Christian Ludwig König

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Christian Ludwig König (* 5. Mai 1717 in Münstereifel; † 15. April 1789 in Köln) war ein deutscher Orgelbauer.

Leben[Bearbeiten]

Er war das zweite Kind von Balthasar König. Seine Ausbildung erhielt er bei seinem Vater sowie etwa von 1737 bis 1743 bei Christian Müller in Amsterdam. Als Geselle Müllers wird er am Bau der großen Orgel der Haarlemer St.-Bavo-Kirche mitgewirkt haben. Um das Jahr 1743 heiratete er Anna Maria Busch und wurde am 23. Oktober 1744 Bürger von Köln. Ab 1756 wohnte er „Unter Wappensticker“ (gehört heute zur Hohen Straße). Es wird angenommen, dass Christian Ludwig König zunächst die väterliche Werkstatt in Münstereifel geleitet hat, bevor er sich 1756 selbstständig machte.[1]

Von seinen sechs Kindern wählten Balthasar Franz Joseph (* 3. August 1744; † 30. Dezember 1764 in Köln) und Karl Philipp Joseph (* 28. Juli 1750 in Köln; † 17. Februar 1795 in Köln) den Beruf des Orgelbauers. Während Balthasar Franz Joseph schon früh starb, war Philipp Joseph ab 1770 bei den Arbeiten seines Vater beteiligt.

Zu den Schülern Christian Ludwig Königs zählen Johann Mathaeus Wyskirchen,[2] Fuhrmann, Hirtum und Caspar Melchior Vorenweg (1753–1844).

Werkliste[Bearbeiten]

Die Größe der Instrumente wird in der fünften Spalte durch die Anzahl der Manuale und die Anzahl der klingenden Register in der sechsten Spalte angezeigt. Ein großes „P“ steht für ein selbstständiges Pedal, ein kleines „p“ für ein angehängtes Pedal. Eine Kursivierung zeigt an, dass die betreffende Orgel nicht mehr oder nur noch der Prospekt erhalten ist.

