Chris Christie

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Chris Christie (2011)

Christopher James „Chris“ Christie (* 6. September 1962 in Newark, New Jersey) ist ein US-amerikanischer Politiker der Republikanischen Partei. Er ist seit dem 19. Januar 2010 Gouverneur von New Jersey.

Inhaltsverzeichnis

Leben [Bearbeiten]

Chris Christie, der Sohn von Sondra A. (geb. Grasso) (1932–2003) und Wilbur James "Bill" Christie (* 1933), hat sowohl britische als auch italienische Vorfahren und wuchs in der Kleinstadt Livingston (New Jersey) auf, wo er auch die High School absolvierte. Als junger Mann zog Christie kurzzeitig nach Delaware, um die dortige University of Delaware zu besuchen, an der er Politikwissenschaft studierte und 1984 den Bachelor of Arts erhielt. 1987 erwarb er einen Berufsdoktorat (Juris Doctor) an der Seton Hall University in seiner Geburtsstadt Newark. Christie arbeitete ab 1987 in einer Anwaltskanzlei in Cranford (New Jersey), ehe er 1994 ins Grundbuchamt von Morris County wechselte. 1997 wurde er zum Chef des Amtes gewählt.

2001 erfolgte Christies Ernennung zum Bundesstaatsanwalt für den Bezirk New Jersey, ein Amt, das er im Januar 2002 antrat. Er galt in New Jersey als sehr erfolgreicher Staatsanwalt, da er hart gegen Bandenkriminalität und Kinderpornografie im Internet auftrat. Auch konnten seine Ermittlungen einen geplanten Terroranschlag auf die Militärbasis Fort Dix verhindern. Im Dezember 2008 schied Christie aus seinem Amt aus.

2009 bewarb sich Christie als Kandidat der Republikaner um das Amt des Gouverneurs von New Jersey. Am 3. November 2009 wurde er mit 48,5 % zu 44,9 % der Wählerstimmen zum Gouverneur gewählt und löste damit den amtierenden Gouverneur Jon Corzine ab.

Christie ist seit 1987 mit Mary Pat Christie verheiratet und Vater von vier Kindern, zwei Söhnen und zwei Töchtern. Er ist Katholik.

Politische Positionen [Bearbeiten]

Christie vertritt innerhalb der Republikanischen Partei moderate Positionen, die derzeit sehr ungewöhnlich sind. So ist er etwa für ein strengeres Waffenrecht und einen toleranten Umgang mit Homosexuellen und illegalen Einwanderern. Von prominenten Mitgliedern seiner Partei, u.a. Henry Kissinger und Nancy Reagan, wurde Christie aufgrund seiner Beliebtheit in der Bevölkerung als Kandidat für die Wahl des US-amerikanischen Vizepräsidenten 2012 ins Gespräch gebracht.[1] Angesichts des Umstandes, dass die Republikaner derzeit überwiegend kompromisslos rechtskonservative Positionen beziehen, erschien eine Kandidatur jedoch aussichtslos.

Christie hielt dennoch die Hauptrede bei der Republican National Convention 2012 in Tampa (Florida). Politische Beobachter bemerkten, dass Christie eher sich selbst und seine Politik als den nominierten Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney ins Zentrum seiner Rede gerückt habe.[2]

Während Christie in den Monaten vor der Präsidentschaftswahl 2012 den demokratischen Amtsinhaber noch kritisiert hatte, änderte er seine Meinung nach den verheerenden Schäden durch den Hurrikan Sandy in New Jersey radikal. Er lobte Präsident Obama nur fünf Tage vor der Wahl wiederholt für sein gutes Krisenmanagement: „Ich danke dem Präsidenten persönlich für seinen Einsatz. Die Kooperation mit ihm war herausragend, dafür gebührt ihm große Anerkennung.“[3] An Romney, der seinen Wahlkampf ungeachtet der Katastrophe faktisch fortgeführt hatte, ließ Christie in diesem Zusammenhang hingegen kaum ein gutes Haar, obwohl die Wahl unmittelbar bevorstand. Nicht wenige Republikaner legten ihm dies als "Verrat" aus, doch Christie stand zu seinen Äußerungen.

Obama gewann die Wahl im November 2012. Vor Silvester kam es zu einem langen Tauziehen zwischen Demokraten und Republikanern um Steuererhöhungen („Fiskalklippe“), was zu einer zunehmenden Kompromisslosigkeit innerhalb des Kongresses führte. Nachdem der Republikaner John Boehner (als Sprecher des US-Repräsentantenhauses) aus taktischen Gründen eine Abstimmung über die Bewilligung 60 Milliarden US-Dollar Hilfsgelder für Opfer des Hurrikan Sandy (und damit die Auszahlung der Mittel) verhindert hatte, kritisierte Christie die republikanischen Abgeordneten, seine Parteifreunde, äußerst scharf und nannte die Situation „enttäuschend und ekelhaft“: „Nur eine Seite trägt die Schuld am Leid dieser Menschen: Die (republikanische) Mehrheit im Repräsentantenhaus und ihr Sprecher, John Boehner... Wir helfen unschuldigen Opfern von Naturkatastrophen nicht als Republikaner oder Demokraten, sondern als Amerikaner. Oder vielmehr: Wir taten es — bis gestern Abend. Denn gestern Abend hat man die Parteipolitik dem Eid, den Bürgern zu dienen, vorgezogen. Für mich war das enttäuschend und ekelhaft anzusehen... Gestern Abend hat die Mehrheit im Repräsentantenhaus die einfachste Prüfung in Sachen Staatsführung nicht bestanden, und sie tat es in abgestumpfter Gleichgültigkeit gegenüber dem Leid der Menschen in meinem Bundesstaat.“[4][5] Während viele Republikaner Christie aufgrund dieses Verhaltens erneut der Illoyalität gegenüber seiner Partei bezichtigten, sind andere Beobachter der Ansicht, dass der Gouverneur sich bewusst als Politiker inszeniere, der jenseits der Parteienstreits und ideologischer Konflikte um Sachpolitik und um das Wohl seiner Wähler bemüht sei.

Sonstiges [Bearbeiten]

Aufgrund seines Übergewichtes ließ sich Christie 2013 ein Magenband einsetzen. Für seinen Mut öffentlich darüber zu reden, wurde er unter anderen von John McCain gelobt.[6]

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Chris Christie – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten [Bearbeiten]

  1. Süddeutsche Zeitung: Sticheleien gegen Romney, vom 31. Oktober 2012
  2. Wall Street Journal: Reactions to Chris Christie's Speech
  3. http://derstandard.at/1350260036853/Republikanisches-Schwergewicht-auf-Kuschelkurs
  4. spiegel.de 3. Januar 2013: Top-Republikaner zieht über eigene Leute her
  5. "Ekelhaft": Republikaner Christie attackiert Parteifreunde
  6. http://www.spiegel.de/politik/ausland/us-republikaner-chris-christie-hat-sich-ein-magenband-einsetzen-lassen-a-898692.html