Chris von Rohr

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Chris von Rohr (2013)

Christof «Chris» von Rohr (* 24. Oktober 1951 in Solothurn) ist ein schweizerischer Rockmusiker, Musikproduzent, Buchautor, Kolumnist, Radio- und Fernsehmoderator.

Leben[Bearbeiten]

Kindheit, Jugend und erste Erfahrungen als Musiker (1951–1975)[Bearbeiten]

Die Band Inside; von links: Chris von Rohr, Peter Richard, Tommy Kiefer

Chris von Rohr stammt mit seinem Halbbruder Stephan von Rohr aus einer mittelständischen Familie in Solothurn, wo er auch den größten Teil seiner Kindheit verbrachte.[1] Am Piano seiner Eltern knüpfte von Rohr seinen ersten bewussten Kontakt zur Musik.[2] Während seiner Schulzeit, die er, abgesehen von einem kurzen Intermezzo in der Internatsschule Lyceum Alpinum Zuoz – wo es ihm erstmals möglich war, auf einem Schlagzeug zu spielen – an ortsansässigen Schulen verbrachte, bekam von Rohr von seinem Vater das erste Schlagzeug geschenkt.[3] 1967 gründete er mit The Scouts seine erste Band.[4] Mit dieser Formation, die sich nachfolgend zunächst in Tears of Love, dann in In und schließlich in Indian Summer umbenannte, absolvierte der junge Schlagzeuger auch seinen ersten Auftritt bei einem Studentenball im Hotel Krone in Solothurn.[5] Nach einem 2-jährigen Abstecher an die öffentliche Handelsschule in Neuchâtel gründete von Rohr weitere Bands: zunächst die Plastic Joints und danach Inside.[6] Unterdessen hielt sich der Musiker von Rohr als Koch im Solothurner Restaurant und Hotel Kreuz – die erste Genossenschaftsbeiz der Schweiz – finanziell über Wasser.[7] Nach einem für von Rohr in musikalischer Hinsicht alles in Allem sehr unerfreulichen aber zumindest finanziell lukrativen kurzen Verbleib bei der Tanzband On the Road, gründete er mit dem ebenfalls ausgestiegenen Organisten Michi Szabo die Zwei-Mann-Band Nighttrain.[8] Doch all diese Versuche, im professionellen Musikbusiness Fuß zu fassen, scheiterten und so arbeitete von Rohr anschließend wieder als Koch im Restaurant Kreuz, ehe er für ein Semester die Jazzschule in Bern besuchte.[9]

Aufstieg und internationaler Durchbruch mit Krokus: Die Entwicklung zum Rockstar (1975–1983)[Bearbeiten]

Nach seinem Besuch der Jazzschule kehrte von Rohr wiederum nach Solothurn zurück, um im November 1975 eine weitere Formation zu gründen: Krokus.[10] Ihren ersten Auftritt absolvierte die Band als Vorgruppe von Nella Martinetti im Saalbau im schweizerischen Gerlafingen.[11] Zusammen mit Leadgitarrist Tommy Kiefer, mit dem sich Schlagzeuger von Rohr hauptsächlich am Mikro abwechselte, Rhythmusgitarrist Hansi Droz und Bassist Remo Spadino entstand schließlich im Sinus Studio in Bern das im Jahr 1976 erschienene, von Peter J. Mac Taggart produzierte, sehr progressive Debütalbum Krokus.[11]

Nachdem von Rohr mit dem Bandnamen im Gepäck aber ohne seine Bandkollegen kurzerhand eine Fusion mit der Band Montezuma, inszeniert hatte, setzte sich die Besetzung von Krokus sogleich gänzlich neu zusammen: Von Rohr selbst übernahm fortan hauptamtlich den Gesang, Fernando von Arb spielte Gitarre, am Bass stand Jürg Naegeli und am Schlagzeug saß Freddy Steady.[12] Als kurze Zeit später schließlich auch Tommy Kiefer wieder ins Line-Up zurückgeholt wurde, war die Band wieder komplett.[13] In dieser Besetzung entstand schließlich das wiederum im Sinus Studio in Bern von Peter J. Mac Taggart produzierte, 1977 erschienene, zweite Studioalbum To You All, das erste Hard Rock-Klänge offenbarte.[14]

