Christian Heinrich Friedrich Peters

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Christian Heinrich Friedrich Peters
entdeckte Asteroiden: 48
72 Feronia 29. Mai 1861
75 Eurydike 22. September 1862
77 Frigga 12. November 1862
85 Io 19. September 1865
88 Thisbe 15. Juni 1866
92 Undina 7. Juli 1867
98 Ianthe 18. April 1868
102 Miriam 22. August 1868
109 Felicitas 9 . Oktober 1869
111 Ate 14. August 1870
112 Iphigenia 19. September 1870
114 Kassandra 23. July 1871
116 Sirona 8. September 1871
122 Gerda 31. Juli 1872
123 Brunhild 31. Juli 1872
124 Alkeste 23. August 1872
129 Antigone 5. Februar 1873
130 Elektra 17. Februar 1873
131 Vala 24. Mai 1873
135 Hertha 18. Februar 1874
144 Vibilia 3. Juni 1875
145 Adeona 3. Juni 1875
160 Una 20. Februar 1876
165 Loreley 9. August 1876
166 Rhodope 15. August 1876
167 Urda 28. August 1876
176 Iduna 14. Oktober 1877
185 Eunike 1. März 1878
188 Menippe 18. Juni 1878
189 Phthia 9. September 1878
190 Ismene 22. September 1878
191 Kolga 30. September 1878
194 Prokne 21. März 1879
196 Philomela 14. Mai 1879
199 Byblis 9. Juli 1879
200 Dynamene 27. Juli 1879
202 Chryseïs 11. September 1879
203 Pompeja 25. September 1879
206 Hersilia 13. Oktober 1879
209 Dido 22. Oktober 1879
213 Lilaea 16. Februar 1880
234 Barbara 12. August 1883
249 Ilse 16. August 1885
259 Aletheia 28. Juni 1886
261 Prymno 31. Oktober 1886
264 Libussa 22. Dezember 1886
270 Anahita 8. Oktober 1887
287 Nephthys 25. August 1889

Christian Heinrich Friedrich Peters (* 19. September 1813 in Koldenbüttel, Schleswig-Holstein; † 18. Juli 1890 in Clinton, New York) war ein deutsch-US-amerikanischer Astronom.

Peters studierte Astronomie und Mathematik bei J. F. Encke an der Berliner Universität und arbeitete nach seiner Promotion als Assistent des Mathematikers Carl Friedrich Gauß in Göttingen.

Zusammen mit dem Geologen Wolfgang Sartorius von Waltershausen unternahm er eine Exkursion nach Sizilien und führte Untersuchungen des Vulkans Ätna durch.
Später arbeitete er am Observatorium von Capodimonte in Neapel, wo er Beobachtungen von Sonnenflecken durchführte und 1846 einen sehr lichtschwachen Kometen (1846 VI) entdeckte. Da sich die von ihm durchgeführten Bahnbestimmungen als falsch erwiesen, konnte der Komet erst im Jahre 1982 wiederentdeckt werden.

Infolge politischer Unruhen musste Peters 1849 nach Frankreich flüchten. Von dort aus ging er mittellos nach Konstantinopel (heute Istanbul). Aufgrund seiner sehr guten Sprachkenntnisse - Peters beherrschte außer mehreren europäischen Sprachen Altgriechisch, Latein, Hebräisch, Arabisch, Persisch und Türkisch - wurde er zum wissenschaftlichen Berater von Reshid Pascha, dem Großwesir des Sultans Mejid II.

Auf Anregung des amerikanischen Botschafters in der Türkei und ausgestattet mit einem Empfehlungsschreiben von Alexander von Humboldt ging Peters 1854 nach Nordamerika. Er suchte das Observatorium der Harvard-Universität auf und referierte auf einem Treffen der American Association for the Advancement of Science in Providence, Rhode Island, über seine Sonnenbeobachtungen. Peters vertrat die Ansicht, dass auf der Sonne gewaltige elektrische Stürme vorherrschen. Darüber hinaus hatte er beobachtet, dass sich die Sonnenflecken nicht nur infolge der Rotation in äquatorialer Richtung, sondern auch entlang der Längengrade bewegen.

In der Folgezeit erhielt Peters eine Anstellung am Dudley Observatorium in Albany, New York. Hier entdeckte er am 25. Juli 1857 einen weiteren Kometen. Die Anstellung war allerdings schlecht bezahlt und es kam permanent zu Reibereien zwischen den Wissenschaftlern und den Geldgebern des Institutes.

1859 nahm Peters die Stelle eines Professors für Astronomie am Hamilton College in Clinton, New York, an. Das Institut verfügte über ein neu errichtetes Observatorium mit einem 13 ½ Zoll-Refraktor, seinerzeit eines der größten Teleskope Amerikas. Die Astronomie hatte jedoch zu dieser Zeit keinen hohen Stellenwert in den Staaten und so war auch diese Stelle schlecht bezahlt und Peters lebte weiterhin am Existenzminimum. Seine in dieser Zeit durchgeführten Beobachtungen der Sonnenflecken wurden erst nach seinem Tode veröffentlicht.

Als Peters 1861 den Asteroiden Feronia entdeckte, wurde die Fachwelt wieder auf ihn aufmerksam. Peters hatte eigentlich den Asteroiden Maja gesucht, der zuvor von H.P. Tuttle entdeckt worden war. In den folgenden Jahren gelang ihm die Entdeckung von insgesamt 48 Asteroiden. Lediglich der Rekordentdecker Johann Palisa war auf diesem Gebiet erfolgreicher.

Christian Heinrich Friedrich Peters war ein Bruder des Naturforschers Wilhelm Karl Hartwig Peters.

Literatur[Bearbeiten]