Christian Lindner

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Christian Lindner (2013)

Christian Wolfgang Lindner (* 7. Januar 1979 in Wuppertal) ist ein deutscher Politiker (FDP) sowie ehemaliger Unternehmer der New Economy und Unternehmensberater. Seit Mai 2012 ist er, wie schon zuvor von 2000 bis 2009, Mitglied des Landtages in Nordrhein-Westfalen. Er ist außerdem Vorsitzender des Landesverbandes und der Landtagsfraktion der FDP NRW. Von Oktober 2009 bis Juli 2012 war Lindner Mitglied des Deutschen Bundestages, von Dezember 2009 bis Dezember 2011 auch Generalsekretär der Bundes-FDP.[1]

Am 7. Dezember 2013 wurde er auf einem außerordentlichen Bundesparteitag zum Vorsitzenden der FDP gewählt.[2]

Werdegang[Bearbeiten]

Herkunft, Studium sowie Wehr- und Zivildienst[Bearbeiten]

Lindner wurde 1979 als Sohn eines Lehrers in Wuppertal geboren. Nach der Trennung der Eltern wuchs Lindner bei der Mutter in Wermelskirchen auf.[3]

Nach dem Abitur 1998 am Städtischen Gymnasium in Wermelskirchen leistete Lindner seinen Zivildienst als Hausmeister in einer Bildungseinrichtung ab, um nach eigenen Aussagen weiterhin unternehmerisch tätig sein zu können. Von 1999 bis 2006 studierte er Politikwissenschaft als Hauptfach sowie Staatsrecht und Philosophie als Nebenfächer an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.[4] Nach elf Semestern erwarb er den akademischen Grad Magister Artium (M. A.). In seiner Magisterarbeit am Institut für politische Wissenschaft beschäftigte er sich mit dem Thema: Steuerwettbewerb und Finanzausgleich. Kann die Finanzverfassung reformiert werden?[5] 2006 begann er mit der Abfassung seiner Dissertation beim Politikprofessor Frank Decker,[6] die er aber aufgrund seiner politischen Tätigkeit bisher nicht abgeschlossen hat.

Während des Studiums schlug Lindner eine Reserveoffizierslaufbahn bei der Luftwaffe ein. Dafür musste er nach eigenen Angaben auf die förmliche Anerkennung als Kriegsdienstverweigerer verzichten.[7] Im Jahr 2002 wurde er zum Oberleutnant der Reserve befördert.[8] Über vier Jahre lang leistete der Reservist zweiwöchige Wehrübungen als Einsatztagebuchführer[9] beim Luftwaffenführungskommando in Köln-Wahn ab.[10] 2008 wurde er als Verbindungsoffizier zum Landeskommando Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf beordert.[10] Seit September 2011 bekleidet er, nach Beförderung durch Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière, den Rang eines Hauptmanns der Reserve.[11] Er ist u. a. Mitglied der Deutsch Atlantischen Gesellschaft und des Verbandes der Reservisten der Deutschen Bundeswehr.[12]

Unternehmerische Tätigkeit[Bearbeiten]

Von 1997 bis 1999 und 2002 bis 2004 war Lindner als freiberuflicher Unternehmensberater[13] und im Stromhandel tätig.[14][15] Diese Tätigkeit ließ er im Zuge seiner Wahl zum nordrhein-westfälischen FDP-Generalsekretär auslaufen.

Von 1999 bis 2002 war Lindner geschäftsführender Gesellschafter der von ihm mitgegründeten Unternehmensberatung knüppel lindner communications GmbH, deren Ersteintragung im Handelsregister unter die Königsmacher GmbH erfolgte.[16] Das Unternehmen entfaltete keine größere Geschäftstätigkeit und wurde 2003 aufgelöst.[17]

Im Mai 2000 gründete Lindner zusammen mit drei weiteren Partnern die Internet-Firma Moomax GmbH.[18] Die Anschub-Finanzierung von circa 1.000.000 € erfolgte mit öffentlichen Mitteln durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau. Lindner war von 2000 bis 2001 Geschäftsführer[13] und verließ dann das Unternehmen, das kurze Zeit später Insolvenz anmeldete.

