Christentum in Syrien

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Das Christentum in Syrien hat eine sehr lange Tradition und ist bereits seit der Entstehungszeit des Christentums im vorderasiatischen Land präsent, heute bilden Christen in Syrien eine kleine Minderheit gegenüber den Muslimen.

Bis zur Islamisierung des Landes im 7. Jahrhundert war Syrien mehrheitlich christlich. Es ist heute nach Religion und Kultur ein mehrheitlich sunnitisch-muslimisches Land, wird aber von der alawitischen Minderheit regiert. Die syrischen Christen, die auch Aramäer, Assyrer oder auch Chaldo-Assyrer genannt werden und syrisch-aramäisch sprechen, gehören einer Vielzahl unterschiedlicher Kirchen an.[1]

Die syrische Verfassung garantiert nominell die Religionsfreiheit, das Amt des Staatspräsidenten ist jedoch ausschließlich den Muslimen vorbehalten. Dennoch zeigt sich das marxistisch beeinflusste syrische Regime unter der Baath-Partei, die über ein offiziell sozialistisch-volksrepublikanisches System herrscht, als außerordentlich tolerant gegenüber religiösen Minderheiten, einschließlich der Christen und Juden. Christliche Kirchen sind anerkannt und kaum einem so gesellschaftlichen Druck wie früher ausgesetzt. Auch ein Gründungsmitglied der Baath-Partei, Michel Aflaq, war Christ. Seit den späten 1960er Jahren gewinnt der konservative und strenger ausgelegte Islam unter der Bevölkerung immer stärker an Einfluss. Salafitische und wahhabitische Tendenzen nehmen – mithilfe von „Missionaren“ aus Saudi-Arabien, welche weltweit den wahren Islam ausbreiten wollen – immer weiter zu. Zu diesen Gruppen zählen auch die syrischen Muslimbrüder. Dies war ein Grund für viele Christen, auszuwandern. Zahlreiche Christen verließen das Land, vor allem in Richtung des Amerikanischen Doppelkontinents. Viele syrische Christen wanderten nach Libanon, Schweden und in die USA aus. Noch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts stellten die Christen knapp 30 % der Bevölkerung,[2] ihr Anteil ist auf mittlerweile fast 8% geschrumpft.[3] Die Regierung ist dennoch bemüht, religiösen Fundamentalismus klein zu halten – mit teils drastischen Methoden wie 1982 in Hama, wo ein Aufstand der Muslimbruderschaft unter Einsatz der Luftwaffe niedergeschlagen wurde.[4]

Seit dem Bürgerkrieg in Syrien 2011 haben schätzungsweise 500.000 syrische Christen das Land verlassen müssen.[5] Bleibende sind Terror und Mord ausgesetzt.[6]

Demografie[Bearbeiten]

Überblick über die christlichen Konfessionsfamilien

Circa 10 % der Syrer sind Christen.[3] Diese leben im Raum Damaskus, Homs, Aleppo und traditionell in ihren Dörfern. Die Syrisch-Orthodoxe Kirche von Antiochien (Jakobiten) bildet mit 60 % den größten Teil der in Syrien lebenden Christen,[2] gefolgt von der Rum-Orthodoxen Kirche und der Melkitisch-Katholischen Kirche.[7] Der Rest verteilt sich auf die Assyrische Kirche des Ostens (Nestorianer), die Armenisch-Apostolische Kirche und die mit Rom unierte Syrisch-katholische Kirche.[8] Daneben gibt es noch sehr kleine verschiedene chaldäische, katholische und protestantische Minderheitengemeinden.

Siehe auch: Arabische Christen

Geschichte[Bearbeiten]

Die Vielzahl nebeneinander bestehender christlicher Konfessionen ist für Westeuropäer extrem unübersichtlich und die Folge innerchristlicher Machtkämpfe vom 4. Jahrhundert bis in die Neuzeit. Nur wenige Abspaltungen waren ethnisch bedingt, die Mehrzahl ergab sich aus für heutige Beobachter schwer nachvollziehbaren theologischen Differenzen und vor allem aus dem Machtanspruch der Römisch-Katholischen Kirche und ihres Oberhaupts, des Bischofs von Rom („Papst“), über die gesamte Ekklesia (weltweite Gemeinschaft der Christen) zu herrschen.