Von Rohr (als Sänger) und Tommy Kiefer Ende der 70er Jahre

Im selben Line-Up, also nach wie vor mit von Rohr als Frontmann, ging Krokus auch das dritte, gänzlich im Hard Rock angesiedelte Studioalbum Pay It in Metal, das auch unter Namen Pain Killer erschien, an.[15] Dieses 19878 veröffentlichte Werk wurde in den legendären Manor Studios in Oxford von von Rohr und von Arb produziert und innerhalb von sechs Tagen aufgenommen.[15] Zwar erhielt von Rohr den Goldenen Hammer als bester Sänger der Schweiz und Krokus wurde überdies als beste Rockband des Jahres in ihrem Heimatland gekürt, dennoch öffnete ein Auftritt von AC/DC im Volkshaus in Zürich allen Bandmitglieder die Augen, wie die Band zukünftig musikalisch agieren sollte.[15]

Daher räumte von Rohr freiwillig seinen Posten am Mikro, um zunächst mit Henry Fries, der allerdings aufgrund von Vertragsverpfichtungen wieder ausstieg, und schließlich – nach hartnäckigen Anwerbungsversuchen von von Rohr selbst – mit Marc Storace für einen Sänger mit mehr stimmlichem Volumen Platz zu machen.[15] Von Rohr wechselte dafür an den Bass und Jürg Naegeli kümmerte sich nachfolgend um den Sound der Band.[15] In dieser neuen Besetzung und der Integration des letzten fehlenden Puzzleteils im Krokus-Sound entstand schließlich unter der Produktion von Martin Pearson, von Rohr und von Arb das vierte, im Platinum One Studio in Zürich aufgenommene Studioalbum Metal Rendez-Vous – der internationale Durchbruch der Band.[16] Triple-Platin in der Schweiz und erste Konzertreisen nach Großbritannien und in die USA, inklusive der legendären «Percussion Battle» von von Rohr und Schlagzeuger Steady, folgten.[16] So wurden von Rohr und seine Bandmitstreiter quasi über Nacht zu international angesehenen und bekannten Rockstars.

Von Rohr beim Reading Festival 1980

Direkt im Anschluss an die Touraktivitäten ging die Band in den Roundhouse Studios in London zur Arbeit am fünften Studioalbum über, das wiederum von von Rohr und von Arb produziert wurde und schließlich 1981 unter dem Titel Hardware erschien.[17] Das Album konnte den Erfolg des Vorgängers fortführen und Goldstatus in der Schweiz erringen.[17] Lediglich die aufgrund der anhaltenden Drogenproblemen und Unzuverlässigkeit nicht mehr abzuwendende und unmittelbar nach der Albumveröffentlichung vollzogene Trennung von Leadgitarrist Kiefer, zeigte erste Risse im Bandgefüge, wenngleich der Aufstieg der Band weiterging.[18] Als Ersatz für die wiederum durch Europa und die USA führende Tour fungierte Mandy Meyer.[17]

Da Krokus und Meyer allerdings nach Abschluss der Tour bereits wieder getrennte Wege gingen, wurde kurzerhand Rhythmusgitarrist Mark Kohler in die Band integriert.[19] Diese Besetzung spielte schließlich unter der Produktion von Tony Platt, von Rohr und von Arb in den Battery Studios in London das sechste Studioalbum One Vice at a Time ein, das 1982 erschien und den Status von Krokus nicht nur festigen sondern ein weiteres Mal anheben sollte.[19] Dies zeigte sich nicht nur am Goldstatus, den das Album nicht nur in der Schweiz sondern erstmals auch in den USA und in Kanada erreichte, sondern auch in dem bis heute bestehenden Rekord, dass Krokus als erste und bisher einzige Band aus der Schweiz das Hallenstadion in Zürich ausverkaufen konnte.[19] Weitere ausgedehnte Konzertreisen durch Nordamerika und Europa folgten der Albumveröffentlichung.[19] Inmitten all dieser Termine mit Krokus fand von Rohr allerdings auch noch die Zeit, mit Night Fighting, dem zweiten Studioalbum der Steve Whitney Band, sein erstes Album alleinig und hauptamtlich zu produzieren.[20]

