Chris Hoy

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Chris Hoy bei der Siegesparade für die schottischen Olympia-Teilnehmer in Glasgow (2012)
Hoy bei den UCI-Bahn-Weltmeisterschaften 2008
Hoy als Fahnenträger bei den Olympischen Spielen 2012 in London

Sir Christopher Andrew „Chris“ Hoy (MBE; * 23. März 1976 in Edinburgh) ist ein ehemaliger schottischer Bahnradsportler. Er ist sechsfacher Olympiasieger und elffacher Weltmeister.

Sportliche Laufbahn[Bearbeiten]

Bevor Chris Hoy sich dem Bahnradsport zuwandte, fuhr er BMX (inspiriert durch die Szenen aus dem Film E.T.) und war als Ruderer aktiv. Zeitweise war er Mitglied des schottischen Auswahlteams. Bei den britischen Meisterschaften 1993 gewann Hoy gemeinsam mit Grant Florence die Silbermedaille im Zweier ohne Steuermann.

1998 belegte Hoy erstmals mit zwei dritten Plätzen in Sprint und 1000-Meter-Zeitfahren Podiumsplätze bei britischen Meisterschaften. 1999 wurde er in Berlin Vize-Weltmeister im Teamsprint, gemeinsam mit Craig MacLean und Jason Queally. Bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney errang er gemeinsam mit MacLean und Queally die Silbermedaille im Teamsprint. Im selben Jahr wurde das Trio erneut Vize-Weltmeister.

Insgesamt startete Hoy viermal bei Olympischen Spielen im Bahnradsport, 2000, 2004, 2008 sowie 2012. 2009 konnte Hoy nach einem schweren Sturz beim Weltcup in Kopenhagen nicht an den folgenden Weltmeisterschaften teilnehmen.[1] Bei den UEC-Bahn-Europameisterschaften 2010 wurde er in der ersten Runde des Sprint-Wettbewerbs überraschend von dem damals 18-jährigen Iren Felix English geschlagen, weil er sich schon seines Sieges sicher fühlte, von English aber kurz vor der Ziellinie eingeholt wurde.[2][3] Hoy gestand schließend ein, einen „blöden Fehler“ gemacht zu haben.[4]

Bei den Olympischen Spielen 2012 in London errang Chris Hoy gemeinsam mit Philip Hindes und Jason Kenny die Goldmedaille im Teamsprint, außerdem gewann er im Keirin die Goldmedaille, seine fünfte und sechste Goldmedaille. Während seiner gesamten Karriere errang er neben den sechs olympischen Goldmedaillen und einer Silbermedaille mehr als 50 Medaillen bei internationalen Wettbewerben, darunter elfmal Gold bei UCI-Bahn-Weltmeisterschaften und zwei Goldmedaillen bei Commonwealth Games. Allein 2008 gewann er drei olympische Goldmedaillen und ist damit der erste Brite nach dem Schwimmer Henry Taylor, dem das 100 Jahre zuvor gelungen war. Gemeinsam mit Bradley Wiggins, der insgesamt sieben olympische Medaillen errang, ist er der bisher erfolgreichste britische Olympiateilnehmer und somit auch der erfolgreichste schottische.[5].[6]

Am 18. April 2013 verkündete Chris Hoy sein Karriereende.[7]

Ausbildung und Ehrungen[Bearbeiten]

Hoy besuchte im Jahre 1996 die Universität von St. Andrews, bevor er zur Universität von Edinburgh wechselte und dort seinen Abschluss in Sportwissenschaften machte.

Chris Hoy erhielt zwei Ehrendoktortitel – einen im Juli 2005 von der Universität Edinburgh, einen zweiten im November 2005 von der Heriot-Watt Universität. Im selben Jahr wurde Hoy auch zum Member of the British Empire (MBE) ernannt. 2008 wurde Hoy in Großbritannien vor Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton zur BBC Sports Personality of the Year, zum Sportler des Jahres in Großbritannien, gewählt. Am 1. Januar 2009 wurde er von Queen Elisabeth II. zum Ritter geschlagen und trägt seitdem den Titel Sir. Die neue in Glasgow für die Commonwealth Games 2014 errichtete Radrennbahn trägt den Namen Sir Chris Hoy Velodrome. Für die Olympischen Spiele 2012 in London wurde Hoy von den 542 Mitgliedern des britischen Olympiateams zum Fahnenträger der britischen Mannschaft gewählt.[8][9]

Bedeutung für den Bahnradsport[Bearbeiten]

Sir Chris Hoy (2012)

Chris Hoy gilt als „Gesicht des britischen Radsports“. Durch seine Erfolge erfuhr der Bahnradsport in Großbritannien einen unvergleichlichen Aufschwung; Bahnrennen sind inzwischen im Gegensatz zu früher äußerst beliebt und internationale Wettbewerbe in der Regel schnell ausverkauft. Diesen Einfluss von Hoy auf die Entwicklung und die Popularität von Bahnradsport in Großbritannien beschreibt das Buch Heroes, Villains and Velodromes: Chris Hoy and Britain’s Track Cycling Revolution von Richard Moore (2008).