Politische Laufbahn[Bearbeiten]

Lindner bei einer FDP-Wahlkampfkundgebung in Köln

Mit 16 Jahren trat Lindner der FDP bei. Von 1996 bis 1998 war er Landesvorsitzender der Liberalen Schüler NRW und Vorstandsmitglied der Jungen Liberalen NRW. Seit 1998 ist er Mitglied des NRW-Landesvorstandes der FDP.

Bei den Landtagswahlen NRW am 14. Mai 2000 gelang der FDP der Einzug in den Landtag von NRW (sie erhielt 9,8 %; im Mai 1995 waren es nur 4,0 % gewesen); Der 21-jährige Lindner zog als jüngster Abgeordneter in der Geschichte des Landtags von Nordrhein-Westfalen ins Landesparlament ein. Diesem gehörte er von Juni 2000 bis November 2009 an. 2005 kam es in NRW zu einem historischen Regierungswechsel: nach 39 Jahren SPD-Regierung erhielten CDU und FDP zusammen eine knappe Mehrheit der Parlamentssitze; Jürgen Rüttgers bildete das Kabinett Rüttgers. Lindner war ab 2000 zunächst 'Sprecher für Generationen, Familie und Integration', von 2005 bis 2009 zudem stellvertretender Vorsitzender der FDP-Fraktion im Landtag und Sprecher für die Bereiche Innovation, Wissenschaft und Technologie.

Seit 2002 ist Lindner Vorsitzender des FDP-Kreisverbandes Rheinisch-Bergischer Kreis. Von 2004 bis 2012 war er auch stellvertretender Vorsitzender des FDP-Bezirksverbandes Köln. Von November 2004 bis Februar 2010 war Lindner Generalsekretär des FDP-Landesverbands NRW. Dem FDP-Bundesvorstand gehörte er von 2007 bis Dezember 2011 an.

Bei der Bundestagswahl am 27. September 2009 wurde Lindner über die Landesliste in Nordrhein-Westfalen in den Deutschen Bundestag gewählt. Im Dezember 2009 wurde er Generalsekretär der FDP; im Dezember 2011 trat er von diesem Amt zurück.[19] In seiner Funktion als Generalsekretär führte Lindner ab Juni 2010 auch eine Kommission zur Erarbeitung eines neuen FDP-Grundsatzprogramms, dessen erster Textentwurf im September 2011 vorgestellt wurde.[20][21]

Am 14. März 2012 löste sich der Landtag NRW einstimmig auf; eine vorgezogene Landtagswahl wurde nötig. Im April 2012 wählte ein FDP-Landesparteitag Lindner zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl am 13. Mai 2012.[22] Auf einem FDP-Landesparteitag im Mai – kurz vor der Landtagswahl – wurde Lindner zum Landesvorsitzenden gewählt.[23] Bei der Landtagswahl erhielt die FDP 8,6 % der Stimmen.[24] Lindner war bei der Wahl auch Direktkandidat für den Landtagswahlkreis Rheinisch-Bergischer Kreis II; dort erhielt er 11,6 % der Erststimmen.[25] Im Mai 2012 wurde er zum Fraktionsvorsitzenden der FDP im NRW-Landtag gewählt und verzichtete in der Folge auf sein Bundestagsmandat. Am 9. März 2013 wurde Lindner zu einem der drei stellvertretenden FDP-Bundesvorsitzenden gewählt (die beiden anderen sind Sabine Leutheusser-Schnarrenberger und Holger Zastrow; Parteivorsitzender war seit 2011 Philipp Rösler).[26]

Nach der Bundestagswahl 2013, bei der die FDP den Einzug in den Bundestag verpasste, kündigten FDP-Chef Rösler sowie der Vorstand ihren Rücktritt an.[27] Gleichzeitig erklärte Lindner, für das Amt des FDP-Parteivorsitzenden kandidieren zu wollen.[28]