Doch innerhalb von Krokus rissen die Besetzungswechsel nicht ab: Schlagzeuger Freddy Steady wurde entlassen und durch Steve Pace ersetzt.[19] Was folgte, war dennoch nicht weniger als der Höhepunkt der Bandkarriere: das siebte, von Tom Allom im Bee Jay Studio in Orlando aufgenommene und 1983 veröffentlichte Studioalbum Headhunter. Dieses Werk strich erst- und einmalig Platin in den USA und Kanada sowie überdies Gold in der Schweiz ein.[21] Den Erfolgen des Albums entsprechend wurde die Band nachfolgend als Special Guest auch auf die zweitgrößte US-Tour des Jahres eingeladen: die Pyromania Tour der insbesondere in den USA aufstrebenden britischen Rockband Def Leppard mit Gary Moore im Vorprogramm.[21] In dieser Zeit wurden von Rohr und seine Bandkameraden auch zu Ehrenbürgern des US-amerikanischen Bundesstaates Tennessee ernannt.[22] Doch obgleich oder gerade wegen der Erfolgswelle auf der die Band zu dieser Zeit schwebte, sollten in den nächsten Monaten zwei schwerwiegende Negativerlebnisse auf die Band zukommen: Zum einen wurde Krokus wegen mehrerer Fehltritte von Sänger Marc Storace und Bandmanager Butch Stone von der Pyromania Tour ausgeschlossen – die Band beendete schließlich ihre Nordamerikatour im Vorprogramm von Judas Priest – und zum anderen überschlugen sich die Ereignisse hinsichtlich der Besetzungswechsel, indem zunächst Rhythmusgitarrist Mark Kohler entlassen und durch Patrick Mason ersetzt wurde und schließlich auch das letzte verbliebene Gründungsmitglied, nämlich von Rohr selbst vor die Tür gesetzt wurde, weil er in der schweizerischen Tageszeitung Blick offen über erlebte Tourexzesse berichtete und sich gegen Manager Stone auflehnte.[23]

Gezwungene Umorientierungen: Aktivitäten als Musikproduzent, Buchautor und Solokünstler (1983–1987)[Bearbeiten]

Durch die Entlassung bei Krokus wurde Chris von Rohr auf einen Schlag zum Einzelkämpfer. Während dieser Zeit trat der geschasste Bandgründer und Bassist dann durch sehr vielfältige Beschäftigungen in Erscheinung: Zum einen übernahm er 1985 die Produktion des ersten und einzigen Studioalbums der schweizerischen Band Headhunter – ebenfalls Headhunter betitelt.[24] Neben seiner ersten hauptamtlichen Produktion, begann von Rohr außerdem, an seinem ersten Buch, das 1991 unter dem Titel Hunde wollt ihr ewig rocken erschien, zu schreiben, um, wie er selbst sagt, diese wahnsinnigen Erlebnisse rund um Krokus zu verdauen und zu verarbeiten.[25] Darüber hinaus präsentierte von Rohr der Musikwelt 1987 sein erstes und bis dato einziges Soloalbum Hammer and Tongue.[26]

Die kurze Rückkehr zu Krokus (1987–1989)[Bearbeiten]

Nach der Veröffentlichung seines Soloalbums kehrte von Rohr 1987 wieder zu Krokus zurück, da es sich schlicht und einfach für alle Beteiligten als die beste Lösung herausstellte.[27] Zusammen Marc Storace, Fernando von Arb, Mark Kohler und dem von ihm aus seinem Soloprojekt gleich mitgebrachten Schlagzeuger Dani Crivelli nahm die Band in Jürg Naegelis Pink Tonstudio in Zuchwil unter der Produktionsleitung von von Rohr und von Arb ihr zehntes Studioalbum auf, das schließlich 1988 unter dem Titel Heart Attack erschien.[28] Das Album, das mit Platz 5 für von Rohr die erste Platzierung mit Krokus in den schweizerischen Albumcharts bedeutete, war eine Stilkorrektur zurück zum Hard Rock, der die Band Anfang der 80er ins Rampenlicht katapultierte und weg von der seichten Pop Metal-Ausrichtung, die die Band auf dem Vorgängeralbum Change of Address präsentierte.[28] Doch nach weiteren Konzertreisen durch Europa und die USA merkten alle Beteiligten bald, dass das Feeling von einst nicht so leicht wiederherzustellen war und nachdem Marc Storace und Fernando von Arb aufgrund von Managementproblemen und Übermüdungserscheinungen das Handtuch geworfen hatten, löste sich Krokus 1989 das erste Mal in der Bandgeschichte auf.[28]

Vielseitige Beschäftigungen als Musiker, Journalist und Radiomoderator (1989 - 1991)[Bearbeiten]

