Chong Chon Gang

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Chong Chon Gang
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Schiffsdaten
Flagge Korea NordNordkorea Nordkorea
Schiffstyp Frachtschiff
Rufzeichen HMZF
Heimathafen Namp’o
Eigner Chongchonggang Shipping Company, Pjöngjang
Bauwerft Namp’o
Stapellauf 1977
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
155,00[1] m (Lüa)
Breite 20,60 m
Tiefgang max. 8,40 m
Vermessung 9147 BRZ[1]
Maschine
Dienst-
geschwindigkeit
12,5 kn (23 km/h)
Transportkapazitäten
Tragfähigkeit 13.990 tdw
Sonstiges
Klassifizierungen

Korea Classification Society

Registrier-
nummern

IMO-Nr. 7937317

Koreanische Schreibweise
koreanisches Alphabet: 청천강호
chinesische Schriftzeichen: 清川江號
Revidierte Romanisierung: Cheongcheon-gang-ho
McCune-Reischauer: Ch’ŏngch’ŏn’gang-ho

Die Chong Chon Gang ist ein Frachtschiff aus Nordkorea.

Geschichte[Bearbeiten]

Das 155 m lange Schiff wurde 1977 von der Werft Nampo Shipyard in Namp’o gebaut und wird von der Chongchongang Shipping Company in Pjöngjang betrieben.[1][2] 2009 wurde die Chong Chon Gang vor der Küste Somalias von Piraten angegriffen. 2010 wurde das Schiff in der Ukraine festgehalten. Dabei wurden unter anderem verbotene Betäubungsmittel an Bord gefunden.[3]

Am 15. Juli 2013 wurde die Chong Chon Gang von den Behörden Panamas festgesetzt. Das Schiff war auf dem Weg von Kuba durch den Panamakanal nach Nordkorea. Auf Grund eines Hinweises auf Drogenschmuggel wurde das Schiff gestoppt. Die Besatzung des Schiffes versuchte, eine Durchsuchung des Schiffes zu verhindern. Bei der Durchsuchung wurden unter dem geladenen Zucker verschiedene Waffen sowjetischer Herkunft gefunden. Darunter befanden sich Luftabwehrsysteme und zwei Kampfflugzeuge vom Typ MiG-21bis sowie 15 Triebwerke für ebendiesen Typ und neun Flugabwehrraketen für das System S-125 Newa/Pechora. Aufgrund des andauernden Korea-Konfliktes und insbesondere des Nordkoreanischen Kernwaffenprogrammes unterliegt Nordkorea einem Waffenembargo. Laut der Regierung Kubas sollten die Waffen in Nordkorea lediglich repariert werden und danach zurück nach Kuba gehen.[4]

Im Anschluss an den Waffenfund wurden die 35 nordkoreanischen Besatzungsmitglieder verhaftet. 32 von ihnen wurden im Januar 2014 aus der Untersuchungshaft entlassen, lediglich gegen den Kapitän, den ersten Offizier des Schiffes und den begleitenden Politoffizier wurde ein Verfahren eröffnet,[5] das im Juni 2014 mit Freispruch endete. Das Gericht bewertete die Angeklagten als bloße Befehlsempfänger der nordkoreanischen Regierung, denen keine persönliche Verantwortung für den Waffenschmuggel zugewiesen werden könne.[6] Am 16. Februar 2014 verließ das Schiff den Hafen von Colón mit Kurs auf Kuba,[7] nachdem Nordkorea den panamaischen Behörden zuvor die verhängte Geldstrafe in Höhe von rund 480.000 Euro gezahlt hatte.[8] Die Rüstungsgüter verblieben weiterhin unter der Kontrolle Panamas und wurden nach Gerichtsentscheid vom Juni 2014 offiziell beschlagnahmt, nachdem die Eigentümerschaft mangels einer offiziellen Erklärung der kubanischen Regierung gegenüber den panamaischen Behörden nicht festgestellt werden konnte. Für die ebenfalls weiterhin in Panama gelagerten 200.000 Säcke Zucker suchte Nordkorea zu dieser Zeit noch einen Käufer.[6]

Beschreibung[Bearbeiten]

Das Schiff verfügt über fünf Laderäume, die mit Faltlukendeckeln verschlossen werden. Vier der Laderäume befinden sich vor dem im hinteren Drittel des Schiffes angeordneten Deckshaus, der fünfte Laderaum befindet sich dahinter. Das Schiff ist mit vier Schiffskranen ausgestattet, die sich zwischen den Luken 1, 2 und 3 sowie hinter der Luke 5 befinden.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Chong Chon Gang: North Korean-flag ship with missile. Flags of Convenience, 16. Juli 2013, abgerufen am 18. Juli 2013.
  2. Chong Chon Gang. Maritime Connector, abgerufen am 18. Juli 2013.
  3. Kwanwoo Jun: North Korean Ship Has Been in Trouble Before. The Wall Street Journal Asia, 17. Juli 2013, abgerufen am 18. Juli 2013 (englisch).
  4. Forderung an Panama: Nordkorea verlangt Waffenfrachter zurück. Der Spiegel, abgerufen am 18. Juli 2013.
  5. Waffenfrachter "Chong Chon Gang": Panama lässt nordkoreanische Seeleute frei, in: Spiegel Online vom 31. Januar 2014, abgerufen am 15. Juli 2014
  6. a b Marinos norcoreanos viajan a su país tras ser absueltos en Panamá, in: Diario de Cuba vom 14. Juli 2014 (spanisch)
  7. Cuba Next Stop for North Korean Ship Released in Panama, in: Havana Times vom 15. Februar 2014, abgerufen am 15. Juli 2014 (englisch)
  8. Geldstrafe in Panama: Nordkorea löst seinen Waffenfrachter aus, in: Spiegel Online vom 11. Dezember 2013, abgerufen am 15. Juli 2014

Weblinks[Bearbeiten]