Choleratoxin

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Choleratoxin, Untereinheit A
Vorhandene Strukturdaten: s. UniProt
Masse/Länge Primärstruktur 242 = 194+46 Aminosäuren
Sekundär- bis Quartärstruktur α1+α2
Bezeichner
Gen-Name(n) ctxA (KEGG)
Externe IDs
Enzymklassifikation
EC, Kategorie 2.4.2.36Transferase
Reaktionsart Übertragung eines ADP-Ribosylrests
Substrat NAD+ + Peptid-Diphtamid
Produkte Nikotinamid + Peptid-N-ADP-Ribosyldiphtamid
Choleratoxin, Untereinheit B
Vorhandene Strukturdaten: s. UniProt
Masse/Länge Primärstruktur 103 Aminosäuren
Bezeichner
Gen-Name(n) ctxB (KEGG)
Externe IDs

Das Choleratoxin (CTX) ist ein von dem Bakterium Vibrio cholerae (sowohl das klassische Biovar wie auch das Biovar El Tor) produziertes Exotoxin, das beim Menschen eine schwere Durchfallerkrankung auslösen kann.[1] Das Enterotoxin ist Auslöser der Cholera.

Wirkungsmechanismus[Bearbeiten]

Das Choleratoxin ist ein hexameres Protein, das aus einer α- und fünf β-Untereinheiten aufgebaut ist. Es durchquert die Plasmamembran und hemmt die GTPase-Aktivität der Gαs-Untereinheit eines heterotrimeren G-Proteins, indem es diese (aus intrazellulärem NAD) ADP-ribosyliert. Dadurch wird die intrinsische GTPase-Aktivität der Gαs-Untereinheit, die GTP zu GDP umsetzt, blockiert – das G-Protein bleibt im aktiven Zustand. Es aktiviert nun permanent die Adenylatcyclase, es kommt zu einem Überschuss des Second Messengers cAMP. Damit wird die Aktivität bestimmter Membrankanäle verändert.

Pathophysiologische Wirkung auf das Darmepithel[Bearbeiten]

Das dauerhaft vermehrte cAMP führt zu verstärktem Einbau des Chloridkanals Cystic Fibrosis Transmembrane Conductance Regulator (CFTR) in die Membran und dadurch zu erhöhtem Verlust von Cl-Ionen in das Lumen. Zusätzlich kommt es zu einem Na+-Verlust durch Hemmung des Na+/H+-Austauschers (NHE3) und des Na+-Kanals (Epithelialer Natriumkanal, ENaC), der für die Na+-Rückresorption ins Epithel zuständig ist. Außerdem geht man davon aus, dass die Tight-Junctions-Durchlässigkeit zwischen den Epithelzellen zunimmt. Als Folge ergeben sich Dehydratisierung und Elektrolytmangel durch Verlust von NaCl und Entzug von H2O aus dem Epithel, das dem NaCl passiv ins Darmlumen folgt. Es kann zu starken Durchfällen mit Wasserverlusten von bis zu einem Liter pro Stunde kommen, ebenfalls zu massivem Ausstrom von Kalium- und Hydrogencarbonat-Ionen über den Darm

Dies führt insgesamt zum Krankheitsbild der Cholera.

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Bruce Alberts, A. Johnson, J. Lewis, M. Raff, K. Roberts, P.Walter: Molecular Biology of the Cell. Fifth edition, reference edition, 2008

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. J. Sanchez, J. Holmgren: Cholera toxin - a foe & a friend. In: The Indian journal of medical research. Band 133, Februar 2011, S. 153–163, ISSN 0971-5916. PMID 21415489. PMC 3089046 (freier Volltext).