Choral

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Der Begriff Choral (lat. Adjektiv choralis zu gr. χορός chorós „Chor“) bezeichnet ursprünglich die in der Liturgie der Westkirche einstimmige Kirchenmusik, den auch Gregorianischer Choral genannten cantus Romanus. Im 14. Jahrhundert ist vom cantus choralis sive ecclesiasticus („chormäßiger oder kirchlicher Gesang“) die Rede, wobei choralis sich auf die ausführende Schola bezieht. Die Choralmusik unterscheidet sich so von der Figuralmusik.

Im 16. Jahrhundert wurde im protestantischen Sprachgebrauch das Kirchenlied als cantus firmus, bzw. die Melodie als Choral bezeichnet (entsprechende Komponisten: Johann Eccard, Michael Praetorius, Samuel Scheidt).

Ab dem 18. Jahrhundert wird das klassische Kirchenlied insgesamt mit Melodie und Text als Choral verstanden. So heißt auch die in Kantaten und Oratorien abschließende Strophe „Choral“.

Außerdem werden auch Orgelbearbeitungen von Kirchenliedsätzen als Choral bezeichnet („Orgelchoral“). Gelegentlich wurden freie Orgelstücke mit choralähnlichen Themen von ihren Komponisten auch als Choral bezeichnet (z. B. die „Drei Choräle“ von César Franck).

Im 19. und 20. Jahrhundert wird der Begriff auch zu einer Bezeichnung innerhalb der weltlichen Musik und bezeichnet eine diatonische, rhythmisch einfache, homophon gespielte Melodiebewegung, häufig von Blechbläsern (entsprechende Komponisten: Felix Mendelssohn Bartholdy, Johannes Brahms, Anton Bruckner, Gustav Mahler, Béla Bartók).

Siehe auch[Bearbeiten]

 Wiktionary: Choral – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]