Christian (Waldeck)

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Christian von Waldeck (* 25. Dezember 1585 in Eisenberg; † 31. Dezember 1637 in Waldeck) war Graf von Waldeck-Wildungen sowie kaiserlicher Kammerherr.

Leben[Bearbeiten]

Christian war Sohn des Grafen Josias I. von Waldeck-Eisenberg (1554–1588) und dessen Frau Marie von Barby (1563–1619), nachmals Gräfin von Erbach. Er war Vormund für seinen Neffen Simon Ludwig (1627–1631) und dessen Sohn Simon Philipp (1636–1637) in der Grafschaft Lippe.

„Er liebte Wissenschaft und Künste und war allen Gelehrten geneigt. Gottes Wort hat er herzlich geliebt und für Kirche, Schule und Hospitäler eifrig gesorgt,“ versprach auch, dass er eifrig bei der evangelischen Religion bleiben wolle. Aber dem Drängen der Geistlichkeit konnte er schließlich nicht widerstehen, und so gab er 1630 den Befehl, 'dass das Zauberlaster auszurotten die äußersten Mittel angewandt werden.' (Klettenberg, zitiert nach Eichler, S. 123)

Auf Christian folgte sein Sohn Philipp VII. als Graf von Waldeck zu Wildungen. Der jüngere Sohn Johann (1623–1668) wurde als Johann II. Graf von Waldeck zu Landau.

Hexenprozesse[Bearbeiten]

Graf Christian I. von Waldeck war verantwortlich für die besonders heftige Serie von Hexenprozessen in Wildungen, die 1629 begann. Sie forderte 29 Opfer bis 1632, darunter Elisabeth Kotzenberg, Ehefrau des gräflichen Waldeckschen Sekretärs und hainaschen Vogts Günther Samuel. Sie widerstand der Folter und starb am 3. Juli 1630 im Rathausgefängnis.

Ehe und Nachkommen[Bearbeiten]

Am 18. November 1604 heiratete er die Gräfin Elisabeth (1584–1661), Tochter des Grafen Johann VII. von Nassau-Siegen und dessen Gattin Magdalena von Waldeck-Wildungen. Aus der Ehe gingen 16 Kinder hervor:

  1. ∞ 1631 Graf Simon Ludwig zu Lippe
  2. ∞ 1641 Herzog Philipp Ludwig von Holstein-Wiesenburg
  • Philipp VII. von Waldeck-Wildungen (1613–1645) ∞ 1634 Gräfin Anna Katharina von Sayn-Wittgenstein
  • Christine (1614–1679) ∞ 1642 Graf Ernst von Sayn-Wittgenstein-Homburg
  • Dorothea (1616–1661) ∞ 1641 Graf Emich XIII. von Leiningen-Falkenburg
  • Agnes (1617–1651) ∞ 1650 Graf Johann Philipp III. von Leiningen-Dagsburg
  • Sibylle (1619–1678) ∞ 1643 Graf Friedrich Emich von Leiningen-Dagsburg
  • Johanna Agathe (1620–1636)
  • Gabriel (1621–1624)
  • Johann II. von Waldeck-Landau (1623–1680)
  1. ∞ 1644 Gräfin Alexandrine Marie von Vehlen-Meggen (Tochter von Alexander II. von Velen)
  2. ∞ 1655 Henriette Dorothea von Hessen-Darmstadt
  • Louisa (1624–1665) ∞ 1647 Freiherr Gerhard Ludwig von Effern

Literatur[Bearbeiten]

  • Karl Eichler: Die Wildunger Hexenprozesse. Geschichtsblätter für Waldeck und Pyrmont, Nr. 24, 1927, 103–126 (u.a. S. 104, 106, 111, 112)
  • Klettenberg, Waldeckischer Helden- und Regentensaal (um 1850, handschriftlich), zur Quelle vgl. Verein für hessische Geschichte und Landeskunde [1]