Nach der Auflösung von Krokus war Chris von Rohr unter dem Pseudonym J. LaCross an der Produktion von The Heavy’s erstem Studioalbum Metal Marathon beteiligt. Dieses Werk stellt eine Ansammlung gecoverter Rock- und Metalklassiker dar, die jeweils verkürzt gespielt zu Medleys zusammengefügt wurden.[29] Anschließend gründete von Rohr wiederum zusammen mit Peter Tanner sowie mit Leadgitarrist Many Maurer, Rhythmusgitarrist Tony Castell und Schlagzeuger Peter Haas die Band Grand Slam.[30] Mit dieser Formation tourte er – v.a. sein Solomaterial spielend – bis zu seinem Ausstieg Ende 1989 durch Deutschland, Österreich und Ungarn.[30] Währenddessen betätigte sich von Rohr außerdem bereits als Radiomoderator bei den Radiosendern Radio 24, einem Regionalsender aus Zürich, und Radio 32, einem Regionalsender aus Solothurn.[31] Er moderierte u.a. die Sendung Volles Rohr.[32] Darüber hinaus schrieb er Artikel für verschiedene Musikzeitschriften.[31]

Der erste Bestseller und große Erfolge als Entdecker, Coach und Produzent von Gotthard (1991 - 2002)[Bearbeiten]

Von Rohr als Produzent von Gotthard

Im Jahre 1991 veröffentlichte von Rohr schließlich auch sein bereits nach der Entlassung bei Krokus begonnenes, erstes Buch, die Autobiographie Hunde wollt ihr ewig rocken, die dem Leser einen direkten, ehrlichen, unverfälschten Einblick auf die Kindheit und Jugend des Musikers sowie hinter die Kulissen des Rockstardaseins während seiner Zeit mit Krokus bietet.[33] Das literarische Werk, in dem der Autor die Hochs und Tiefs seiner Karriere mit eigenen Worten verarbeitet, avancierte nachfolgend nicht nur bei Rock- und Metalfans zu einem Kultbuch und Bestseller. Im selben Jahr begann Chris von Rohr überdies seine Zusammenarbeit mit der schweizerischen Hard-Rock-Band Gotthard, die über eine Offerte von deren Bandmanager Marco Antognini zustande kam.[34] Diese Kooperation deutete schon zu Anfang eine Erfolgsgeschichte für beide Seiten an, denn bereits das erste, im Jahre 1992 veröffentlichte, selbstbetitelte Studioalbum Gotthard konnte mit Platz 5 eine beachtliche Chartplatzierung in der schweizerischen Charts erringen.[35] Ein Jahr später kümmerte sich von Rohr nebst seinen Aufgaben bei Gotthard auch um die Wiederveröffentlichung seines 1987 erschienenen Soloalbums Hammer and Tongue, das diesmal allerdings unter dem Titel The Good, The Bad and The Dög inklusive des Bonustracks «See You Walking» neu aufgelegt wurde.[36] Im Anschluss fokussierte von Rohr seine Arbeit allerdings wieder ganz auf Gotthard und was folgte, war, trotz oder gerade wegen dauerhaften internen Spannungen, zumindest in der Schweiz ein einziger musikalischer Triumphzug, denn sämtliche nachfolgenden, von von Rohr produzierten Studio- und Livealben der Band, also Dial Hard von 1994, G. von 1996, D-Frosted von 1997 und Open von 1999 erreichten Platz 1 in den schweizerischen Albumcharts.[35] Darüber hinaus konnten sich auch diverse Singles in den Charts der Alpenrepublik platzieren.[37]

Von Rohr als Juror bei MusicStar

Danach beteiligte sich von Rohr auch an der Entstehung des im Januar 2000 veröffentlichten, neunten Studioalbums Härzbluet von Polo Hofer und die SchmetterBand, einer schweizerischen Mundart-Band. Während er die Songs «Es saftigs Müntschi» und «Bärner» sowohl kompositorisch als auch als Produzent mitgestaltete, initiierte von Rohr für den ebenfalls von ihm produzierten Song «Who's gonna shoe your pretty little foot» ein Duett von Polo Hofer mit dem US-amerikanischen Bluesmusiker Willy DeVille. Diesem kurzen Abstecher zur Mundart folgte ein sehr bedeutsames privates Glück des erfolgreichen Musikers und Produzenten: die Geburt seiner Tochter Jewel im Jahre 2001. Dennoch gönnte sich von Rohr keine Pause – im Gegenteil: Mit dem Studioalbum Homerun von 2001, inklusive der Nummer-1-Single «Heaven», und der Kompilation One Life One Soul: Best of Ballads von 2002 produzierte er noch zwei weitere Werke von Gotthard, die wiederum auf Platz 1 der schweizerischen Albumcharts landeten.[35] Doch trotz der erfolgreichen gemeinsamen Zeit trennten sich anno 2002 nach elf für beide Seiten nicht immer einfachen Jahren die Wege von Band und Mentor von Rohr.