Zwischen dem 6. und 8. Dezember 2013 wurde ein außerordentlicher Parteitag einberufen, bei dem die Ursachen für die Wahlniederlage analysiert und ein komplett neues Präsidium gewählt wurde. Der 34-jährige Christian Lindner wurde zum jüngsten Vorsitzenden der FDP-Geschichte.[29] In seiner Bewerbungsrede hatte Lindner erklärt, die "Zeit der Trauer sei vorbei", und die Delegierten dazu aufgerufen, die Partei "vom Fundament" her zu erneuern.[30]

Nach dem Ergebnis der Europawahl im Mai 2014, bei der die FDP wieder deutliche Verluste hinnehmen musste, sprach Lindner von einer "herben Enttäuschung" und verglich die Lage seiner Partei mit der Situation nach der verlorenen Bundestagswahl 1998.[31]

Privates[Bearbeiten]

Lindner ist seit August 2011 mit der Zeit-Journalistin Dagmar Rosenfeld-Lindner[32] verheiratet, mit der er bereits seit 2009 liiert war.[33] Lindner ist konfessionslos.[34]

Seit 2007 engagiert sich Lindner für das Kinderhospiz Regenbogenland in Düsseldorf. Er ist Mitglied des Fördervereins und seit September 2009 auch offizieller „Botschafter“ der Einrichtung.[35] Zudem ist Lindner Mitglied der Friedrich-August-von-Hayek-Gesellschaft e. V.[36]

Politische Positionen[Bearbeiten]

Lindner als FDP-Fraktionsvorsitzender im nordrhein-westfälischen Landtag

Religionspolitik[Bearbeiten]

In einem Gastbeitrag für die Frankfurter Allgemeine[37] bewarb Lindner 2010 eine „republikanische Identität“, denn die Welt sei geordnet durch weltliche Gesetze, nicht aber durch religiöse Gebote. Gleichwohl sei die FDP „nicht mehr antiklerikal und antireligiös wie in früheren Zeiten“: Ein moderner Liberalismus sei „postsäkular“, ohne religiösen Geboten und Glaubensüberzeugungen prinzipiell einen Anspruch auf Wahrheit für den Einzelnen abzusprechen.[34]

Bildungspolitik[Bearbeiten]

2008 gehörte Lindner zu den Initiatoren des Kinderbildungsgesetzes in Nordrhein-Westfalen und forderte unter anderem einen Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz ab dem zweiten Lebensjahr.[38] Er befürwortet Studiengebühren, spricht sich aber für das Prinzip aus, einen Teil des Studiums über ein später zurückzuzahlendes Darlehen zu finanzieren. In einem 2011 von Lindner maßgeblich ausgearbeiteten Leitantrag forderte er zudem u. a. eine Reform des Bildungsföderalismus,[39] die Stärkung der frühkindlichen Bildung sowie Reformen im Bereich der Lehreraus- und -weiterbildung.[40]

Im Rahmen der nordrhein-westfälischen Landtagswahl 2012 erklärte Lindner die Bildungspolitik zu einem der thematischen Schwerpunkte seines Wahlkampfes.[41] Er forderte in diesem Zusammenhang unter anderem eine Modifizierung des von SPD, Bündnis 90/Die Grünen und CDU in NRW verabschiedeten Schulkonsenses, weil dieser die Gymnasien benachteilige und Sekundarschulen einseitig begünstige.[41][42]

Wirtschafts-, Energie- und Sozialpolitik[Bearbeiten]

Lindner bezeichnete den Abbau der Staatsverschuldung als neue Priorität der FDP.[43] Er lehnt Forderungen nach Steuererhöhungen ab und schlägt stattdessen den Abbau von Bürokratie vor.[44] Er verlangt zudem, eine Schuldenbremse für das Sozialsystem einzuführen. Neue Gesetze und Sozialleistungen sollen nur dann beschlossen werden, wenn die Folgelasten für die künftigen Generationen tragbar sind.[45]

