Christian Friedrich Schmidt

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Christian Friedrich Schmidt, auch: Christoph Friedrich Schmid, (* 20. November 1741 in Röglitz; † 19. Mai 1778 in Wittenberg) war ein deutscher Philosoph und lutherischer Theologe.

Leben[Bearbeiten]

Geboren als Sohn des Pfarrers Christoph Schmidt, immatrikulierte er sich 1755 an der Universität Leipzig, wo er ein Studium der Theologie verfolgend, sich 1762 den akademischen Grad eines Magisters der Philosophie erwirbt. Während seiner Zeit in Leipzig, stand er unter dem Einfluss seines Onkels Christian August Crusius, der ein Gegner Christian Wolffs gewesen war und wird maßgeblich im Sinne der lutherischen Orthodoxie von ihm geprägt. Nachdem Schmidt 1763 als Adjunkt an die philosophische Fakultät aufgenommen wird, überträgt man ihm 1767 eine außerordentliche Professur der Philosophie.

1768 erwirbt er sich das Baccalaurat der theologischen Fakultät und wird am 30. März 1772 vierter Professor der theologischen Fakultät der Universität Wittenberg, womit verbunden er Alumnus der kurfürstlichen Stipendiaten wurde. Am 5. Mai desselben Jahres promoviert er zum Doktor der Theologie. Schmidt führte als erster die Philosophie an der Wittenberger theologischen Fakultät ein, wobei er aber Schwierigkeiten hatte Zuhörer zu finden. Daneben legte er in seinen Vorlesungen die Biblische Exegese des Neuen Testaments aus und betätigte sich auf dem Katheder polemisch.

Er richtete sich unter dem Eindruck von Ereignissen, wie das Thorner Blutbad oder die Vertreibung der Salzburger Exulanten durch Leopold Anton von Firmian, gegen die Vertreter der Römisch-katholischen Kirche. Allen Abweichlern von der lutherischen Kontroverstheologie stellte er sich ebenso entgegen. Vor allen wendete er sich dabei gegen die Befürworter der sich immer stärker etablierenden Aufklärung. Somit hielt er sich noch an den alten Lehrregeln der zu Ende gehenden lutherischen Orthodoxie fest, war aber nicht mehr ein so starrer Vertreter. Schmidt der sich in seiner Professur auch an den organisatorischen Aufgaben der Wittenberger Universität beteiligte, war im Wintersemester 1774 auch der Rektor der Hochschule.

Werkauswahl[Bearbeiten]

  1. Epist. Specimen auimadversionum in Theopbresti characteres morum. Leipzig 1761
  2. Diss. Versio Alexandrina optimum interpretationis librorum sacrorum praesidium. Specimen I in Epist. ad Hebraeos. Leipzig 1763, Specimen II. Leipzig 1764
  3. Progr. Origines IV Evangeliorum. Leipzig 1763
  4. Epist. de Herodianis. Leipzig 1763
  5. Discours sur la vraie grandeur des Princea. Leipzig 1764
  6. Discours sur le devoir des sujet, de faire des prières pour la prosperite de leur souverain. Leipzig 1764
  7. Specimina II in Epistolam Jacobi. Leipzig 1764
  8. Diss. super origine epistolae ad Hebraeos. Leipzig 1765
  9. Observationes criticae, historicae, theologicae super epistola ad Hebraeos. Leipzig 1766
  10. La philosophie de Phistoire de seu l'Abbé Bazin critiquee. Leipzig 1766
  11. Diss. adversus superstitionem. Leipzig 1766
  12. Progr. de consensione universa, naturae voce. Leipzig 1767
  13. Diss de finibus renim maxime animorum. Leipzig 1768
  14. Observatione criticae, historicae, theologicae super epistola S. Judae. Leipzig 1768
  15. Philologische und kritische Bibliothek. 1. Bd., Leipzig 1769-1770, 2 Bd., Leipzig 1771
  16. Die Vernunftlehre, zum Gebrauch bey feinen Vorlesungen. Leipzig 1769
  17. Die Metaphysik u.s.w. Leipzig 1770
  18. Oratio de illiberali et parum frugífero studio criticorum, qui in diiudicandis libris divinis historica, antiquaria, critica et philologica qualiacunque ostentant, in fraudem testimonii Sancti Spiritus. Leipzig 1770
  19. Ob die Offenbarung Johannis ein ächtes göttliches Buch ist; eine kritische Untersuchung; mit Erläuterungen und Abhandlungen über den Ursprung und die historifche Gewissheit der kanonischen Sammlung; des alten und neuen Testaments. Leipzig 1771
  20. Diss. theol, inaug. qua divina origo libromin canonicorum Vet. Test ex antiquis scriptis Judaeorum et Christianorum probatur et vindicatur. Wittenberg 1772
  21. Progr. de antiqua forma, collectione et conservatione codicis sacri Hebraici. Wittenberg 1772
  22. Duae.orationes theologicae I. de vitiis vulgaribus Germanorum in interpretandis libris divinis, II. de theologica sentiendi et dicendi libertate. Wittenberg 1772
  23. Neue philologische und kritische Bibliothek. 1-5. Stück Wittenberg 1773-1774
  24. Progr. Vindiciae nalivitatis Chrifti e matre virgine ad nEs. VII, 14. 15. Wittenberg 1773
  25. Progr. Origines dogmatum de rebus ultimis. Sectio I. Wittenberg 1774
  26. Progr. Judacorum, qui Chrifti tempore vixerunt, de eodem variae opiniones. Wittenberg 1775
  27. Progr. Brevis expositio Pfalmi secundi. Wittenberg 1775
  28. Progr. Enarratio doctrinae librorum sacrorum de lapsu daemonum. Wittenberg 1775
  29. Historia antiqua et vindicatio Canonis sacri Veteris Novique Testamenti, libris II comprehensa. Leipzig 1775
  30. Annotationes in Epistolam Paulli ad Romanos philologicae, theologicae et criticae. Leipzig 1777

Literatur[Bearbeiten]

  • Walter Friedensburg: Geschichte der Universität Wittenberg. Max Niemeyer, Halle (Saale) 1917, 555-556
  • Wittenberger Wochenblatt zum Aufnehmen der Naturkunde und des ökonomischen Gewerbes. (WW), Jg. 1779, S. 87
  • Johann Christoph Erdmann: Lebensbeschreibungen und literarische Nachrichten von den wittenbergschen Theologen seit der Stiftung der Universität 1502 bis zur dritten hundertjährlichen Säcularfeyer 1802 : aus den Matrikeln und andern glaubwürdigen Urkunden ; ein Beytrag zur kursächs. Reformations- und Kirchen-Geschichte / von. - Wittenberg : Zimmermann Verlag, Wittenberg, 1804, S. 142-144 Nr. 93
  • Matrikel Universität Leipzig und Wittenberg

Weblinks[Bearbeiten]