Jahr Ort Kirche Bild Manuale Register Bemerkungen
1742 Anrath St. Johannes Baptist zusammen mit seinem Vater Balthasar König; nicht erhalten
1748 Bonn St. Remigius III/P 32 1904 ersetzt
1749 Köln St. Gregorius im Elend St-Gregorius-im-Elend-Schiff-und-Orgelempore.jpg I/p 9 zerstört
um 1750 Köln St. Severin II/P 34 nicht erhalten
um 1750 Marienthal (Ahr) Kloster Marienthal I/p 10 Zuschreibung (oder Balthasar König); nach 1803 umgesetzt nach Aremberg, Pfarrkirche; erhalten[3]
1750 Aachen St. Stephan I/p 8 nicht erhalten
1751 Neuss Franziskanerkirche 1804 nach Krefeld, Reformierte Kirche umgesetzt
1751 Belgien (Ort unbekannt) unbekannt I/p 9 ab etwa 1863 in Karlshausen, St. Bartholomäus
1752 Kempen Paterskirche II/p 24 Zuschreibung; 1925 ersetzt, 1999 durch Verschueren rekonstruiert und um freies Pedal ergänzt (II/P/28); Gehäuse erhalten
1752 Andernach Franziskanerkirche II/P 28 1939–1949 Erweiterungsumbau durch Klais; Reste erhalten
1752 Aachen St. Nikolaus II/P 32 1876 abgerissen
1753–1755 Düsseldorf Maxkirche OrgelMaxkirche.JPG III/P 39 Gehäuse und 4 Register erhalten
1757 Menden (Sauerland) St. Vincenz II/P 17 Orgel von Balthasar König nach dessen Tod vollendet
um 1760 Pützchen St. Adelheid II/P 18 1812 nach Burscheid überführt
1761–1763 Breda Waalse Kerk P1020382Orgel Waalse kerk Breda.JPG I/p 13 zusammen mit Karl Philipp; 1885 Erweiterungsumbau, 1900 Dispositionsänderungen; Teile von König weitgehend erhalten
1765 Arnheim Waalse Kerk I/p 9 von Karl Philipp? erhalten
1765–1767 Köln St. Maria im Kapitol III/P 31 nicht erhalten
1767–1768 Schillingscapellen Klosterkirche I/p 9 1806 nach Ollheim, St. Martinus umgesetzt; 1948 zwei Register ausgetauscht; weitgehend erhalten
1770 Schleiden Schlosskirche Schleiden Schleiden Schlosskirche Orgel 1.JPG II/p 27 Zuschreibung; 1865 freies Pedal ergänzt; 1946–1948 Dispositionsänderungen; 1987 Rekonstruktion unter Beibehaltung des Pedals; Rokoko-Gehäuse; Denkmalorgel
1770 Frechen Ev. Kirche Hardenrath-Kapelle-Kölner-Kartause-Ludwig-König-Orgel-1770.jpg um 1928 nach Köln, Kartäuserkirche umgesetzt; Gehäuse in der Hardenrath-Kapelle erhalten
1770 Köln Karmeliterkloster II/P 26 1804 nach Elberfeld, Ref. Kirche umgesetzt, erweitert und neues Gehäuse; nicht erhalten
1772 Köln St. Andreas II/P 30 nicht erhalten
vor 1773 Köln Dominikanerkirche III/P 30 nicht erhalten
vor 1773 Köln St. Georg II/P 24 nicht erhalten
vor 1773 Köln St. Maria Ablass I 5 nicht erhalten
1773 Oudenbosch Hervormde Kerk I/p 10 erhalten
1773 Köln Allerheiligenkapelle I/p 8
1773 Köln Johanniterkommende II/P 15 Zuschreibung; 1802 nach Aachen, ev. Kirche St. Anna überführt; nicht erhalten
1773–1776 Nijmegen Grote of Sint Stevenskerk Königorgel Nijmegen.JPG III/P 54 1944 schwer beschädigt, mehrere Restaurierungen[4]
1780 Köln St. Kunibert II/P 30 teilweise in Nachfolgeorgel von Franz Wilhelm Sonreck übernommen
um 1780 Den Bosch Waalse Kerk nicht erhalten
um 1780 Köln St. Martin II/P 30 nicht erhalten
1785 Xanten Ev. Kirche I/P 9 erhalten

1781 machte König ein Angebot für den Osnabrücker Dom (III/P/39).

Literatur[Bearbeiten]

  •  Ulrich Bons, Oberkreisdirektor Viersen (Hrsg.): 300 Jahre Anrather Orgelgeschichte. Viersen 1983, S. 177–188.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hermann Fischer, Hans-Wolfgang Theobald: Die rheinischen Orgelbauer Balthasar und Christian Ludwig König (PDF-Datei; 565 kB), S. 5, gesehen 14. Dezember 2012.
  2.  Franz Bösken, Hermann Fischer, Matthias Thömmes: Quellen und Forschungen zur Orgelgeschichte des Mittelrheins. Bd. 4: Regierungsbezirke Koblenz und Trier, Kreise Altenkirchen und Neuwied. 2 Bände, Schott, Mainz 2005, ISBN 978-3-7957-1342-3, S. 40, 779 (Beiträge zur Mittelrheinischen Musikgeschichte 40).
  3.  Franz Bösken, Hermann Fischer, Matthias Thömmes: Quellen und Forschungen zur Orgelgeschichte des Mittelrheins. Bd. 4: Regierungsbezirke Koblenz und Trier, Kreise Altenkirchen und Neuwied. Teil 2, Schott, Mainz 2005, ISBN 978-3-7957-1342-3, S. 100 (Beiträge zur Mittelrheinischen Musikgeschichte 40).
  4. Stevenskerk: Orgels en kronen Abgerufen am 24. Juni 2011.