In der Folge der Nuklearkatastrophe von Fukushima forderte Lindner, die im Rahmen eines dreimonatigen Moratoriums abgeschalteten sieben deutschen Kernkraftwerke nach dem Ende desselben nicht wieder in Betrieb zu nehmen.[46] In der Diskussion um einen Atomausstieg sprach er sich gegen einen raschen Ausstieg aus.[47] Er forderte, dass das Kohlekraftwerk in Datteln in Betrieb genommen wird.[41]

Lindner verteidigte die Haltung der FDP, eine Staatsbürgschaft für eine Transfergesellschaft abzulehnen, die für die Beschäftigten von Schlecker gebildet werden sollte.[41]

Im August 2011 schlug Lindner vor, die Bezugsdauer für das Arbeitslosengeld I für ältere Arbeitnehmer wieder auf eine Höchstdauer von 18 Monaten zu verkürzen, was quer durch alle Parteien auf Ablehnung stieß, jedoch Unterstützung beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag fand.[48]

Im Kontext von Überwachungs- und Spionageaffäre 2013 und Bundestagswahl 2013 forderte Lindner in einem von der FAZ veröffentlichten Gastbeitrag mehr staatliche Regulierung für den Datenmarkt.[49]

Kontroversen[Bearbeiten]

Insolvenz seines Unternehmens[Bearbeiten]

Im Jahr 2000 kam Lindner auf die Geschäftsidee, Internet-Avatare auf den Markt zu bringen.[50] Am 29. Mai 2000, zur Hochphase der New Economy, gründete er gemeinsam mit Hartmut Knüppel und Christopher Patrick Peterka die Internet-Firma Moomax GmbH.[18] Knüppel war einer der Gründer der Jungen Liberalen und maßgeblicher Förderer Guido Westerwelles.[51][52] Nach der Insolvenz der Moomax GmbH wechselte Hartmut Knüppel zunächst als PR-Chef zur Dresdner Bank,[53] bevor er 2008 Geschäftsführender Vorstand des Deutschen Derivate Verbands e. V. (DDV) wurde.[54]

Die Moomax GmbH wurde mit 30.000 Euro Stammkapital gegründet und erhielt über den Risikokapitalfonds Enjoyventure zusätzliches Kapital. Lindner, der von 2000 bis 2001 als Geschäftsführer tätig war,[13] verließ das Unternehmen nach einem Jahr und reduzierte parallel seine Kapitaleinlage auf einen Anteil von 8 %.[55] Wolfgang Lubert von Enjoyventure erklärte, dass sich zu diesem Zeitpunkt die Insolvenz bereits abgezeichnet hatte, die dann im Oktober 2001 tatsächlich angemeldet wurde. Enjoyventure verlor an eigenen Mitteln etwa 600.000 Euro, die KfW Bankengruppe – und damit Bund und Länder – verlor weitere 1,4 Millionen Euro.[56] In dieser Höhe hatte Enjoyventure für die Moomax GmbH erfolgreich einen öffentlichen Förderkredit beantragt. Aufgrund der Insolvenz der Moomax GmbH ging der Rückzahlungsanspruch unter und auch die Haftung von Enjoyventure entfiel.[17][56][57][58] In einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung sagte Lindner, dass die Mittel „sehr überwiegend“ dazu genutzt worden seien, um qualifizierte Arbeitsplätze zu schaffen. Er deutete an, dass Moomax viele Arbeitsplätze geschaffen habe, wollte die genannte Zahl aber auf Nachfrage nicht autorisieren. Der letzte Moomax-Geschäftsführer Wolfgang Lubert hingegen nannte eine Zahl von weit unter zehn Festangestellten, diese Zahl wurde auch aus einer weiteren Quelle genannt. Die Recherche der Frankfurter Allgemeinen Zeitung kommt zu dem Ergebnis, dass ein nicht unbeträchtlicher Teil der 2 Millionen Euro als Gehälter an die drei Moomax-Geschäftsführer geflossen sein muss.[56]

