
1906–1919 Kirchdorf
1939–1943 Kirchdorf
1943–1945 Freienkirchdorf
Strzelce Strelitz Strelitz
Strzelęcin Neu Strelitz Neu Strelitz
Studzieniec Studzyn
1876–1919 Studsin
Studsin
Trojanki Vorwerk Hammermühle Vorwerk Hammermühle
Trzaskowice Knarrhütte Knarrhütte
Wymysław Wymyslowo Augustenau
Zacharzyn Zachasberg Zachasberg

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Chodzież – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2013. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 14. Juni 2014.
  2. www.territorial.de Der Landkreis Kolmar (Wartheland)