Der zweite Bestseller, «Meh Dräck» und darüber hinaus weiterhin vielseitig beschäftigt (2002 - 2008)[Bearbeiten]

Von Rohr in seiner TV-Show Black'n'Blond

Nach der Trennung mit Gotthard folgte für von Rohr hinsichtlich seiner Aktivitäten wieder eine sehr vielseitige Phase. Während er an seinem zweiten Buch schrieb, wirkte er als Co-Produzent an Trybguet, dem im Februar 2003 veröffentlichten, fünften Studioalbum der schweizerischen Mundartband Patent Ochsner, mit.[38] Auch dieses Werk stieg auf Platz 1 der schweizerischen Albumcharts.[39] Im November 2003 erschien schließlich von Rohrs zweites literarisches Werk Bananenflanke, der zweite Teil seiner Autobiographie, der sich ebenso wie der Vorgänger schnell zum Bestseller entwickelte.[40] Darüber hinaus wurde ebendieser Vorgänger, sein erstes Buch Hunde wollt ihr ewig rocken, als 5CD-Hörbuch auf den Markt gebracht.[31] Ebenfalls im November 2003 startete von Rohr seine TV-Karriere, indem er als Juror in der auf SF zwei gesendeten ersten Staffel der Castingshow MusicStar zu sehen war.[41]

Während dieser Zeit entstand auch die im Februar 2004 veröffentlichte Dokumentation Krokus: As Long as We Live, die die turbulente Geschichte von Krokus durch das Zu-Wort-Kommen verschiedenster Beteiligter informativ und multiperspektivisch behandelt.[42] Die Entstehung diese Films förderte letztlich auch die Annäherung von Chris von Rohr und Fernando von Arb – die Initialzündung der späteren Rückkehr der Urformation von Krokus.[43] Weitere Popularität erntete von Rohr durch seinen Slogan «Meh Dräck», den er während einer Folge von MusicStar äußerte, um den dort auftretenden Kandidaten von ihrem künstlichen Auftreten abzuraten.[44] Der Kultstatus, der sich um seinen Ausspruch entwickelte, bewog von Rohr schließlich dazu, auch einen Song mit demselben Titel zu schreiben. Dieser wurde letztlich auch als Single mit demselben Titel Meh Dräck! veröffentlicht und erreichte Platz 14 der schweizerischen Singlecharts.[45] Darüber hinaus wurde «Meh Dräck» schlussendlich sogar zum Wort des Jahres 2004 in der Schweiz gewählt.[44] Von Dezember 2004 bis Februar 2005 trat von Rohr in der zweiten Staffel der Castingshow MusicStar wiederum als Juror in Erscheinung.[41] Unterdessen produzierte er auch das live aufgenommene Akustikalbum der Band Lovebugs, das ebenfalls auf Platz 1 der schweizerischen Albumcharts kletterte.[46]

Von Rohr mit Tochter Jewel 2007

Nach Abschluss der zweiten Staffel verließ von Rohr schließlich MusicStar, um zunächst wieder als Radiomoderator zu arbeiten. Mit der Sendung VollRohr – Rock’n’Talk war er von Mai 2005 bis Juni 2006 auf diversen Radiosendern in der Schweiz zu hören.[47] Ab 2005 begann von Rohr zudem – sich mit Peter Bichsel, Peter Scholl-Latour und Helmut Hubacher abwechselnd – jeden Monat die Kolumne Notabene für die Schweizer Illustrierte zu schreiben.[48] Unterdessen startete er im Oktober 2005 zusätzlich zusammen mit Roman Kilchsperger auf SF zwei die Late-Night-TV-Show Black’n’Blond.[49] Dabei erregte von Rohr bereits in der ersten Sendung die Aufmerksamkeit der schweizerischen Fernsehzuschauer, indem er sein bloßes Hinterteil in die Kamera reckte.[49] Da die Verantwortlichen des Schweizer Fernsehens allerdings von der nachfolgenden Entwicklung der Show nicht überzeugt waren, wurde Black’n’Blond im September 2006 wieder abgesetzt.[50] Doch von Rohrs Abwesenheit im TV währte nur kurz, da er von Oktober bis Dezember 2006 als Juror in der einmalig produzierten, beim schweizerischen Fernsehsender 3+ ausgestrahlten Castingshow Superstar zu sehen war.[51]