In einem Porträt über Christian Lindner, das im Handelsblatt Verlag erschien, wurde zudem dargestellt, dass Lindner durch die Lektüre von Science-Fiction-Literatur auf die Geschäftsidee kam, Internet-Avatare zu produzieren.[59] Dieselbe Information enthält auch ein Stern-Artikel des Journalisten Frank Gerstenberg.[60] Ende November 2012 wandte sich der Pressesprecher der NRW-FDP an den Handelsblatt Verlag und behauptete, dass Lindners Inspiration nicht aus Science-Fiction-Literatur stamme, und bat darum, den Artikel nachträglich demgemäß zu korrigieren. Journalist Konrad Fischer schrieb hierzu: „Das Problem: Seinerzeit hatte es keinerlei Einwände gegen den Text gegeben.“[61] Der Pressesprecher habe dann die wahren Motive dahingehend enthüllt, dass in Lindners Wikipedia-Eintrag auf den Artikel Bezug genommen werde, und solange die Quelle nicht verschwunden sei, ließen die Wikipedianer eine Veränderung des Eintrages nicht zu.[61]

Interner Mitgliederentscheid[Bearbeiten]

Im Dezember 2011 wurde Lindner innerparteilich in seiner Funktion als Bundesgeneralsekretär für die Umsetzung eines Mitgliederentscheides der FDP kritisiert. Bei dem von Frank Schäffler organisierten Entscheid ging es um die Frage, wie die Partei künftig zur Euro-Rettungspolitik der Bundesregierung und insbesondere dem ESM stehen sollte. So kritisierte Schäffler, dass „einige Mitglieder keine Abstimmungsunterlagen“ bekommen hätten. Er beklagte außerdem, dass „die Beteiligungszahlen“ an dem Mitgliederentscheid „nur der Parteiführung“ bekannt seien. Lindner hatte zudem schon bereits vor dem Ende der Abstimmung gesagt, er würde die Initiative für gescheitert halten. FDP-Lokalpolitiker forderten in diesem Zusammenhang den Rücktritt von Lindner.[62]

Eigener Wikipedia-Artikel[Bearbeiten]

Im Januar 2013 erschienen zwei Artikel der Wirtschaftswoche, die sich mit beschönigenden Änderungen des Wikipedia-Artikels von Lindner befassten. Viele dieser Änderungen in der Versionsgeschichte stammen von IP-Adressen des Bundestags und des NRW-Landtags, denen Lindner zur Zeit der Artikelbearbeitungen jeweils angehörte. Die Wirtschaftswoche mutmaßte daraufhin, dass diese Änderungen von Lindners Mitarbeitern stammen könnten. Auch wird berichtet, dass ein Mitarbeiter von Lindner beim Tagesspiegel interveniert habe, damit ein Bericht über einen unternehmerischen Misserfolg Lindners gelöscht werde, um dafür zu sorgen, dass dieser in Lindners Wikipedia-Artikel nicht mehr als Quelle benutzt werden könne.[50][61][63] Andererseits zeige sich bei einer Durchsicht von Bearbeitungen durch Nichtangemeldete laut taz auch, wie problematisch es sei, wenn ein solcher Artikel „zum Kampffeld politischer Interessen wird“; denn wer sich die Versionsgeschichte des Artikels ansehe, stoße „nicht nur auf das Begehren seiner Unterstützer, kritische Sätze herauszustreichen, sondern auch auf Versuche, den FDP-Star zu diffamieren“.[50] Am 15. Februar 2013 berichtete heise online, dass Lindner über eine Rechtsanwaltskanzlei die Wirtschaftswoche und weitere Websites, welche den Artikel übernommen hatten, aufgefordert habe, diesen und sämtliche Links darauf zu löschen. Die Wirtschaftswoche berichtete auch über vorherige Aufforderungen an Medien, sie sollten bestimmte Medienartikel über Lindner im Internet löschen oder verändern. Einem Sprecher Lindners zufolge sei dies geschehen, damit dann die Aussagen aus dem Wikipedia-Artikel entfernt werden könnten, da sie nicht mehr belegt seien.[64] Die Wirtschaftswoche kam dieser Aufforderung nach.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten]

