Christian Boesch

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Christian Boesch (* 27. Juli 1941 in Wien) ist ein österreichischer Opernsänger.

Leben[Bearbeiten]

Christian Boesch ist der Sohn der Sopranistin und Kammersängerin Ruthilde Boesch, die ihn auch im Gesang unterrichtete, und A.E. Boesch. Sein Bruder ist der Schriftsteller Wolfgang Boesch. Christian Boesch studierte von 1959 bis 1964 an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Wien bei Kammersänger Alfred Jerger und später in Mailand und Triest. Später studierte er auch noch Theaterwissenschaften und Germanistik an der Universität Wien (Dr. phil. 1985). Seine Gesangskarriere führte ihn nach Bern, Wien, Saarbrücken, Kiel und schließlich wieder nach Wien. Bekannt wurde Boesch vor allem für die Partien von Papageno aus der Zauberflöte bei den Salzburger Festspielen. Er wird von vielen als bester Papageno der Welt gesehen. Der Sänger trat auch an vielen anderen bedeutenden europäischen Opernhäusern auf. Besonders beliebt waren seine Auftritte mit dem Tölzer Knabenchor.

Ein besonderes Anliegen von ihm war, den Kindern die Oper näherzubringen. Die Zauberflöte für Kinder war eines seiner vielen und begehrten Projekte, die der Sänger und Theaterwissenschaftler in ganz Europa aufgeführt hatte. Die Zauberflöte für Kinder hatte alleine etwa 450.000 Kinder erreicht: Sie wurde in Köln 120 Mal ausverkauft gespielt, jedes Mal vor 1000 Kindern. Es wurde ein Fernsehfilm gemacht, der auch noch in Channel 13 in den USA gelaufen ist. Millionen Kinder haben es erlebt – und wenn es nur einige wenige waren, die bleiben, hatte das Unternehmen schon seinen Sinn (Boesch 2004, S. 68).

1986 wanderte Boesch nach Chile aus, laut eigener Darstellung aus einer Überreaktion auf die Katastrophe von Tschernobyl. Seitdem führt er in dem Land, das er von früheren Auftritten kannte, eine biologische Landwirtschaft. Außerdem gründete er in seiner neuen Heimat eine Musikschule.

Christian Boesch ist Vater von sieben Kindern, darunter der Bassbariton Florian Boesch.[1]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Werke[Bearbeiten]

  • Così fan tutte. Spiegelung von Mozarts unbewältigtem Schicksal. Analyse und Dokumentation aus der Sicht eines Mozartsängers. Dissertation. Universität Wien, Wien 1984, OBV.
  • Papageno als Mittler, Adaption und Bearbeitung bekannter Werke des Repertoires. In: Isolde Schmid-Reiter (Hrsg.): Kinderoper. Asthetische Herausforderung und pädagogische Verpflichtung. Köthen 2004, S. 66–70.
  • Wolfgang Amadeus Mozart. Die Zauberflöte für Kinder. Stuttgart 2006.
  • Ich bin der beste Geist von der Welt. Papageno erzählt die Geschichte von der Zauberflöte. Wien 2006.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b BB/GDe: Boesch, Familie. In: musiklexikon.ac.at, 6. Mai 2013, abgerufen am 3. August 2014.