Die syrischen Christen gehören zu allen vier Konfessionsfamilien des Christentums:

„Hauptströmungs“- bzw. Reichskirche Abspaltung
Östliches Christentum (Byzantinisch-)Orthodoxe Kirchen („Griechen“), Zentrum: Konstantinopel Altorientalische Kirchen („Miaphysiten“) Kirchen der ostchristlichen Tradition in den Gebieten des früheren Byzantinischen (Oströmischen) Reichs oder den von dort aus christianisierten Ländern Ost- und Südosteuropas, des Nahen Ostens, Nord- und Ostafrikas, in der altkirchlichen Pentarchie die Gebiete der vier östlichen Patriarchate Konstantinopel, Alexandria, Antiochia und Jerusalem.
Westliches Christentum Lateinische Kirche (Römisch-Katholisch), Zentrum: Rom Protestantische Kirchen (Evangelische, Lutheraner, Reformierte, Anglikaner, u.v.a.) Kirchen westeuropäischer Tradition, die auf dem lateinisch- oder germanischsprachigen Gebiet des ehemaligen Weströmischen Reichs und des Patriarchen („Papst“) von Rom (Patriarchat des Westens) entstanden, d.h. v.a. die Römisch-Katholische Kirche und die aus ihr hervorgegangenen evangelischen/protestantischen Kirchen der europäischen Reformation.
Die seit römischer Zeit „offizielle“ Kirche blieb trotz heftiger Machtkämpfe zwischen den Patriarchen von Rom und Konstantinopel um die geistliche Oberherrschaft der Christenheit bis 1054 vereint. Die heterodoxen Kirchen Syriens wurden während der byzantinischen Herrschaft teilweise verfolgt und erst nach der arabisch-islamischen Eroberung den anderen christlichen Gemeinschaften gleichgestellt.

Hinzu kommen in Syrien vor allem die keiner Konfessionsfamilie zugehörigen, aber kulturell den altorientalischen Kirchen verwandten assyrischen („nestorianischen“) Kirchen.

Die Konfessionsfamilien entstanden durch Abspaltungen von der, Ausschluss aus der und Teilung der „offiziellen“ katholisch-orthodoxen Reichskirche:

  • Bereits 431 wurden beim Konzil von Ephesos die „Nestorianer“ durch die Reichskirche exkommuniziert. Sie vertraten die Ansicht, dass die göttliche und die menschliche Natur Christi zwei weitgehend getrennte Einheiten darstellen und Maria deshalb nicht als Gottesmutter, sondern nur als Mutter des menschlichen Jesus anzusehen sei. Die Nestorianer blieben mit dieser Ansicht -bis heute- in der Christenheit weitgehend allein und wurden anschließend von den staatlichen Autoritäten blutig verfolgt, sie konnten sich aber außerhalb der Reichsgrenzen in Persien und Mittelasien als Assyrische Kirche des Ostens etablieren. Ihr heutiges Verbreitungsgebiet ist der Irak, die südöstliche Türkei, Teile des Iran und eben Syrien.
  • Beim Konzil von Chalcedon 451 wurden die vor allem in den Patriarchaten von Alexandria (Ägypten) und Antiochia (Syrien) sehr starken Miaphysiten aus der Reichskirche ausgeschlossen, und zwar ungefähr wegen des genauen Gegenteils dessen, wofür 20 Jahre zuvor die Nestorianer gestraft wurden: sie sahen den göttlichen und den menschlichen Christus als nicht trennbare Einheit an, wobei die menschliche Natur hinter die göttliche zurücktritt. Die Reichskirche installierte gegen den Widerstand der Ortsgemeinden konzilstreue Bischöfe und Patriarchen, wodurch es zum ersten Mal zu rivalisierenden Ansprüchen auf die Patriarchenthrone von Antiochia und Alexandria kam, da die unterlegenen miaphysitischen („altorientalischen“) Strömungen weiterbestanden. Bis heute gehören u.a. die koptische (ägyptische), äthiopische, eritreische, syrische, indische und armenische Kirche zu dieser Konfessionsfamilie.
  • Weniger um theologische Differenzen, sondern mehr um den Anspruch um die Führung der Weltkirche ging es 1054 beim Auseinanderbrechen der Reichskirche in eine lateinisch-römisch und eine griechisch-byzantinisch dominierte Hälfte, dem (von Rom aus betrachtet) „Morgenländischen“ Schisma. Dieses nahm Rom zum Anlass, die vier östlichen Patriarchenthrone durch eigene, Rom als Oberherrn anerkennende, „lateinische“ Patriarchen zu besetzen. Da Rom in den meisten dieser Gebiete keinerlei politische Macht besaß, konnten diese Amtsträger Rom selten verlassen und residierten dort als weitgehend beschäftigungslose Titularbischöfe. Während der Kreuzzüge kam es allerdings vorübergehend zu umfangreichen Eroberungen orthodoxen Gebiets und zur tatsächlichen Machtübernahme der lateinischen Patriarchen, die mit dem Untergang der Kreuzfahrerstaaten aber wieder endete.
  • Umfangreiche theologische und politische Kritik an der römischen Kirche führte im 15./16. Jahrhundert in Mittel- und Nordeuropa zur Spaltung der westlichen Christenheit durch die Reformation, aus der zahlreiche meist dezentral organisierte lutherische, calvinistische, anglikanische und sonstige Kirchen hervorgingen.