  • mit Hartmut Knüppel (Hrsg.): Die Aktie als Marke. Wie Unternehmen mit Investoren kommunizieren sollen. Frankfurter Allgemeine Buch, Frankfurt am Main 2000, ISBN 3-933180-83-X.
  • (Hrsg.): Avatare. Digitale Sprecher für Business und Marketing. Springer-Verlag, Heidelberg u. a. 2003, ISBN 3-540-43992-7.
  • mit Philipp Rösler (Hrsg.): Freiheit. gefühlt – gedacht – gelebt. Liberale Beiträge zu einer Wertediskussion. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2009, ISBN 978-3-531-16387-1.
  • mit Hans-Dietrich Genscher: Brückenschläge. Zwei Generationen, eine Leidenschaft. Hoffmann und Campe, Hamburg 2013, ISBN 978-3-455-50296-1.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Christian Lindner – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikinews: Christian Lindner – in den Nachrichten

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. FDP-Generalsekretär Lindner tritt zurück. Spiegel Online. 14. Dezember 2011. Abgerufen am 16. Juni 2012.
  2. Die Welt: Christian Lindner zum FDP-Chef gewählt
  3. Ist Westerwelle in einem Jahr noch Ihr Chef?. Bild am Sonntag. 10. Oktober 2010. Abgerufen am 23. April 2012.
  4. Der Rückkehrer. Frankfurter Allgemeine Zeitung. 16. März 2012. Abgerufen am 23. April 2012.
  5. »Bambi« legt los. In: Der Spiegel, 29. November 2004.
  6. Daniel Dettling (Hrsg.): Minima Moralia der nächsten Gesellschaft. Standpunkte eines neuen Generationenvertrags. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2009, ISBN 978-3-531-16475-5, S. 168.
  7. Biografie von Christian Lindner. Webseite von Christian Lindner. Abgerufen am 9. Mai 2013.
  8. Lindner, Christian – Mitglied des Deutschen Bundestags (auf kuerschner.info – Politikerbiographien)
  9. Anreas Weber: Menschen 2004. Der jüngste Landtagsabgeordnete Nordrhein-Westfalens. In: Remscheider General-Anzeiger, 30. Dezember 2004.
  10. a b Verbindungsoffizier zum Landeskommando. In: Rheinische Post. 26. Juli 2008.
  11. De Maizière befördert Lindner zum Hauptmann. In: Handelsblatt, 16. September 2011.
  12. Mitgliedschaften, Christian Lindner, abgerufen am 26. August 2013.
  13. a b c Jörg Tremmel: Handbuch Generationengerechtigkeit. 2. Auflage. ökom Verlag, 2003, ISBN 3-936581-09-6, siehe unter: Zur Person Christian Lindner, S. 404.
  14. Bündnis für billigen Strom. Remscheider General-Anzeiger, 19. November 1999, abgerufen am 16. Februar 2013.
  15. 20-Jähriger Wermelskirchener in den Landtag? Remscheider General-Anzeiger, 30. Dezember 1999, abgerufen am 17. Februar 2013.
  16. knüppel lindner communications gmbh. Genios Firmenverzeichnis. Abgerufen am 27. April 2012.
  17. a b  Michael Fröhlingsdorf, Barbara Schmid, Steffen Winter: Youngster in der Politik. In: Der Spiegel. Nr. 51, 2004, S. 40 (13. Dezember 2004, online).
  18. a b moomax GmbH. Genios Firmenverzeichnis. Abgerufen am 27. April 2012.
  19. Lindner erklärt Rücktritt. fdp.de, abgerufen am 22. Februar 2012.