Im Dezember 2007 kam dann schließlich trotz der damals noch aktiven Besetzung um Marc Storace verstärkt Bewegung in die Wiederbelebung der Urformation von Krokus, als die Band in der Besetzung Storace, von Arb, von Rohr und Steady in der schweizerischen Fernsehshow Die grössten Schweizer Hits auftrat, um einen Diamant-Award für über eine Million verkaufter Tonträger in der Schweiz in Empfang zu nehmen.[52] Im Anschluss wurde auf der bandeigenen Webseite eine künstlerische Pause von Krokus proklamiert.[52]

Von Rohr im Stade de Suisse in Bern 2008

Die kraftvolle Rückkehr der Urformation von Krokus und der dritte Bestseller (2008 bis heute)[Bearbeiten]

Während der künstlerischen Pause formierte sich Krokus in demselben Line-Up, dass Ende 2007 in der Fernsehshow Die grössten Schweizer Hits auftrat, also mit Frontmann Storace, Gitarrist von Arb, Bassist von Rohr und Schlagzeuger Steady.[53] Als kurz darauf auch noch die Rückkehr von Rhythmusgitarrist Mark Kohler verkündet wurde, wies die Besetzung genau dieselben Mitglieder auf, die 1982 das Album One Vice at a Time einspielte.[54] Nachfolgend spielte die Urformation Krokus im Stade de Suisse in Bern ein vielumjubeltes Reunionkonzert, ehe man mit «Live for the Action» die Hymne zur 2009 in der Schweiz veranstalteten Eishockeyweltmeisterschaft beisteuerte.[52] Nachfolgend entstand schließlich das von von Rohr selbst hauptsächlich im House of Audio in Winterbach produzierte, sechzehnte Studioalbum Hoodoo, das im Februar 2010 veröffentlicht wurde. Das Album stieg als zweites Album von Krokus überhaupt auf Platz 1 der schweizerischen Albumcharts und bescherte der Band letztlich Platinstatus in ihrer Heimat.[55] Im Anschluss spielte die Band bis Dezember 2010 zahlreiche Festivalauftritte und ein paar Headlinerkonzerte in Europa.[56] Unterdessen war von Rohr selbst aber auch wieder im Fernsehen zu begutachten, da er seit Juli 2010 als Profiler in der auf 3sat gezeigten Sendung Tonspur – Der Soundtrack meines Lebens engagiert ist.[57]

Von Rohr in den Abbey Road Studios 2012

Bevor die Vorbereitungen auf ein neues Album von Krokus in Angriff genommen wurden, veröffentlichte Chris von Rohr im Oktober 2011 sein drittes Buch Sternenstaub, das einige der für die Schweizer Illustrierte geschriebenen Kolumnen des inzwischen zum erfolgreichsten Rockmusiker und -produzent der Schweiz aufgestiegenen Multitalents enthält.[58] Das literarische Werk schaffte sogar den Sprung auf Platz 9 der schweizerischen Belletristikcharts und entwickelte sich daher auch wie seine beiden Autobiographien Hunde wollt ihr ewig rocken und Bananenflanke zu einem Bestseller. Nachdem von Rohr an 2012, dem Debütalbum der schweizerischen Hard-Rock-Band Fox, als leitender Produzent mitgewirkt hatte, begann er mit Krokus – wiederum auch als Produzent – im Herbst 2012 in den berühmten Abbey Road Studios in London mit den Aufnahmen zum siebzehnten Studioalbum Dirty Dynamite, das schließlich im Februar 2013 erschien.[59] Das Werk, bei dem auch der inzwischen fest angestellte dritte Gitarrist Mandy Meyer mit von der Partie war, erklomm sogleich, wie schon der Vorgänger Hoodoo, Platz 1 in den schweizerischen Albumcharts, bevor es ebenfalls Platinstatus in der Alpenrepublik erreichte.[60] Nachfolgend nahm Krokus einige Headlinerkonzerte in der Schweiz wahr, bei denen Flavio Mezzodi als neuer fester Schlagzeuger präsentiert wurde.[61] Im Sommer 2013 war die Band dann auf mehreren Festivals in Europa zu sehen.[56]

Diskografie als Musiker[Bearbeiten]

Chris von Rohr in London im Herbst 2012

Krokus[Bearbeiten]

