Chreschtschatyk (Kiew)

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Chreschtschatyk
Хрещатик
Wappen
Straße in Kiew
Chreschtschatyk
Basisdaten
Ort Kiew
Rajon Schewtschenko, Petschersk
Anschlussstraßen Bohdan-Chmelnyzkyj-Straße, Lutherische Straße
Plätze Majdan Nesaleschnosti
Bauwerke Zentralkaufhaus „ZUM“, Chreschtschatyk 25,
Kiew Passage, Kiewer Hauptpostamt, Haus der Gewerkschaften
Metro Kiew Kiev Metro Line 1.svg U-Bahnhof Majdan Nesaleschnosti
Kiev Metro Line 2.svg U-Bahnhof Chreschtschatyk
Nutzung
Nutzergruppen Fußverkehr, Radverkehr, Autoverkehr, ÖPNV
Technische Daten
Straßenlänge 1200 Meter
Chreschtschatyk am Wochenende
Chreschtschatyk , im Vordergrund links das Zentralkaufhaus „ZUM“

Der Chreschtschatyk (ukrainisch Хрещатик; russisch Крещатик/Kreschtschatik) ist die zentrale Straße der ukrainischen Hauptstadt Kiew. Der Chreschtschatyk hat zum einen die Funktion einer sechsspurigen Hauptverkehrsstraße, zum anderen aufgrund seiner breiten Gehwege ist der 80 bis 100 Meter breite Boulevard aber auch Flaniermeile. An den Wochenenden und an manchen Feiertagen wird der Chreschtschatyk tagsüber für den Autoverkehr gesperrt und somit zeitweise zur Fußgängerzone.

Der Name der Straße leitet sich vom slawischen Wort krest oder chrest (Kreuz) ab.

Verlauf der Straße[Bearbeiten]

Der Chreschtschatyk erstreckt sich auf einer Länge von 1,2 Kilometern vom Europäischen Platz bis zum Bessarabska-Platz, also von Nordost nach Südwest. Dabei quert er den Majdan Nesaleschnosti (Unabhängigkeitsplatz). Die Metrostationen „Majdan Nesaleschnosti“ und „Chreschtschatyk“ liegen direkt unter dem Boulevard. Unterhalb der Straße liegen auch die Einkaufszentren "Metrograd" und "Globus".

Direkt am Chreschtschatyk liegen wichtige und repräsentative Bauwerke, etwa das Gebäude des Stadtrates und Stadtparlamentes (ukr. Київрада), das Hauptpostamt, das Landwirtschaftsministerium der Ukraine und das im Stil des Konstruktivismus erbaute, Zentralkaufhaus „ZUM“ (ЦУМ).

Während auf der Straßenseite mit den geraden Hausnummern lange und hohe Häuserblöcke dominieren, die meist administrativen Zwecken dienen, prägen auf der Seite mit den ungeraden Hausnummern Wohnhäuser im Zuckerbäckerstil, wie das 85 m hohe Wohnhaus Chreschtschatyk 25, das Straßenbild. In deren Erdgeschossen befinden sich Geschäfte und Cafes. An Hausnummer 19a befindet sich der Eingang zum U-Bahnhof Chreschtschatyk mit unterirdischer Verbindung zum U-Bahnhof Majdan Nesaleschnosti.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Chreschtschatyk war bis in das 19. Jahrhundert hinein eine kaum erschlossene Verbindung zwischen den Stadtteilen Podil, Petschersk und der Oberstadt. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelte er sich dann zur zentralen Promeniermeile Kiews und zum Handels- und Geschäftszentrum. 1892 fuhr hier die erste elektrische Straßenbahnlinie Russlands.

Der zerstörte Chreschtschatyk, 1943

Kampfhandlungen während der Zeit der Oktoberrevolution, bei der Besetzung der Stadt durch die Deutschen (1918) sowie im Russischen Bürgerkrieg verursachten beträchtliche Schäden an vielen Gebäuden. Nach dem Sieg der Bolschewiki wurden Umbauten im Sinne der sozialistischen Architektur vorgenommen bzw. projektiert. Die Straßenbahn ersetzte man durch Trolleybusse. Nach dem Überfall auf die Sowjetunion nahmen deutsche Truppen Kiew im September 1941 ein. Die abziehende Rote Armee hatte viele Gebäude des Stadtzentrums vermint und nach der Einnahme der Stadt ferngezündet. Die Explosionen richteten auch am Chreschtschatyk große Schäden an. Als sowjetische Truppen im November 1943 Kiew zurückeroberten, lagen große Teile der Stadt in Schutt und Asche.

Bereits ab dem Jahr 1945 begann unter Leitung des Architekten Boris Prijmak der Wiederaufbau des Chreschtschatyk, es entstand ein weitgehend harmonisches Ensemble im Stil der sowjetischen Architektur des Stalinismus (Sozialistischer Klassizismus).

Literatur[Bearbeiten]

  • Günther Schäfer: Kiev entdecken, Trescher Reihe Reisen, 2. Auflage 2007

Weblinks[Bearbeiten]

50.44958333333330.523388888889Koordinaten: 50° 26′ 58″ N, 30° 31′ 24″ O