Zu weiterer Zersplitterung im Bereich der byzantinisch-orthodoxen und der altorientalischen Kirchen führte ab der frühen Neuzeit die Politik der römisch-katholischen Kirche, parallel zu den einheimischen Kirchen (und ihren eigenen, meist wenig erfolgreichen, westchristlich-lateinischen Bistümern vor Ort) „katholische“ Kirchen einzurichten, die heute so genannten Rom-unierten Kirchen. Diese unterscheiden sich von ihren gleichnamigen selbständigen Ursprungskirchen praktisch nur in der Tatsache, dass sie den Bischof von Rom als Oberhaupt der gesamten Christenheit anerkennen.

Diese Spaltungspolitik wurde im gesamten ostchristlichen Raum durchgeführt und eben auch im Bereich der heute in Syrien vertretenen Kirchen.

Konfessionen[Bearbeiten]

In Syrien sind vor allem die verschiedenen das altkirchliche Patriarchat von Antiochia beanspruchenden Kirchen bzw. deren Abspaltungen vertreten. Durch die Einflussnahme Roms sind praktisch alle Kirchen in einen eigenständigen und einen rom-unierten Zweig gespalten.

Konfessions-/Traditionsfamilie Eigenständiger Zweig
Sitz
Oberhaupt
Rom-unierter Zweig
Sitz
Oberhaupt
Ritus Liturgiesprache Anmerkung
Byzantinisch-Orthodoxe Tradition Rum-Orthodoxe Kirche
Marienkathedrale, Damaskus
Patriarch Youhanna X. (seit 2012)
Melkitische Griechisch-Katholische Kirche (Melkiten, 1724)
Mariä-Entschlafens-Kathedrale, Damaskus
Patriarch Gregor III. Laham (seit 2000)
Byzantinischer Ritus Arabisch „Melkiten“ („Königstreue“) war nach dem Konzil von Chalcedon die Bezeichnung für die Vertreter der Konzilsentscheidung, also die Partei der Reichskirche. Nach der Abspaltung eines pro-römischen Zweigs werden heute nur noch diese „griechisch-katholischen“ Christen als „Melkiten“ bezeichnet. Der orthodoxe Teil gehört zur Weltgemeinschaft der Orthodoxie. Beide Kirchen erheben den Anspruch, rechtmäßige Inhaber des Patriarchentitels von Antiochia zu sein. Der katholische Zweig behauptet dies außerdem für die Patriarchenthrone von Alexandria und Jerusalem.
Altorientalische Tradition (Westsyrer) Syrisch-Orthodoxe Kirche („Jakobiten“)
Ephraimkloster, Saidnaya
Patriarch Ignatius Aphram II. Karim (seit 2014)
Syrisch-katholische Kirche (1662/1782)
Mariä-Verkündigungs-Kathedrale, Beirut
Patriarch Ignatius Joseph III. Younan (seit 2009)
Westsyrischer Ritus Syrisch Zur Syrisch-Orthodoxen Kirche gehören vier Erzdiözesen in Syrien sowie weitere im Irak, der Türkei (Tur Abdin), im Libanon, in Jerusalem, Europa, Nordamerika und Australien sowie die Malankara Syrisch-Orthodoxe Kirche in Südindien. Beide Kirchen erheben den Anspruch, rechtmäßige Inhaber des Patriarchentitels von Antiochia zu sein.
Altorientalische Tradition (Westsyrer) keine Syrisch-Maronitische Kirche (Maroniten)
Kloster Bkerke, Jounieh, Libanon
Patriarch Béchara Pierre Raï (seit 2011)
Westsyrischer Ritus Syrisch, Arabisch Die im 7. Jh. von der Syrisch-Orthodoxen Kirche abgespaltenen Maroniten unterstellten sich 1182 geschlossen der Oberherrschaft Roms, es gibt keinen nicht-romtreuen Zweig. Auch diese Gemeinschaft erhabt Anspruch auf den Patriarchentitel von Antiochia. Die Maroniten sind im Libanon die größte christliche Gemeinschaft.