Das Charisma von Hoy beruht neben seinen Erfolgen darauf, dass er „off-track“ als „ungewöhnlich umgänglich und liebenswürdig“ beschrieben wird.[10] Velo News schrieb anlässlich seines Rücktritts vom Sport über den „Gentleman“ Hoy: „Sir Chris Hoy [...] is humble and polite, but was a lion in the velodrome.“ (dt.: „Sir Chris Hoy ist bescheiden und höflich, aber auf der Radrennbahn war er ein Löwe.“)[11]

Die große Popularität von Hoy schlägt sich auch in seinen Beinamen wie The Real McHoy oder His Royal Hoyness nieder.

Nach dem Radsport[Bearbeiten]

Im April 2014 wurde bekannt, dass Chris Hoy für Nissan an der britischen GT-Meisterschaft teilnehmen wird. Sein Ziel ist, 2016 beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans zu starten.[12]

Erfolge[Bearbeiten]

Olympische Spiele
UCI-Bahn-Weltmeisterschaften
  • 1999 – Silber, Team-Sprint
  • 2000 – Silber, Team-Sprint
  • 2001 – Bronze, Team-Sprint
  • 2002 – Gold, 1000 m Zeitfahren; Gold, Team-Sprint
  • 2003 – Bronze, Team Sprint
  • 2004 – Gold, 1000 m Zeitfahren; Bronze, Team-Sprint
  • 2005 – Gold, Team Sprint; Bronze, 1000 m Zeitfahren
  • 2006 – Gold, 1000 m Zeitfahren; Silber, Team-Sprint
  • 2007 – Gold, Keirin; Gold, 1000 m Zeitfahren; Silber, Team-Sprint
  • 2008 – Gold, Sprint; Gold, Keirin; Silber, Team-Sprint
  • 2010 – Gold, Keirin
  • 2011 – Silber, Keirin; Bronze, Sprint; Bronze, Teamsprint
  • 2012 – Gold, Keirin; Bronze, Sprint
Commonwealth Games
  • 2002 – Gold, 1000 m Zeitfahren; Bronze, Team-Sprint
  • 2006 – Bronze, 1000 m Zeitfahren; Gold, Team-Sprint

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Chris Hoy – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. BBC.co.uk: "Hoy to miss World Championships" abgerufen am 6. Februar 2010 (englisch)
  2. Chris Hoy suffers shock Poland defeat to Felix English auf news.bbc.co.uk v. 6. November 2010 (englisch)
  3. Video des Laufes von Hoy gegen English bei den Bahn-Europameisterschaften 2010
  4. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatHoy admits "silly" mistake caused European Championship elimination. Cycling News, 7. November 2010, abgerufen am 25. Mai 2014 (englisch).
  5. Guardian.co.uk: "Chris Hoy hailed as Scotland's most successful Olympian" abgerufen am 5. Februar 2010 (englisch)
  6. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatSir Chris Hoy stops peddling. News24.com, 18. April 2013, abgerufen am 25. Mai 2014 (englisch).
  7. Hoy beendet seine Karriere, sport1.de. Abgerufen am 18. April 2013.
  8. Chris Hoy trägt britische Fahne bei Eröffnung auf rp-online.de v. 23. Juli 2012
  9. London 2012: Sir Chris Hoy to carry Team GB flag at Olympic opening, Artikel der Press Association vom 23. Juli 2012
  10. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatLaura Kelly: Sir Chris Hoy - Power and the Glory. The Big Issue, 8. Mai 2012, abgerufen am 25. Mai 2014 (englisch).
  11. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatChris Hoy: The Gentleman. Velo News, März 2013, abgerufen am 25. Mai 2014 (englisch).
  12. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatJames Charman: Sir Chris Hoy to compete in British GT Championship. TheCheckeredFlag.co.uk, 8. April 2014, abgerufen am 25. Mai 2014 (englisch).