Studioalben

EPs

Singles

  • 1977: Highway Song
  • 1978: Susie
  • 1979: Bedside Radio
  • 1979: Tokyo Nights
  • 1980: Heatstrokes
  • 1981: Rock City
  • 1981: Winning Man
  • 1981: Smelly Nelly
  • 1982: American Woman
  • 1982: Bad Boys, Rag Dolls
  • 1982: Long Stick Goes Boom
  • 1983: Screaming in the Night
  • 1983: Stayed Awake All Night
  • 1983: Eat the Rich
  • 1988: Everybody Rocks
  • 1988: Let It Go
  • 1988: Wild Love
  • 2010: Hoodoo Woman
  • 2010: Too Hot
  • 2013: Dirty Dynamite
  • 2013: Go Baby Go
  • 2013: Dög Song

Chris von Rohr[Bearbeiten]

Studioalben

  • 1987: Hammer and Tongue (1993 unter dem Namen The Good, the Bad and the Dög wiederveröffentlicht)

Singles

  • 2004: Meh Dräck!

Diskografie als Produzent[Bearbeiten]

Krokus[Bearbeiten]

Studioalben

EPs

Singles

  • 1978: Susie (zusammen mit Fernando von Arb)
  • 1979: Bedside Radio (zusammen mit Martin Pearson und Fernando von Arb)
  • 1979: Tokyo Nights (zusammen mit Martin Pearson und Fernando von Arb)
  • 1980: Heatstrokes (zusammen mit Martin Pearson und Fernando von Arb)
  • 1981: Rock City (zusammen mit Fernando von Arb)
  • 1981: Winning Man (zusammen mit Fernando von Arb)
  • 1981: Smelly Nelly (zusammen mit Fernando von Arb)
  • 1982: American Woman (zusammen mit Tony Platt und Fernando von Arb)
  • 1982: Bad Boys, Rag Dolls (zusammen mit Tony Platt und Fernando von Arb)
  • 1982: Long Stick Goes Boom (zusammen mit Tony Platt und Fernando von Arb)
  • 1988: Everybody Rocks (zusammen mit Fernando von Arb)
  • 1988: Let It Go (zusammen mit Fernando von Arb)
  • 1988: Wild Love (zusammen mit Fernando von Arb)
  • 2010: Hoodoo Woman
  • 2010: Too Hot
  • 2013: Dirty Dynamite
  • 2013: Go Baby Go
  • 2013: Dög Song

Steve Whitney Band[Bearbeiten]

  • 1982: Night Fighting

Headhunter[Bearbeiten]

  • 1985: Headhunter

Chris von Rohr[Bearbeiten]

Studioalben

  • 1987: Hammer and Tongue (1993 unter dem Namen The Good, the Bad and the Dög wiederveröffentlicht)

Singles

  • 2004: Meh Dräck!

The Heavy’s (unter dem Pseudonym J. LaCross)[Bearbeiten]

Studioalben

  • 1989: Metal Marathon

Kompilationen

  • 2008: Mega Metal Marathon

Singles

  • 1989: Metal Marathon

Gotthard[Bearbeiten]

Studioalben

  • 1992: Gotthard
  • 1994: Dial Hard
  • 1996: G.
  • 1999: Open
  • 2001: Homerun

Livealben

  • 1997: D-Frosted

Kompilationen

  • 2002: One Life One Soul: Best of Ballads

Singles

  • 1992: All I Care For
  • 1992: Hush
  • 1992: Firedance
  • 1993: Mountain Mama
  • 1994: I’m on My Way
  • 1994: Travellin’ Man
  • 1995: Father Is That Enough
  • 1996: One Life, One Soul
  • 1996: He Ain’t Heavy, He’s My Brother
  • 1997: One Life, One Soul (Live) (Split-Single mit Montserrat Caballé)
  • 1997: Fight for Your Life
  • 1997: Love Soul Matter
  • 1997: Someday
  • 1998: Let It Rain
  • 1999: Blackberry Way
  • 1999: Merry X-Mas
  • 1999: You
  • 2000: Heaven
  • 2001: Homerun

Polo Hofer und die SchmetterBand[Bearbeiten]

  • 2000: Härzbluet (zusammen mit Polo Hofer, Eric Merz, Hans-Peter Brüggemann, Martin Diem und Remo Kessler)

Patent Ochsner[Bearbeiten]

Studioalben

  • 2003: Trybguet (zusammen mit Patent Ochnser)

Singles

  • 2002: Brandstifter (zusammen mit Patent Ochnser)
  • 2002: Trybguet (zusammen mit Patent Ochnser)

Lovebugs[Bearbeiten]