Altorientalische Tradition (Armenier) Armenische Apostolische Kirche, Katholikat von Kilikien
Gregorkathedrale, Antelias, Libanon
Aram I. (seit 1995)
Armenisch-Katholische Kirche (1740), Patriarchat von Kilikien
Kloster Bzommar, Libanon
Nerses Bedros XIX. Tarmouni (seit 1999)
Armenischer Ritus Klassisches Armenisch Das vor allem durch die Armenische Diaspora getragene Armenische Christentum hat seit 1846 sogar auch einen protestantischen Zweig, die Armenisch-Evangelische Kirche mit Sitz in Jerewan und Beirut.
Lateinische (Römische) Tradition Lateinische Kirche, Apostolisches Vikariat Aleppo
Franz-von-Assisi-Kathedrale, Aleppo
Giuseppe Nazzaro (seit 2002)
Lateinischer Ritus Arabisch Das katholische Christentum ist in Syrien nicht nur durch die diversen rom-unierten Ostkirchen vertreten, sondern auch durch die „westliche“ römische Kirche selbst. Das Lateinische Patriarchat von Antiochia wurde 1964 aufgehoben und der römische Anspruch auf diesen Patriarchentitel zurückgenommen. Allerdings sehen sich drei rom-unierte Kirchen weiterhin als rechtmäßige Vertreter der Kirche von Antiochia.
Assyrische Kirche (Ostsyrer) Assyrische Kirche des Ostens, Bistum Syrien
Bischof Aprem Natniel
Chaldäisch-katholische Kirche, Bistum Aleppo
Bischof Antoine Audo
Ostsyrischer Ritus Syrisch, Arabisch Das auf das außerhalb der römischen Reichsgrenzen gelegene altchristliche Katholikat von Seleukia-Ktesiphon im damaligen Persien (heute Irak) zurückgehende ostsyrische „nestorianische“ Christentum gehört trotz theologischer Differenzen gemeinsam mit den Syrisch-Orthodoxen zu den Sprechern der aramäischen Sprachen.

Syrische Kirchen[Bearbeiten]

Eine besondere Gruppe stellen die Aramäer (auch Assyrer genannt), an denen die osmanischen Türken im Jahr 1915 Massaker begingen. Die aramäische Sprache, die Sprache Jesu und zugleich Kirchensprache der syrisch-orthodoxen, syrisch-katholischen, chaldäisch katholischen, syrisch-maronitischen und der Assyrischen Kirche des Ostens ist und die noch bis zum siebten Jahrhundert in ganz Vorderasien weit verbreitet war, weist heute noch etwa ca. 18.000 Sprecher in Syrien auf, weitere von ihnen leben im Irak und in der Diaspora. Große syrisch-orthodoxe Gemeinden trifft man im Nordosten Syriens. Im Ort Maalula, an einem Berghang des Antilibanon, wird Aramäisch als Muttersprache gesprochen; in diesem überwiegend christlichen Ort gibt es ein Kloster, das angeblich aus frühchristlicher Zeit stammt.[9] Gläubige der Assyrischen Kirche des Ostens, auch Apostolische Kirche des Ostens genannt, zählen etwa 30.000 und leben hauptsächlich entlang des Chabur im Nordosten.

Entlang des Chabur im Nordosten existiert auch die Chaldäisch-Katholische Kirche. Das Oberhaupt der Chaldäischen Katholiken ist Antoine Audo, Bischof von Aleppo in Nordsyrien. Rund 14.000 bekennen sich in Syrien zu dieser Konfession.

Hauptartikel: Aramäer in Syrien

Melkitische Griechisch-Katholische Kirche[Bearbeiten]

Die Melkitisch-Katholischen Kirche bildet eine der größten christlichen Gemeinschaften, die hauptsächlich im Landesinneren leben. Der Melkitische Patriarch von Antiochia, Gregor III. Laham, hat seinen Bischofssitz in Damaskus. Dem Patriarchen zugehörig sind die Erzeparchen Latakia, Aleppo, Bosra und Hauran und Homs.

Armenische Kirche[Bearbeiten]

Die wichtigste religiöse Konfession innerhalb der Christen sind die armenisch-apostolischen Christen, welche ethnisch hauptsächlich zu den Armeniern dazugezählt werden, und welche ebenfalls nach Massakern der Osmanen im Jahr 1915 nach Syrien eingewandert sind. Damals gehörte Syrien noch zum Osmanischen Reich.

Die Armenisch-apostolischen Christen stellen heute insgesamt 4% der Bevölkerung. Die Liturgie- und Kirchensprache ist Armenisch.[9]

Klöster, Burgen und Kirchen[Bearbeiten]

Ganz im Nordwesten Syriens weisen Ruinen von rund 700 frühbyzantinischen Siedlungen mit großen Kirchen- und Klosterbauten aus dem 4. bis zum 7. Jahrhundert auf eine einst blühende Kulturlandschaft und ein Zentrum der Gelehrsamkeit hin. Dieses heute verkarstete Kalksteinbergland heißt Land der toten Städte und gilt als eine Wiege des Christentums.

Ab 395 gehörte das Land zum oströmischen Reich. Die byzantinische Basilika des Simeonsklosters, arabisch Kalat Siman, 476 bis 490 erbaut, gehört zu den am besten erhaltenen Bauwerken der frühchristlichen Kunst. Hier wird an den Säulenheiligen Symeon Stylites den Älteren erinnert, der zu den christlichen Asketen gehörte und von 422 bis zu seinem Tod 459 betend, fastend und predigend auf einer Säule lebte.[8]

Die Araber, die 636 das Byzantinische Reich am Jarmuk besiegt hatten, eroberten das Land. Das Land wurde nach und nach arabisiert und islamisiert.[1]

Von 1098 bis 1268 gehörte der westliche Landesteil Syriens zum christlichen Kreuzritter-Fürstentum Antiochia. Der islamische Machthaber Saladin und seine Nachfolger unterhielten teils friedliche, teils kriegerische Beziehungen zu den christlichen Franken. Die Mamelucken eroberten 1291 schließlich die letzten fränkischen Besitzungen in Palästina und Syrien.[4] Mehr als ein Dutzend zum Teil gut erhaltener Burgen und Schlösser erinnern an die Zeit der Kreuzzüge. Am besten erhalten ist die mächtige Befestigungsanlage Crac des Chevaliers. Sie gilt als Urtyp der Ritterburg, weithin sichtbar auf einem Berg gelegen, mit trutzigen Mauern, hohen Wehrtürmen an jeder Ecke, einen nahezu unüberwindlichen Burggraben, großen Pfeilerhallen im Inneren der Anlage, mit Rittersälen, unterirdischen Gewölben und Geheimgängen, mit tiefen Brunnenschächten und tristen Kerkern. Selbst Saladins List reichte nicht aus, den Crac zu erobern. Das schmälerte keinesfalls den Ruhm als „edler Ritter“.[1]

Bekannte Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Das alte christliche Viertel von Jdeydeh, Aleppo

Belege[Bearbeiten]

  1. a b c Meyers Großes Länderlexikon. 2004, L, S. 660.
  2. a b Syria: Religions. In: LookLex encyclopaedia.
  3. a b Auswärtiges Amt: Länderinformationen über Syrien
  4. a b Meyers Großes Länderlexikon. 2004, L, S. 661.
  5. http://www.idea.de/detail/thema-des-tages/artikel/syrien-haben-christen-ohne-assad-keine-zukunft-1117.html
  6. http://www.spiegel.de/politik/ausland/aufstand-in-syrien-christen-fliehen-vor-radikalisierten-rebellen-a-845962.html
  7. Statistics by Diocese by Catholic Population. (englisch)
  8. a b Der Brockhaus in fünf Bänden, 2003, S. 4677.
  9. a b Meyers Großes Länderlexikon. 2004, L, S. 659.

Links[Bearbeiten]