Chrastava

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Chrastava
Wappen von Chrastava
Chrastava (Tschechien)
Paris plan pointer b jms.svg
Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Liberecký kraj
Bezirk: Liberec
Fläche: 2746 ha
Geographische Lage: 50° 49′ N, 14° 58′ O50.81694444444414.968888888889295Koordinaten: 50° 49′ 1″ N, 14° 58′ 8″ O
Höhe: 295 m n.m.
Einwohner: 6.130 (1. Jan. 2011) [1]
Postleitzahl: 463 31
Struktur
Status: Stadt
Ortsteile: 8
Verwaltung
Bürgermeister: Michael Canov (Stand: 2007)
Adresse: Nám. 1. máje 1
463 31 Chrastava
Gemeindenummer: 564117
Website: www.chrastava.cz

Chrastava (deutsch Kratzau) ist eine Stadt mit 6.051 Einwohnern (2004) in Tschechien. Sie gehört zum nordböhmischen Okres Liberec und liegt in 350 m ü. NN westlich des Isergebirges an der Mündung der Jeřice in die Lausitzer Neiße.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Kratzau (1750)

Die Stadt ist wahrscheinlich im 13. Jahrhundert entstanden, als Přemysl Ottokar II. in das tschechische Grenzland Siedler aus dem Umland eingeladen hatte, um dieses damals öde Gebiet aufzuwerten. Die erste schriftliche Erwähnung des Ortes stammt aus dem Jahr 1352 unter dem Namen Craczauia. Die ersten Bewohner waren Bergleute aus der sächsischen Stadt Pirna, die in der Umgebung Kupfer, Zinn, Blei, Silber und Gold abbauten.

Im 15. Jahrhundert besetzten Hussiten die Stadt, die von hier aus Streifzüge in die Lausitz unternahmen. Schrittweise entstand auf beiden Seiten der Jeřice eine befestigte Siedlung.

Im Zuge eines erneuten Aufschwungs des Bergbaus erhielt der Ort 1527 das Stadtrecht. Nach wechselvollem Schicksal im Dreißigjährigen Krieg leitete die Tuchmacherei eine wirtschaftliche Blüte ein, die sich in der Industrialisierung fortsetzte. Zur Textilindustrie kam der Maschinenbau (Textilmaschinen).

Während des Zweiten Weltkrieges wurden in der Munitionsanstalt Spreewerk Kratzau Granaten hergestellt. In diesem Betrieb arbeiteten Gefangene und Frauen aus einem im benachbarten Weißkirchen befindlichen Außenlager des KZ Groß Rosen.

Aufgrund der Beneš-Dekrete wurde der größte Teil der deutschen Bevölkerung 1945 enteignet und vertrieben.

Die Einwohnerzahl sank zwischen 1945 und 1948 von 8.000 auf lediglich 3.000.

[Bearbeiten] Einwohnerentwicklung

Jahr 1970 1980 1991 1999 2001 2004
Einwohner 4 900 5 200 5 597 5 878 5 944 6 051

[Bearbeiten] Gemeindegliederung

Zu Chrastava gehören die Ortsteile Andělská Hora (Engelsberg), Dolní Chrastava (Unterkratzau), Dolní Vítkov (Nieder Wittig), Horní Chrastava (Oberkratzau), Horní Vítkov (Ober Wittig), Víska (Kratzau-Neudörfel) und Vysoká (Hohendorf).

[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten

  • St. Laurentius-Kirche (Kostel sv. Vavřince) aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts
  • Führichhaus: Geburtshaus des Malers Joseph von Führich (Rodný dům malíře Josefa Führicha).
  • Denkmal des Malers Josef Führich im Park hinter der Kirche
  • Feuerwehrmuseum
  • Curia Vitkov bei Horní Vítkov

[Bearbeiten] Städtepartnerschaften

[Bearbeiten] Persönlichkeiten

[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt

  • Wenzel Führich (1768–1836), Handwerker und Maler
  • Joseph von Führich (1800–1876), Maler
  • Carl Damian Schroff (1802–1887), Arzt, Professor und Rektor an der Wiener Universität
  • Gustav Kratzmann (1812–1902), Maler
  • Wilhelm Kandler (1816–1896), Maler
  • Franz Josef Schütky (Řídký) (1817–1893), Opernsänger und Komponist, 40 Jahre in Stuttgart tätig
  • Willi Sitte (* 1921), deutscher Maler
  • Rudolf Sitte (1922–2009), deutscher Bildhauer, Maler, Grafiker und Keramiker

[Bearbeiten] Weitere Persönlichkeiten

Der frühere österreichische Bundespräsident Theodor Körner wuchs in der Stadt auf.

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Chrastava – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2011 (XLS, 1,3 MB)
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