  • 2005: Naked

Fox[Bearbeiten]

  • 2012 (zusammen mit Mark Fox)

Bücher[Bearbeiten]

Von Rohrs Autobiographien: Hunde wollt ihr ewig rocken (1991) und Bananenflanke (2003)
  • Chris von Rohr: Hunde wollt ihr ewig rocken. Mein Trip durch den Rockdschungel, Steinblatt-Verlag, Lugano 1991 (auch als 5CD-Hörbuch erschienen).
  • Chris von Rohr: Bananenflanke. Neue Geschichten aus dem Rock-Dschungel, Steinblatt-Verlag, Biel 2003.
  • Chris von Rohr: Sternenstaub. Die besten Kolumnen. Giger Verlag, Altendorf 2011.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Chris von Rohr: Hunde wollt ihr ewig rocken: Mein Trip durch den Rockdschungel, 1991, S. 34, 40.
  2. Chris von Rohr: Hunde wollt ihr ewig rocken: Mein Trip durch den Rockdschungel, 1991, S. 47–48.
  3. Chris von Rohr: Hunde wollt ihr ewig rocken: Mein Trip durch den Rockdschungel, 1991, S. 50, 53–54, 55.
  4. Chris von Rohr: Hunde wollt ihr ewig rocken: Mein Trip durch den Rockdschungel, 1991, S. 56.
  5. Chris von Rohr: Hunde wollt ihr ewig rocken: Mein Trip durch den Rockdschungel, 1991, S. 70, 74.
  6. Chris von Rohr: Hunde wollt ihr ewig rocken: Mein Trip durch den Rockdschungel, 1991, S. 74, 80–81, 83.
  7. Chris von Rohr: Hunde wollt ihr ewig rocken: Mein Trip durch den Rockdschungel, 1991, S. 80.
  8. Chris von Rohr: Hunde wollt ihr ewig rocken: Mein Trip durch den Rockdschungel, 1991, S. 92, 100.
  9. Chris von Rohr: Hunde wollt ihr ewig rocken: Mein Trip durch den Rockdschungel, 1991, S. 105.
  10. Chris von Rohr: Hunde wollt ihr ewig rocken: Mein Trip durch den Rockdschungel, 1991, S. 111.
  11. a b krokusonline.seven49.net – Chronological – Krokus (First). Zuletzt abgerufen am 7. August 2013.
  12. krokusonline.seven49.net – Chronological – To You All. Zuletzt abgerufen am 7. August 2013.
  13. Chris von Rohr: Hunde wollt ihr ewig rocken: Mein Trip durch den Rockdschungel, 1991, S. 125.
  14. Chris von Rohr: Hunde wollt ihr ewig rocken: Mein Trip durch den Rockdschungel, 1991, S. 129, 131.
  15. a b c d e krokusonline.seven49.net – Chronological – Painkiller. Zuletzt abgerufen am 7. August 2013.
  16. a b krokusonline.seven49.net – Chronological – Metal Rendez-Vous. Zuletzt abgerufen am 7. August 2013.
  17. a b c krokusonline.seven49.net – Chronological – Hardware. Zuletzt abgerufen am 7. August 2013.
  18. Chris von Rohr: Hunde wollt ihr ewig rocken: Mein Trip durch den Rockdschungel, 1991, S. 192–193.
  19. a b c d e krokusonline.seven49.net – Chronological – One Vice at a Time. Zuletzt abgerufen am 7. August 2013.
  20. mikiwiki.org – Steve Whitney Band. Abgerufen am 11. August 2013.
  21. a b krokusonline.seven49.net – Chronological – Headhunter. Zuletzt abgerufen am 7. August 2013.
  22. sokultur.ch – Chris von Rohr. Abgerufen am 8. August 2013.
  23. Chris von Rohr: Hunde wollt ihr ewig rocken: Mein Trip durch den Rockdschungel, 1991, S. 368, 379–380, 392, 398.
  24. metal-archives.com – Headhunter (Switzerland). Abgerufen am 8. August 2013.
  25. Chris von Rohr: Hunde wollt ihr ewig rocken: Mein Trip durch den Rockdschungel, 1991, S. 405.
  26. chrisvonrohr.ch – Music. Abgerufen am 8. August 2013.
  27. krokusonline.seven49.net – Press – Heart Attack. Abgerufen am 8. August 2013.
  28. a b c krokusonline.seven49.net – Chronological – Heart Attack. Zuletzt abgerufen am 8. August 2013.
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