  20. Beschluss: Erarbeitung eines neuen Grundsatzprogramms für die FDP (PDF; 68 kB) Bundesvorstand der Freien Demokratischen Partei. 28. Juni 2010. Abgerufen am 8. Mai 2012.
  21. Grundsatzwerkstätten im September. 5. August 2011. Archiviert vom Original am 7. Oktober 2011. Abgerufen am 23. Juli 2012.
  22. Fast 100 Prozent Zustimmung für Lindner. Focus Online. 1. April 2012. Abgerufen am 8. Mai 2012.
  23. Lindner ist neuer FDP-Chef in Nordrhein-Westfalen. Focus Online. 6. Mai 2012. Abgerufen am 8. Mai 2012.
  24. Zahlen und Umfragen zur Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen. tagesschau.de. Abgerufen am 15. Mai 2012.
  25. Vorläufiges Ergebnis für den Wahlkreis 22 Rheinisch-Bergischer Kreis II. Die Landeswahlleiterin des Landes Nordrhein-Westfalen. Abgerufen am 15. Mai 2012.
  26. fdp.de
  27. Wahl-Debakel der Liberalen: FDP-Vorstand um Rösler tritt zurück – Lindner will Parteichef werden. Focus Online. 23. September 2013. Abgerufen am 25. September 2013.
  28. Rösler tritt zurück - Lindner will übernehmen. Frankfurter Allgemeine Zeitung. 23. September 2013. Abgerufen am 25. September 2013.
  29. Christian Lindner führt die FDP in die Apo. Die Welt. 7. Dezember 2013. Abgerufen am 17. Juni 2014.
  30. Neuer FDP-Chef geht die AfD frontal an. Die Welt. 7. Dezember 2013. Abgerufen am 17. Juni 2014.
  31. Auf dem Weg zur Splitterpartei. Frankfurter Allgemeine Zeitung. 25. Mai 2014. Abgerufen am 17. Juni 2014.
  32. Christian Wiermer: „General“ Lindner heiratet Kölner Journalistin. Kölner Express, 15. August 2011, abgerufen am 24. November 2012.
  33. „Christian Lindner: FDP-Generalsekretär heiratet Dagmar Rosenfeld“. Focus Online, 15. August 2011, abgerufen am 14. Mai 2012.
  34. a b „Liberalismus ist ein Rahmen ohne Bild“. Zeit Online. 21. Februar 2011. Abgerufen am 3. Mai 2012.
  35. Politiker hilft Kinderhospiz. Rheinische Post. 3. Oktober 2009. Abgerufen am 8. Mai 2012.
  36. Mitgliedschaften. Abgerufen am 12. November 2013.
  37. Eine republikanische Offensive. Christian Lindner. 18. Oktober 2010. Abgerufen am 11. Mai 2012.
  38. „Liberaler ist sozialer“. Westdeutscher Rundfunk. 20. April 2007. Archiviert vom Original am 23. April 2007. Abgerufen am 11. Mai 2012.
  39. Christian Lindner: Was bleibt von den Freiburger Thesen? tagesspiegel.de, 30. Oktober 2010, abgerufen am 2. April 2012.
  40. FDP-Führung scheitert mit Bildungsantrag. Spiegel Online, 13. November 2011, abgerufen am 2. April 2012.
  41. a b c d Einer soll's richten. Spiegel Online. 1. April 2012. Abgerufen am 11. Mai 2012.
  42. Christian Lindner will „Gerechtigkeit für Gymnasien“. Münstersche Zeitung. 4. Mai 2012. Abgerufen am 23. Mai 2012.
  43. Christian Lindner:Haushaltssanierung vor Steuersenkungen. Focus Online. 2. April 2012. Abgerufen am 23. Mai 2012.
  44. FDP wählt Lindner mit fast 100 Prozent zum Spitzenkandidaten. Frankfurter Allgemeine Zeitung. 1. April 2012. Abgerufen am 23. Mai 2012.
  45. FDP will Sozialausgaben begrenzen. Süddeutsche Zeitung. 31. August 2011. Abgerufen am 23. Mai 2012.
