Chorvaten

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Chorwaten ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Für die Chorwaten am Dnister oder östlichen Chorwaten siehe Chorwaten (Dnister).

Chorvaten, auch Chorwaten (griechisch Χρωβάτοι, lateinisch Chrobati, tschechisch Chorvati, polnisch Chorwati), deutsch eigentlich Kroaten, waren ein westslawischer Stamm.

Chorwaten sind schriftlich bezeugt in folgenden Gebieten:

Schriftliche Erwähnungen[Bearbeiten]

Konstantin VII. Porphyrogennetos berichtet in den Jahren zwischen 948 und 952 in De Administrando Imperio von weißen Kroaten (Χρωβάτοι), die im 7. Jahrhundert von ihrem Gebiet vom byzantinischen Kaiser Herakleios auf die Balkanhalbinsel zur militärischen Unterstützung gerufen wurden.
In der Nestorchronik aus dem frühen 12. Jahrhundert werden weiße Kroaten (Хровате Бѣлии) in einer Aufzählung mit Sorben und Karantanen erwähnt.
Aus beiden Aufzeichnungen lässt sich ein Siedlungsgebiet irgendwo im Böhmischen Becken und eventuell in angrenzenden Gebieten vermuten.

Alfred der Große schreibt um das Jahr 890 von Hrvati westlich der Daleminzer (an der Elbe um Lommatzsch) und von Hrvati nördlich des Großmährischen Reiches (zu dem in dieser Zeit auch das Gebiet um Krakau gehörte)[1]. Die Hrvati siedelten also irgendwo östlich des heutigen Sachsen, und im südöstlichen heutigen Polen und angrenzenden Gebieten.

In einer Grenzbeschreibung des Bistums Prag aus dem Jahr 1086, die wahrscheinlich den Zustand von dessen Gründung 973 wiedergibt, werden Chrovati et altera Chrovati erwähnt, also zwei Gruppen von Chorvaten, die zwischen Pschowanen und Slensanen genannt werden, und in das Gebiet südlich und nördlich der Sudeten lokalisiert werden können.

Weitere mittelalterliche Belege für Chorvaten in diesem Gebiet sind nicht bekannt.

Ortsbezeichnungen[Bearbeiten]

Der Name mehrerer Orte könnte auf Chorvaten hinweisen:

in Österreich

Belege[Bearbeiten]

  1. Alfred der Große, Reise des Wulfstan von Haithabu

Literatur[Bearbeiten]

  • Sebastian Brather: Archäologie der westlichen Slawen. Berlin, New York: Walter de Gruyter, 2001. ISBN 3-11-017061-2, S. 72
  • Reinhold Trautmann: Die Slavischen Völker und Sprachen. Eine Einführung in die Slavistik. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 1947.
  • Frank Kämpfer: Ostslaven. In: Lexikon des Mittelalters (LexMA). Band 6, Artemis & Winkler, München/Zürich 1993, ISBN 3-7608-8906-9, Sp. 1546–1549.