Chontamenti

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Chontamenti in Hieroglyphen
Frühzeit
E15 W17 mn
G4

Chenti-imentiu
Ḫntj-jmntjw
Vorderster der Westlichen
oder
E15 W17 mn
X1
G4

Neues Reich
W17
n
G4 R14 t
t
A40

Chontamenti [1]
oder
W17 n
t Z4
R13 N25 D4
Q1 A40

Chontamenti-Osiris
Ḫntj-jmntjw-Wsjr
Osiris, Vorderster der Westlichen [1]

Chontamenti, (nach alter Schreibung auch Khontamenti) altägyptisch Chenti-imentiu, war ursprünglich ein ägyptischer Totengott in der Nekropole von Abydos in Gestalt eines Schakals und wurde später mit den Gottheiten Anubis und Osiris gleichgesetzt.

Belege[Bearbeiten]

Die frühesten Darstellungen von Chontamenti erscheinen auf Tonsiegeln aus den Gräbern von Herrschern (Pharaonen) der ersten und zweiten Dynastie. Besonders unter König Narmer, Aha und der Königin Meritneith scheint Chontamenti große Popularität genossen zu haben.

Name und Funktion[Bearbeiten]

Chontamentis Name bedeutet in etwa: „Vorderster der Westlichen“. Dabei zielt die Bezeichnung „die Westlichen“ auf die verstorbenen Herrscher und deren Gefolgsleute ab, die in den Nekropolen am westlichen Nilufer bestattet wurden. Chontamenti wachte über die Gräber und Totenbezirke.

Chontamenti wurde in der Frühzeit noch als eigenständiger Gott verehrt. Er wurde als ruhender Schakal dargestellt, dessen Rute herabhängt. Da aber die Gottheit Anubis ebenfalls in Schakalgestalt auftrat, fügte man den Abbildungen beider Gottheiten ihre Namen voll ausgeschrieben bei, um Verwechslungen zu vermeiden. Etwa Mitte des Alten Reiches verschmolzen Chontamenti und Anubis zu einer einzigen Gottheit. Allerdings trug seit dem Neuen Reich auch der Totengott Osiris den Beinamen „Chontamenti“. Das Grab des Königs Djer (1. Dynastie), in Abydos gelegen, avancierte etwa ab dem Mittleren Reich zum sogenannten „Osirisgrab“.

Siehe auch[Bearbeiten]

Liste ägyptischer Götter

Literatur[Bearbeiten]

  • Christian Leitz: Lexikon der ägyptischen Götter und Götterbezeichnungen. 5. Band. Peeters Publishers, Leuven 2002, ISBN 90-429-1150-6.
  • Hans Bonnet: Lexikon der ägyptischen Religionsgeschichte. Nikol, Hamburg 2000, ISBN 3-937872-08-6.
  • Adolf Erman, Hermann Grapow: Wörterbuch der ägyptischen Sprache. Akademie Verlag, Berlin 1971.
  • Wolfgang Helck: Untersuchungen zur Thinitenzeit. (Ägyptologische Abhandlungen, Bd. 45). Harrassowitz, Wiesbaden 1987, ISBN 3-447-02677-4. Seite 117.
  • Edward Brovarski: Two Old Kingdom writing boards from Giza. In: Annales du Service des Antiquités de l´Egypte.Nr. 71, Ausgabe 1987, S. 29-52.
  • Michael Rice: Swifter than the arrow: the golden hunting hounds of ancient Egypt. Tauris, London/ New York 2006, ISBN 978-1-84511-116-8, S. 157 & 158.
  • Michael Rice: Who's who in ancient Egypt. Routledge, London 1999, ISBN 0-415-15448-0, S. xli.
  • Toby Wilkinson: Early Dynastic Egypt. Routledge, London 2001, ISBN 0-415-26011-6, S. 262 & 292.
  • Wolfgang Helck, Eberhard Otto: Lexikon der Ägyptologie. 5. Band. Harrassowitz, Wiesbaden 1984, ISBN 3-447-02489-5, S. 326.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b C. Leitz: Lexikon der ägyptischen Götter und Götterbezeichnungen. Leuven 2002, S. 782–786.