  46. FDP will abgeschaltete AKW für immer stilllegen. Zeit Online. 29. März 2011. Abgerufen am 23. Mai 2012.
  47. Die Halbwertszeit der politischen Demut. Süddeutsche Zeitung. 11. April 2011. Abgerufen am 23. Mai 2012.
  48. Lindner-Vorschlag zum ALG I findet keine Freunde (Version vom 17. April 2012 im Internet Archive)
  49. Printausgabe der FAZ vom 14. August 2013, S. 25.
  50. a b c Pascal Beucker: Wikipedia-Eintrag von Christian Lindner: Wer bin ich?. In: die tageszeitung. 10. Januar 2013.
  51.  Sven Becker, Dirk Kurbjuweit, Ralf Neukirch, Merle Schmalenbach, Merlind Theile: Der Ungemochte. In: Der Spiegel. Nr. 41, 2009, S. 38–44 (5. Oktober 2009, online).
  52. Die Kratzer bleiben unsichtbar. Der Tagesspiegel. 15. September 2002. Abgerufen am 18. Januar 2013.
  53. Dr. Hartmut Knüppel wird Pressesprecher der Dresdner Bank. new business. 19. Juli 2002. Abgerufen am 18. Januar 2013.
  54. Vorstand. Deutscher Derivate Verband. Abgerufen am 18. Januar 2013. (Archivierte Fassung der Seite (Version im Webarchiv WebCite))
  55. Andreas Weber: Menschen 2004: Der jüngste Landtagsabgeordnete Nordrhein-Westfalens. Remscheider General-Anzeiger, 30. Dezember 2004, abgerufen am 17. Februar 2013.
  56. a b c Christian Lindner:Avatar. Frankfurter Allgemeine Zeitung. 5. Mai 2012. Abgerufen am 13. Januar 2013. (Archivierte Fassung des Artikels (Version im Webarchiv WebCite))
  57. Christian Lindner: Antwort zu Moomax auf Abgeordnetenwatch vom 20. September 2011.
  58.  Merlind Theile: Der bessere Guido. In: Der Spiegel. Nr. 18, 2010, S. 26–27 (3. Mai 2010, online).
  59. Der General mit Hang zur Revolte. Handelsblatt. 1. April 2011. Abgerufen am 13. Januar 2013.
  60. Stern.de, Frank Gerstenberg, Parteitag der FDP in NRW Liberale feiern Darling Lindner, 6. Mai 2012 (Archivierte Fassung des Artikels (Version im Webarchiv WebCite))
  61. a b c exklusiv Landtag wandelte Einträge zum Positiven: Christian Lindners Wikipedia-Eintrag geschöntKonrad Fischer: Wikipedia-Manipulation: Der perfekte Internet-Lebenslauf für Lindner. In: Wirtschaftswoche. 5. Januar 2013, archiviert vom Original am 6. Januar 2013, abgerufen am 8. November 2013.
  62. Parteibasis kritisiert Mitgliederentscheid. FOCUS Online. 12. Dezember 2011. Abgerufen am 15. Februar 2013.
  63. Konrad Fischer: Landtag wandelte Einträge zum Positiven: Christian Lindners Wikipedia-Eintrag geschönt. In: Wirtschaftswoche. 4. Januar 2013, archiviert vom Original am 7. Januar 2013, abgerufen am 7. Januar 2013.
  64. Holger Bleich: FDP-Politiker lässt kritische Links per Anwalt löschen. In: heise online. 15. Februar 2013, abgerufen am 17. Februar 2013.(Archivierte Fassung des Artikels (Version im Webarchiv WebCite))
  65. Rückblick 2008, Politikaward, abgerufen am 26. August 2013.
  66. Auszeichnung, Redner- und Dialogpreis, abgerufen am 26. August 2013.
  67. AKV präsentiert neuen Ritter Christian Lindner. Aachener Zeitung az-web.de. 14. Juni 2013. Abgerufen am 14. Juni 2013.