Christian Menn

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Die Sunnibergbrücke von Nordwesten

Christian Menn (* 3. März 1927 in Meiringen) ist ein Schweizer Bauingenieur, emeritierter Professor an der ETH Zürich und Brückenbauer. Er ist ein weltweit anerkannter Fachmann für ästhetisch ansprechende Brücken und gilt als der bedeutendste Schweizer Brückenbauer der Gegenwart.

Leben[Bearbeiten]

Seine Familie stammt aus Graubünden, der Vater Simon Menn war ebenfalls Bauingenieur. In Chur besuchte Christian Menn bis 1946 das Kantonale Gymnasium. Danach begann er das Studium des Bauingenieurwesens an der ETH Zürich, welches er 1950 mit dem Diplom abschloss. Anschliessend war er bei zwei Büros in Chur und Zürich sowie einer Bauunternehmung in Bern als Ingenieur angestellt, ehe er von 1953 bis zu seiner Promotion 1956 als Assistent an der ETH Zürich bei Professor Pierre Lardy tätig war. Im Folgenden sammelte er nochmals bei der Bauunternehmung Société Dumez in Paris und einem Ingenieurbüro in Bern praktische Erfahrung, bevor er 1957 in Chur sein eigenes Ingenieurbüro gründete. In den folgenden 14 Jahren projektierte er mit seinem Büro über 100 Brücken, davon über 80 im Kanton Graubünden. Insbesondere seine Bogenbrücken, wie z.B. die Naninbrücke Mesocco mit 112 m Spannweite in der Südrampe der San Bernardino Passstrasse, stehen in der Tradition seines bedeutenden Landsmannes Robert Maillart. 1970 gewann Menn zusammen mit seinen Kollegen Emch und Berger aus Bern den Wettbewerb um das Felsenauviadukt, eine 1116 Meter lange Autobahnbrücke. Die Brücke hat maximale Stützweiten von 144 Meter und wurde als einzelliger Spannbetonhohlkasten im Freivorbau errichtet.

1971 folgte Christian Menn einem Ruf auf die Professur für Baustatik und Konstruktion an der ETH Zürich, die er bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1992 innehatte. In dieser Zeit entwarf er unter anderem die spektakuläre 678 Meter lange Ganterbrücke am Simplonpass, die eine Hauptöffnung mit 174 Meter Spannweite aufweist. Heute ist er als beratender Ingenieur tätig und entwickelt Brückenentwürfe, wie für die Sunnibergbrücke bei Klosters, die Leonard P. Zakim Bunker Hill Memorial Bridge in Boston oder zur Zeit eine Schrägseilbrücke über den Grimselsee im Berner Oberland. Er berät bei Brückenprojekten weltweit und ist Jurymitglied bei nationalen und ausländischen Wettbewerben.

Ehrungen[Bearbeiten]

Für sein vielseitiges, international beachtetes Lebenswerk wurde Christian Menn mehrmals ausgezeichnet. So wurde er unter anderem 1982 mit dem Fritz-Schumacher-Preis und 1990 mit der Freyssinet-Medaille der Fédération Internationale de la Précontrainte geehrt. 1996 erhielt er die Ehrendoktorwürde der Universität Stuttgart und 2003 den deutschen Ingenieurbaupreis. 2009 erhielt er den International Award of Merit in Structural Engineering.

Bauwerke[Bearbeiten]

Werke[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Thomas Vogel, Peter Marti (Hrsg.): Christian Menn – Brückenbauer (= Gesellschaft für Ingenieurbaukunst. Bd. 3). 2., ergänzte Auflage. vdf, Hochschulverlag AG an der ETH Zürich, Zürich 2009, ISBN 978-3-7281-3137-9.
  • David P. Billington: The Tower and the Bridge. Basic Books, New York 1983, ISBN 978-0-69102393-9 .

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Christian Menn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien