Christian Albrecht (Schleswig-Holstein-Gottorf)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Christian Albrecht von Schleswig-Holstein-Gottorf
Christian Albrecht von Schleswig-Holstein-Gottorf (Gemälde von Jürgen Ovens)

Christian Albrecht (* 3. Februarjul./ 13. Februar 1641greg. in Gottorf; † 27. Dezember 1694jul./ 6. Januar 1695greg. ebenda) war Fürstbischof von Lübeck zwischen 1655 und 1666 sowie Herzog der gottorfschen Anteile der Herzogtümer Schleswig und Holstein von 1659 bis 1695.

Leben[Bearbeiten]

Christian Albrecht war der fünfte Sohn von Herzog Friedrich III. von Schleswig-Holstein-Gottorf und Maria Elisabeth von Sachsen, Tochter von Johann Georg I. von Sachsen. Er trat sein Amt als Herzog 1659 an, als sein Vater Herzog Friedrich III. von Schleswig-Holstein-Gottorf in der vom dänischen König Friedrich III. belagerten Festung Tönning starb und er eilends an den Ort des Gefechts reisen musste. Von Kämpfen mit dem dänischen König war auch sein weiteres Leben geprägt. Auch die Ehe mit einer Tochter des dänischen Königs, die er in der Hoffnung auf Frieden geschlossen hatte, konnte daran nichts ändern. In Christian Albrechts Zeit verfestigte sich die von seinem Vater eingeleitete enge Bindung an Schweden, die Schutz gewährte, aber auch dazu führte, dass das Herzogtum in alle Konflikte Schwedens wie den Dänischen-Schwedischen Krieg oder den Nordischen Krieg hineingezogen wurde.

Am 5. Oktober 1665 gründete er die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel in Kiel, und setzte damit ältere Planungen um. Die Universität sollte vor allem dazu dienen, protestantische Pfarrer im Land auszubilden und die Verwaltung wieder mit gelehrten Bürgern besetzen zu können, die ihre Ausbildung im Herzogtum der Gottorfer genossen hatten.

Zeitweise, von 1675 bis 1679 sowie 1684 bis 1689, wurde der Gottorfsche Anteil an dem Herzogtum Schleswig von König Christian V. von Dänemark besetzt. In dieser Zeit lebte Christian Albrecht im Exil in Hamburg. Mit Hilfe des deutsch-römischen Kaisers und der europäischen Verbündeten konnte er es aber durchsetzen, dass der dänische König den Altonaer Vertrag unterschreiben musste, der Christian Albrecht wieder einsetzte. In Hamburg beteiligte er sich mit seinem Kapellmeister Johann Theile 1678 bei der Gründung der Oper am Gänsemarkt. Bis Jürgen Ovens aus Tönning 1678 starb, war er als Hofmaler im Dienst.

Die zwischenzeitlich geschleifte Festung Tönning ließ er ab 1692 wieder aufbauen. Auf Schloss Gottorf ließ er den noch von seinem Vater begonnenen Gottorfer Fürstengarten vollenden, der im 19. Jahrhundert verfiel und schließlich in Vergessenheit geriet. Er wurde ab 2001 teilweise wiederhergestellt und mit einem Neubau des Globushauses und einer Rekonstruktion des Globusses versehen, die 2005 eröffnet wurde.

Er selbst führte den Titel Christian Albrecht, von Gottes Gnaden Erbe zu Norwegen, postulirter Coadjutor des Stiffts Lübeck, Hertzog zu Schlesswig, Hollstein, Stormarn und der Dittmarschen, Graff zu Oldenburg und Dellmenhorst.

Nachkommen[Bearbeiten]

1667 heiratete er Friederike Amalie von Dänemark, eine Tochter von König Friedrich III. von Dänemark. Mit ihr hatte er folgende Kinder:

Nach seinem Tod wurde sein Sohn Friedrich IV. Herzog von Schleswig-Holstein-Gottorf.

Abstammung[Bearbeiten]

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Adolf I. (Schleswig-Holstein-Gottorf) (1526–1586)
Herzog von Schleswig-Holstein-Gottorf
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Johann Adolf (Schleswig-Holstein-Gottorf) (1575–1616)
Bischof, Herzog von Schleswig-Holstein-Gottorf
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Christine von Hessen (1543–1604)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Friedrich III. (Schleswig-Holstein-Gottorf) (1597–1659)
Herzog von Schleswig-Holstein-Gottorf
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Friedrich II. (Dänemark und Norwegen)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Augusta von Dänemark (1580–1639)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Sophie von Mecklenburg (1557–1631)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Christian Albrecht (Schleswig-Holstein-Gottorf)
Herzog von Schleswig-Holstein-Gottorf
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Christian I. (Sachsen) (1560–1591)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Johann Georg I. (Sachsen) (1585–1656)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Sophie von Brandenburg (1568–1622)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Maria Elisabeth von Sachsen (1610–1684)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Albrecht Friedrich (Preußen) (1553–1618)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Magdalena Sibylle von Preußen (1586–1659)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Marie Eleonore von Jülich-Kleve-Berg (1550–1608)
Herzogin von Preußen
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 


Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]


Vorgänger Amt Nachfolger
Friedrich III. Herzog von Schleswig-Holstein-Gottorf
1659–1695
Friedrich IV.
Johann X. Bischof von Lübeck
1655–1666
August Friedrich