Christian Ludwig Brehm

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Christian Ludwig Brehm

Christian Ludwig Brehm (* 24. Januar 1787 in Schönau vor dem Walde; † 23. Juni 1864 in Renthendorf bei Neustadt (Orla)) war ein deutscher Pfarrer und Ornithologe.

Leben[Bearbeiten]

Briefmarkenblock der DDR, 1989
Christian Ludwig Brehm.jpg

Brehm stammte aus einem sächsischen Pfarrergeschlecht. Sein Vater war der Schönauer Pfarrer Carl August Brehm, seine Mutter Sophia Christiana Philippa, geb. Heimberger. Brehm besuchte das Gothaer Gymnasium Illustre und nahm 1809 ein Studium der Theologie an der Universität Jena auf. Im Anschluss wirkte er als Hauslehrer in Lausnitz und wurde am 8. März 1812 in Altenburg zum Pfarrer in Drackendorf ordiniert. Diese Stelle verließ er zu Weihnachten desselben Jahres und wirkte als Vakanzvertreter in Renthendorf. Hier entwickelte er eine besondere Regsamkeit auf dem Gebiet der Ornithologie und erwarb sich den Ruf als bester Kenner der Vogelwelt seiner Zeit. Christian Ludwig Brehm wurde mehrfach während seines Lebens hoch geehrt. Dazu zählen die 1822 erfolgte Aufnahme in die Leopoldina und 1858 die Verleihung der Ehrendoktorwürde durch die Medizinische Fakultät der Universität Jena.

Wirken[Bearbeiten]

Aufgrund von Untersuchungen an Vogelbälgen kam Christian Ludwig Brehm zu dem Schluss, dass Weiden- und Sumpfmeisen zwei verschiedene Arten bilden. Christian Ludwig Brehm begann frühzeitig, Vogelbälge zu sammeln und legte darauf wert, nicht nur die attraktiv ausgefärbten Bälge zu sammeln, sondern auch solche im Jugend-, Brut- oder Ruhekleid. Er besaß mit 15.000 etikettierten Bälgen eine wissenschaftlich geordnete Sammlung, die an Umfang alle vergleichbaren seiner Zeit übertraf. Sie diente unter anderem seinem Sohn Alfred Brehm sowie Johann Friedrich Naumann als Forschungsobjekt. Er verfasste darüber hinaus zahlreiche Schriften über seine Beobachtungen und Schlussfolgerungen. Aufgrund seiner Untersuchungen wurden der Gartenbaumläufer und der Waldbaumläufer, das Sommergoldhähnchen und das Wintergoldhähnchen sowie die Sumpfmeise und die Weidenmeise unterschiedlichen Arten zugeordnet. Ein besonderes Interesse galt auch nach Geographie unterschiedlich ausgeprägten Subspezies. 55 der von ihm beschriebenen Unterarten in verschiedenen Gegenden Europas wurden später anerkannt. Er gab außerdem die erste ornithologische Zeitschrift der Welt heraus, die allerdings bereits nach dem Erscheinen des dritten Heftes wieder eingestellt wurde.

Familie[Bearbeiten]

Brehm war zwei Mal verheiratet. Seine erste Ehe schloss er am 15. Januar 1813 mit Amalie Wilhelmine (* 22. Mai 1790 in Oberrenthendorf; † 24. April 1826 in Unterrenthendorf), der Tochter des Erb-, Lehn- und Gerichtsherrn auf Ober- und Unterrenthendorf Ferdinand August Wachter. Seine zweite Ehe ging er in Brinnis am 11. September 1827 mit Bertha (* 23. Dezember 1808 Diehsa/Oberlausitz, † 13. Februar 1877 in Unterrenthendorf), der Tochter des Pfarrers in Brinnis Matthias Reiz und dessen Frau Friederike Salome Lehmann, ein. Aus beiden Ehen stammen Kinder. Von diesen kennt man:

1. Ehe:

  • Ferdinand August Brehm (* 26. Dezember 1813; † Unterrenthendorf 22. Juni 1814)
  • Amalie Mathilda Brehm (* 19. Dezember 1815; † Unterrenthendorf 5. Februar 1816)
  • Rudolf Brehm (* 5. Dezember 1816)
  • Mathilda Brehm (* 4. Februar 1818; † 10. Februar 1818 Unterrenthendorf)
  • Ida Brehm (* 29. September 1820; † 11. Februar 1821 Unterrenthendorf)
  • Hugo Brehm (* 6. November 1821; † 2. Februar 1822 Unterrenthendorf)
  • Oskar Brehm (* 12. Dezember 1823; † 8. Mai 1850 Dongola, Ägypten[1]), Apotheker
  • totgeborene Tochter (* 16. April 1826)

2. Ehe:

  • Alfred Edmund Brehm, (* 2. Februar 1829; † 11. November 1884 Unterrenthendorf), Zoologe, Naturforscher und Schriftsteller „Brehms Tierleben“, ∞ Greiz 14. Mai 1861 Mathilde Elise Reiz
  • Reinhold Bernhard Brehm (* 9. November 1830) Arzt
  • Thekla Klothilde Hertha Brehm (* 24. April 1833; † 6. Juli 1857)
  • Edgar Theobald Brehm (* 6. August 1835; † 18. Oktober 1900 Kl.-Ebersdorf)
  • Arthur Matthias Ludwig Brehm (* 30. April 1839)
  • Alexander Wilibald Johannes Brehm (* 24. Juni 1845; † 20. März 1846 Unterrenthendorf)

Werke[Bearbeiten]

  • Beiträge zur Vögelkunde. 3 Bde, ab Bd. 3 in Zusammenarbeit mit W. Schilling. Neustadt an der Orla 1820–1822.
  • Lehrbuch der Naturgeschichte aller europäischen Vögel. 2 Bde. Jena 1823–1824
  • Ornis oder das neueste und Wichtigste der Vögelkunde. Jena 1824–1827 (erste ornithologische Zeitschrift der Welt).
  • Handbuch der Naturgeschichte alle Vögel Deutschlands. Ilmenau 1831.
  • Handbuch für den Liebhaber der Stuben-, Haus- und aller der Zähmung werthen Vögel. Ilmenau 1832.
  • Der Vogelfang. Leipzig 1836.
  • Der vollständige Vogelfang. Weimar 1855.
  • Die Kunst, Vögel als Bälge zu bereiten. Weimar 1842.
  • Die Wartung, Pflege und Fortpflanzung der Canarienvögel. Weimar 1855, 2. Auflage Weimar 1865, 3. Auflage Weimar 1872, 4. Auflage Weimar 1883, 5. Auflage Weimar 1893.
  • Die Naturgeschichte und Zucht der Tauben. Weimar 1857.
  • E. Baldamus, C.L. Brehm, John Wilhelm von Müller & J.F. Naumann: Verzeichnis der Vögel Europa's. als Tausch-Catalog eingerichtet. Stuttgart 1852.
  • Monographie der Papageien oder vollständige Naturgeschichte aller bis jetzt bekannten Papageien mit getreuen und ausgemalten Abbildungen, im Vereine mit anderen Naturforscher herausgegeben von C.L. Brehm. Jena/Paris 1842–1855.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Christian Ludwig Brehm – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Christian Ludwig Brehm – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ludwig Gebhardt: Die Ornithologen Mitteleuropas. Band 1, Brühlscher Verlag, Gießen 1964, S. 52.