Christentum in Pakistan

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Römisch-katholische Sankt-Patricks-Kathedrale in Karatschi

Das Christentum in Pakistan ist nach den Hindus die zweitgrößte religiöse Minderheit. Der Islam ist in Pakistan Staatsreligion, und seit dem Putsch Zia-ul-Haqs 1977 herrschen strenge islamistische Gesetze, welche oft gegen Christen angewendet werden.

Von etwa 162 Millionen Pakistanern sind 96,1 % Muslime. Die 2,4 bis 3 Millionen Christen machen knapp 2 % der Bevölkerung aus. Davon sind etwa 1 Mio. Katholiken.[1] [2]

Die größte Kirche des Landes, die St. Patrick-Kathedrale, befindet sich in Karatschi. In Lahore befindet sich die Auferstehungs-Kathedrale. In Karatschi lebt eine aus Goa entstammende christliche Minderheitengruppe.

Christenverfolgung[Bearbeiten]

Kirche in der Hauptstadt Islamabad

Besonders seit den 1990ern wurden Christen wegen angeblicher Blasphemie verhaftet. Laut dem Daily Telegraph wurden in Faisalabad Kirchen zerstört. Im Jahre 2005 gab es Bombendrohungen.

Die Christen in Pakistan werden nach dem Tod von Benazir Bhutto wieder zunehmend verfolgt; es erfolgen immer wieder Massaker an der christlichen Bevölkerung.[3] Bei einem Brandanschlag von mehreren hundert Mitgliedern einer islamistischen Gruppe auf die Christengemeinde in der Provinz Punjab waren am 1. August 2009 mindestens acht Menschen getötet worden.[4] Über 70 Häuser und zwei Kirchen wurden zerstört.[5] Grund für die Übergriffe von Islamisten ist das geltende Blasphemie-Gesetz sowie die hudud-Verordnungen (Hadd-Strafe).[6]

Nach Absage einer Koranverbrennung in den USA durch Terry Jones griffen Demonstranten eine Kirche in Daska und drei Kirchen in Narowal (Bezirk Punjab) mit Steinwürfen an. Schon am Vortag war ein Christ von einem militanten Islamisten während einer Demonstration der Christen gegen die geplante Koranverbrennung angeschossen worden.[7]

Im November 2010 wurde erstmals in der Geschichte Pakistans eine Christin wegen Blasphemie zum Tode verurteilt. Die Angeklagte Asia Bibi soll Jesus mit Mohammed gleichgesetzt haben, dies behaupteten Frauen in ihrer Nachbarschaft. Bibi selbst bestreitet dies; das Gericht in Sheikhupura hat sie zum Tod am Galgen verurteilt.[8]

Bei einem Anschlag am 22. September 2013 in der Großstadt Peschawar wurden 78 Christen getötet und 130 verwundet. Es war die tödlichste Attacke auf die Minderheit der Christen in der Geschichte Pakistans.

Konfessionen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. The Catholic Church in the Islamic Republic of Pakistan (Source: The Catholic Church in Pakistan. Directory 2002), Pontificia Università Urbaniana, eingesehen am 4. August 2009
  2. Ö1-Radiokolleg 26. Februar 2012, Christenverfolgung in Pakistan
  3. „Christ sein in Pakistan“, dr/kna, 4. August 2009
  4. „Acht Christen in Pakistan ermordet“, Kirche in Not, 4. August 2009
  5. „Islamisten verbrannten in Punjab Christen bei lebendigem Leib“, kathpress, 3. August 2009
  6. Kirche in Not: Länderbericht Pakistan, Kirche in Not, eingesehen am 4. August 2009
  7. Churches attacked and one Christian shot at in wake of Koran Burning protests in Pakistan. In: Pakistan Christian Post. 11. September 2010, archiviert vom Original am 11. September 2010, abgerufen am 11. September 2010 (englisch): „The demonstrators against Pastor Terry Jones on his announcement to observe “Burn a Koran Day” on September 11, 2010, stoned a Church in Daska and three Churches in Narowal district of Punjab province of Pakistan on September 10, 2010, when Pastor Terry have already called off his “International Burn a Koran Day”“
  8. Gotteslästerung in Pakistan: Christin soll am Galgen sterben Spiegel Online, eingesehen am 11. November 2010