Christian Matthias Schröder (1778–1860)

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Christian Matthias Schröder (* 27. Januar 1778 in Hamburg; † 25. Januar 1860 ebenda) war ein hanseatischer Kaufmann und Hamburger Senator.[1]

Leben[Bearbeiten]

Schröder war der älteste Sohn von Christian Matthias Schröder und übernahm von diesem 1816 die Firma Christ. Matthias Schröder & Co. Sein jüngerer Bruder Johann Heinrich gründete etwa zur selben Zeit die Firma J. Henry Schröder & Co. in London. Ein halbes Jahr nach dem Tod seines Vaters wurde Schröder am 28. Dezember 1821 in den Hamburger Rath kooptiert. Schröder griff in den Vierziger Jahren den Plan des Hamburger Syndikus Karl Sieveking, eine Kolonie in Brasilien zu gründen, auf. Zusammen mit mehreren anderen Kaufleuten gründete er den Colonisations-Verein von 1849 in Hamburg. Es traf sich gut, dass ein Sohn Schröders hanseatischer Konsul in Rio de Janeiro war und das Projekt unterstützen konnte. Der Verein konnte von François d’Orléans, prince de Joinville und seiner Gemahlin Franziska Caroline von Portugal Land kaufen. Ihnen zu Ehren wurde die 1850 von 17 Siedlern erfolgreich begründete Kolonie Colonia Dona Francisca genannt (jetzt Joinville). Ein Dorf der Kolonie hieß später zu Schröders Ehren Schrödersort und heißt heute Schroeder. 1860 lebten 2885 Personen in der Colonia Dona Francisca.[2] Heute ist die ehemalige Kolonie nach Joinville eingemeindet.

Infolge der Wirtschaftskrise von 1857 brach auch das Handelshaus Christ. Matthias Schröder & Co. 1858 zusammen. Schröder machte bankrott, er musste infolgedessen aus dem Rath ausscheiden. Der Rath gab eine Ehrenerklärung für ihn ab, er erhielt weiterhin die vollen Bezüge und durfte weiterhin den Titel Senator führen. Frédéric de Chapeaurouge wurde am 5. Mai 1858 zu seinem Nachfolger gewählt.

Der Hamburger Bürgermeister Carl August Schröder war ein Enkel von Schröder.[3]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Deutsches Geschlechterbuch, Band 128, 1962; S. 189
  2. Percy Ernst Schramm: Neun Generationen: Dreihundert Jahre deutscher "Kulturgeschichte" im Lichte der Schicksale einer Hamburger Bürgerfamilie (1648–1948). Band I u. II, Göttingen 1963/64; Band 2, Seite 186
  3. Deutsches Geschlechterbuch, Band 128, 1962; S.194