Christian Wallner

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Christian Wallner (2008)

Christian Wallner (* 30. März 1948 in Gmunden; † 9. März 2010 in Salzburg) war ein österreichischer Schriftsteller, Kolumnist und Kabarettist.

Leben[Bearbeiten]

Christian Wallner lebte in seiner Jugend in Thalheim bei Wels, wo sein Vater über viele Jahre Bürgermeister war. Er besuchte das Gymnasium in Wels. Anschließend studierte er Geschichte, Klassische Philologie und Publizistik an der Universität Salzburg. Während der Studienzeit und danach arbeitete er für Tageszeitungen, den ORF und für deutsche Sendeanstalten. Seit 1966 lebte und arbeitete Wallner fest in Salzburg. Er veröffentlichte Prosa, Lyrik, Essays, Hörspiele, Drehbücher, Kabarettprogramme, Kolumnen und erhielt zahlreiche Stipendien, Preise und Ehrungen. Von seinen Fernseharbeiten fanden eine Sendung über Georg Trakl (1979) und ein dokumentarisches Fernsehspiel über Kirche und NS-Staat mit dem Titel „Der Zwiebelturm“ (1983) besondere Beachtung.

Wallner war Dramaturg am Salzburger Landestheater, Vorstandsmitglied der Grazer Autorenversammlung, Mitglied der Salzburger Autorengruppe, weiters Redaktionsmitglied der Literaturzeitschriften „SALZ“ und „Wespennest“, Jurymitglied unter anderem des Bruno-Kreisky-Preises und des Rauriser Literaturpreises, „Writer in Residence“ (Austin, Texas), Moderator von Fernseh-Talkshows, Leiter von Schreibwerkstätten und verfasste zahlreiche Beiträge für Jahrbücher und Anthologien.

Als Autor und Darsteller eigener Kabarettprogramme („Gruppe MotzArt“) in Zusammenarbeit mit anderen Salzburger Kabarettkünstlern wie Gerald Fratt und Gerhard Laber hatte sich Wallner seit 1983 als Gründer und Programmgestalter des internationalen Kabarett-Festivals „MotzArt-Woche“ einen Namen gemacht. (Diese wortspielerische Bezeichnung ist eine Zusammensetzung aus dem umgangssprachlichen Wort „motzen“ für „nörgeln“ und dem englischen Wort „art“; sie versteht sich als satirische Reaktion auf die in der Salzburger Hochkultur etablierte Konzertreihe „Mozart-Woche“.) Lokal und regional war Christian Wallner insbesondere durch seine wöchentliche Samstagskolumne in den „Salzburger Nachrichten“ bekannt.

Jahrelang war Wallner auch im Rahmen der ARGE-Kultur Salzburg aktiv und hatte nicht unwesentlich an der Errichtung und Gestaltung des Neubaus dieser Einrichtung mitgewirkt.

Christian Wallner verstarb im 62. Lebensjahr am 9. März 2010 an einem Krebsleiden.[1]

Stipendien, Auszeichnungen und Ehrungen[Bearbeiten]

  • 1972 Förderungsstipendium des Georg-Trakl-Preises
  • 1973 Staatsstipendium für Literatur
  • 1974 Förderungspreis des Landes Oberösterreich
  • 1976 Förderungspreis zum österreichischen Staatspreis
  • 1998 Goldenes Verdienstzeichen des Landes Salzburg
  • 2005 Verleihung des Titels Professor

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • MotzArt. Müller, Salzburg 1998
  • Schweigen ist Blei I-V. Nick Hilton im Kampf gegen das Böse. Eichborn, Frankfurt/Main 1987/1988
  • Das Glück ist ein Suchen. Lübbe, Bergisch Gladbach 1984
  • Schatten über Herrenstein. Lübbe, Bergisch Gladbach 1983
  • Freund und Feind. Winter, Salzburg 1978

Literatur[Bearbeiten]

  • Anna Karavanou: Motive der Trivialliteratur und ihre Parodierung. Christian Wallners Parodien und ihre historischen Horizonte. PhiL.Diss. Klagenfurt 1987.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Todesmeldung in den "Salzburger Nachrichten"

Weblinks[Bearbeiten]