Christian Schenk (Leichtathlet)

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Christian Schenk (links) 1989 im Gespräch mit Ulf Timmermann

Christian Schenk (* 9. Februar 1965 in Rostock) ist ein ehemaliger deutscher Leichtathlet, der – für die DDR startend – 1988 bei den Olympischen Spielen die Goldmedaille im Zehnkampf gewann.

Sportliche Laufbahn[Bearbeiten]

Christian Schenk ist der Sohn des früheren DDR-Meisters im Hürdenlauf, Eberhard Schenk, und wurde schon im Vorschulalter zum Sporttreiben angehalten. Nachdem er als Turner zu groß wurde, wechselte er 1975 zur Leichtathletik und begann 1982 mit dem Zehnkampf.

Er gewann bei den Junioreneuropameisterschaften 1983 die Silbermedaille. Im Jahr darauf erreichte Schenk, als er bei den DDR-Meisterschaften Vierter wurde, erstmals über 8000 Punkte (8043 Punkte). 1985 belegte er mit der DDR-Mannschaft beim Zehnkampf-Europacup den zweiten Platz. 1987 wurde er bei den Weltmeisterschaften in Rom Fünfter (8304 Punkte) und gewann mit der DDR-Mannschaft beim Zehnkampf-Europacup.

Seinen größten Erfolg erzielte Schenk 1988 mit seinem Sieg bei den Olympischen Sommerspielen in Seoul (8488 Punkte, Einzelleistungen: 11,25 s - 7,43 m - 15,48 m - 2,27 m - 48,90 s - 15,13 s - 49,28 m - 4,70 m - 61,32 m - 4:28,95 min). Seine Hochsprungleistung von 2,27 m ist die größte bis heute in einem Zehnkampf übersprungene Höhe. Er erzielte sie als einziger Straddle-Springer im Wettkampf, und war damit womöglich der letzte bedeutende Interpret dieser Sprungtechnik. Für seinen Olympiasieg wurde er 1988 mit dem Vaterländischen Verdienstorden in Gold ausgezeichnet.[1]

In Split gewann Schenk bei den Europameisterschaften 1990 mit 8433 Punkten die Bronzemedaille und auch bei den Weltmeisterschaften 1991 in Tokio wurde er Dritter (8394 Punkte). An den Olympischen Spielen 1992 konnte er wegen einer Verletzung im entscheidenden Qualifikationswettkampf nicht teilnehmen. Im Jahr darauf stellte er bei den Weltmeisterschaften in Stuttgart mit 8500 Punkten seine persönliche Bestleistung auf und wurde Vierter. 1994 beendete er seine Sportkarriere, in der er 1985, 1987 und 1990 DDR-Vizemeister und 1991 und 1993 deutscher Meister geworden war.

Christian Schenk startete in der DDR-Zeit für den SC Empor Rostock und trainierte bei Klaus-Gerhard Schlottke. Nach dem Ende der DDR wechselte er zum USC Mainz. Er trainierte unter Axel Schaper und Holger Schmidt und war Mitbegründer des Zehnkampf-Teams. In den nach der Wende öffentlich gewordenen Unterlagen zum Staatsdoping in der DDR fand sich bei den gedopten Sportlern auch der Name von Schenk .[2] Nach dem Ende der DDR trat er durch zahlreiche freiwillige Dopingkontrollen hervor.

Berufliches[Bearbeiten]

Schenk im Jahre 2014

Während seiner Sportlerkarriere hatte Christian Schenk ein Medizinstudium begonnen und wechselte später zur Publizistik an die Universität Mainz. Nach einer dreijährigen Tätigkeit beim ZDF-Sport gründete er 1996 seine Agentur für Sport- und Gesundheitsmarketing sowie Incentives in Berlin. Schenk initiierte und leitet u.a. das Sporthilfe Elite-Forum auf Schloss und Gut Liebenberg und das Bildungsprogramm für Schüler Erkenne Deine Stärken. Er ist Schirmherr des Bündnisses gegen Depressionen der Hansestadt Rostock und im Verein Sportler für Organspende.

Christian Schenk ist geschieden, hat zwei Söhne und lebt in Potsdam.

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Neues Deutschland, 12./13. November 1988, S. 4
  2. Brigitte Berendonk: Doping. Von der Forschung zum Betrug. Reinbek 1992, ISBN 3-499-18677-2, S. 183

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Christian Schenk – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien