Chris Adams (Wrestler)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Christopher Adams Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich
Daten
Ringname(n) "Gentleman" Chris Adams
The Masked Avenger
Körpergröße 1,85 m
Kampfgewicht 100 kg
Geburt 10. Februar 1955
Rugby, Warwickshire, England
Tod 7. Oktober 2001
Waxahachie, Texas, Vereinigte Staaten
Angekündigt aus Stratford-upon-Avon, Warwickshire, England
Trainiert von Tony St. Claire
Shirley Crabtree („Big Daddy“)
Debüt Juni 1978
Ruhestand Juni 2001

Christopher Adams (* 10. Februar 1955 in Rugby, Warwickshire, England; † 7. Oktober 2001 in Waxahachie, Texas, Vereinigte Staaten) war ein englischer Wrestler und Judoka. Er war einer der populärsten Wrestler von World Class Championship Wrestling und außerdem der Trainer von Steve Austin und Scott Hall. Sein Finishing Move, der „Superkick“ wurde später von Shawn Michaels adaptiert.

Karriere[Bearbeiten]

Anfänge[Bearbeiten]

Christopher Adams begann seine sportliche Karriere als Judoka in Stratford, England. Er gewann mehrfach die nationale Jugendmeisterschaft[1], beendete seine Karriere als Judoka jedoch vor seinem 21. Lebensjahr.[2] Er erlernte zwischenzeitlich Wrestling und vermischte beide Kampfstile.

Nach seinem Training verließ er England und siedelte sich in den Vereinigten Staaten an, wo er seinen ersten Auftritt als Wrestler 1978 hatte.[2] Er trat in Los Angeles, aber auch in Mexiko und Japan auf.[3]

World Class Championship Wrestling[Bearbeiten]

Anfang der 1980er zog er nach Texas und wurde Teil von Fritz von Erichs Promotion World Class Championship Wrestling (WCCW). Er trat dort zunächst als Face, später auch als Heel auf. Bekannt wurde vor allem seine Fehde mit Jimmy Garvin über den WCCW-Texas-Championship. 1985 bildete er mit Gino Hernandez das Tag Team „The Dynamic Duo“. Die beiden wurden als Top-Heels in Texas eingesetzt.[2] Nach dem plötzlichen Tod seines Tag-Team-Partners Hernandez 1986, wurde er vom Scotland Yard verhört, weil er im Verdacht stand, seinen Partner umgebracht zu haben. Er war allerdings zur fraglichen Zeit auf Heimaturlaub in England.[3] Hernandez starb an einer Überdosis Kokain, die Polizei ging allerdings von einem Mord aus.

Adams turnte kurz darauf wieder zum Face und kämpfte gegen John Tatum und Rick Rude, bis er die WCCW gegen Ende des Jahres verließ. Grund hierfür war eine Handgreiflichkeit gegen einen Piloten von American Airlines, in deren Folge Adams zu drei Monaten Gefängnis verurteilt wurde. Nachdem er seine Strafe abgesessen hatte, war er zu beschämt um weiter in Texas zu wrestlen.[2]

Universal Wrestling Federation/National Wrestling Association[Bearbeiten]

Adams ging nach Oklahoma, wo er für Bill Watts Universal Wrestling Federation antrat, die gerade in die National Wrestling Association übertrat. Dort hatte er ein Tag Team mit Terry Taylor. Bei einem Kampf verletzte sich Adams allerdings schwer am Rücken und musste mehrere Monate aussetzen. Danach konnte er nicht mehr Vollzeit wrestlen, arbeitete aber gelegentlich für die WCCW und den Nachfolger USWA.[2]

Trainer[Bearbeiten]

Während seiner späteren Wrestlingkarriere, die er wegen seines Rückenleidens stark einschränken musste, trainierte er Nachwuchswrestler und -wrestlerinnen in seiner „The Gentleman Chris Adams School of Personalized Professional Wrestling Coaching“. Zu seinen bekanntesten Schülern gehörte Steve Williams, der später zu Stone Cold Steve Austin wurde, und Scott Hall. Austin hatte Independent Matches gegen Adams mit einer Storyline um Adams Exfrau Jeanie Clarke, die später Steve Austins erste Frau wurde.[2] Steve Austin ließ in seiner Biografie The Stome Cold Truth kein gutes Wort über Chris Adams fallen und charakterisierte ihn als egoistisch und manipulierend.[4]

In den 1990ern, nachdem die USWA geschlossen wurde, verdiente Adams sich sein Geld mit seiner Wrestlingschule und verkaufte zusätzlich Wrestlingringe. In seiner Wrestlingschule trainierte er unter anderem die beiden Brüder Roger und Royce Gracie, die später im Ultimate Fighting erfolgreich wurden.

Adams trat weiterhin bei Independent Promotions an, konnte aber nur noch einmal zwischen 1998 und 1999 in der World Championship Wrestling einen etwas größeren Bekanntheitsgrad erlangen.

Er war außerdem Betreuer der englischen Judomannschaft bei den Olympischen Sommerspielen 1984 und 1996.[2]

Privatleben und Tod[Bearbeiten]

Sein jüngerer Bruder Neil Adams ist ein erfolgreicher Judoka, der bei den Olympischen Sommerspielen 1980 und 1984 je eine Silbermedaille gewann.

Chris Adams war zweimal verheiratet. Beim ersten Mal mit Jeannie Clark, die bei der WCCW als „Lady Blossom“ auftrat. Die beiden blieben auch nach Scheidung gute Freunde. Die beiden haben eine Tochter, die später von Steve Austin adoptiert wurde.[4] Am 20. Dezember 1984 heiratete er Toni Collins, die auch als seine Managerin auftrat. Zusammen haben sie einen Sohn. Die Ehe wurde am 15. August 1994 geschieden.[5]

Adams geriet besonders in den 1990ern mit dem Gesetz in Konflikt und war drogen- und alkoholabhängig.[1] Er wurde zweimal wegen Trunkenheit im Verkehr verhaftet.[6] Im April 2000 starb seine Freundin Linda Kaphengst an einer Überdosis GHB (auch bekannt als Liquid Ecstasy), die sie zusammen genommen hatten. Adams wurde daraufhin des Totschlags angeklagt, was nach texanischem Recht möglich war. Er erlebte den Prozess jedoch nicht mehr, da er am 7. Oktober 2001 in eine Schlägerei geriet und mit 46 Jahren in Notwehr erschossen wurde.[2][4]

Bedeutung[Bearbeiten]

Dave Meltzer vom Wrestling Observer Newsletter bezeichnete ihn als einen der größten Superstars im Wrestling in der Zeit von 1983 bis 1986.[1] Der spätere Superstar und WWE Champion Shawn Michaels übernahm seinen Finishing Move, die Sweet Chin Music, von Chris Adams.[7]

Erfolge[Bearbeiten]

Titel[Bearbeiten]

  • Global Wrestling Federation
  • 2x GWF North American Heavyweight Champion
  • 2x NWA Americas Heavyweight Champion
  • 2x NWA Americas Tag Team Champion (1x mit Tom Prichard und 1 x Ringo Rigsby)
  • Universal Wrestling Association
  • 1x UWF World Tag Team Champion (mit Terry Taylor)
  • 4x NWA American Heavyweight Champion
  • 2x NWA American Tag Team Champion (mit Gino Hernandez)
  • 1x NWA Texas Brass Knuckles Champion
  • 1x NWA Texas Heavyweight Champion
  • 2x NWA World Six-Man Tag Team Championship (Texas version; 1x mit Gino Hernandez und Jake Roberts, 1x mit Steve Simpson und Kevin von Erich)
  • 3x WCCW Television Champion
  • 1x WCWA Television Champion
  • 1x WCWA World Heavyweight Champion

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • Pro Wrestling Illustrated
    • PWI Most Inspirational Wrestler of the Year (1986)[8]
    • Platz #160 der 500 besten Einzelwrestler (2003)
    • Platz #65 der 100 besten Tag Teams (2003) mit Gino Hernandez als Dynamic Duo

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatPro wrestler slain long after glory days. In: Dallas Morning News. JBSwrestlingworld.com, 10. September 2001, abgerufen am 5. Januar 2011.
  2. a b c d e f g h Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatChris Schramm: Chris Adams' life was a rollercoaster. SLAM! Wrestling, abgerufen am 4. Januar 2011.
  3. a b Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatThe Life and Times of Gentleman Chris Adams. In: WrestlineLine.com. Wrestlingclassics.com, 24. Oktober 2000, abgerufen am 5. Januar 2011.
  4. a b c  Steve Austin mit Jim Ross und David Brent: The Stone Cold Truth. World Wrestling Entertainment/Pocket Books, New York 2004, ISBN 978-0-7434-8267-7.
  5. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatTexas Divorces 1968–2002. FamilyTreeLegends.com, abgerufen am 5. Januar 2011.
  6. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatTanya Eiserner: Former pro wrestler fatally shot. In: Forth Worth Star-Telegram. JBSwrestling.com, abgerufen am 5. Januar 2011.
  7.  Shawn Michaels mit Aaron Feigenbaum: Heartbreak & Triumph – The Shawn Michaels Story. WWE/Pocket Books, New York 2006, ISBN 978-1-4165-2645-2, S. 190f.
  8. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatPro Wrestling Illustrated Award Winners Inspirational Wrestler of the Year. Wrestling Information Archive, archiviert vom Original am 3. Januar 2011, abgerufen am 5. Januar 2011.