Christian Wolff (Komponist)

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Christian Wolff mit präpariertem Klavier im Februar 2007

Christian Wolff (* 8. März 1934 in Nizza) ist ein US-amerikanischer Komponist mit deutschen Eltern. Er studierte Altphilologie an der Harvard University und unterrichtete das Fach und Musik bis zu seiner Pensionierung am Dartmouth College in New Hampshire.

Leben[Bearbeiten]

Christian Wolff wurde als Sohn des ersten Kafka-Verlegers Kurt Wolff in Frankreich geboren, wuchs aber in den USA auf, wo er ab 1941 seine Schulzeit in New York verbrachte. Seit 1948 hatte er Klavierunterricht bei Grete Sultan, die seinen Eltern von der Pianistin Katja Andy empfohlen worden war. Als er 1950 Grete Sultan seine ersten Kompositionen zeigte, meinte sie, er solle Unterricht bei John Cage nehmen, mit dem sie eng befreundet war. So lernte er durch sie bereits als 16-Jähriger den Komponisten John Cage und seinen Kreis kennen, zu dem Morton Feldman, Earle Brown, der Pianist und Komponist David Tudor, der Tänzer und Choreograph Merce Cunningham, aber auch Maler wie Robert Rauschenberg, Mark Rothko oder Philip Guston gehörten.

Wolff schenkte Cage das Buch I Ging, das sein Vater verlegt hatte. Das Buch hatte einen entscheidenden Einfluss auf Cages weitere Kompositionspraxis. Wolff war der Jüngste in einer Gruppe von Musikern und Komponisten, die in Anlehnung an die New York School der genannten Maler des Abstrakten Expressionismus – der ersten von Europa unabhängig kreierten Kunstform Amerikas nach dem Jazz – bald ebenso genannt wurde und deren herausragendste Köpfe Cage, Feldman, Brown und Wolff waren.

Seit 1999 ist Wolff Mitglied der Akademie der Künste in Berlin.

Wolff engagierte sich später auch politisch, was sich in einer Reihe von Werken niederschlug. Beispiele sind Accompaniments für einen singenden Pianisten mit Texten aus dem Buch China: The Revolution Continued, Bread and Roses für Violine nach dem gleichnamigen Lied der Frauenbewegung oder die Werkreihe Peace Marches.

Werkauswahl[Bearbeiten]

  • Duo for Pianists I (1957)
  • For 1, 2, or 3 People (1964)
  • Edges (1968)
  • Prose Collection (1968–71, c. 1986 & 1997)
  • Burdocks (1970–71)
  • Changing the System (1973-4)
  • Exercises (1973- )
  • Wobbly Music (1975–76)
  • I Like to Think of Harriet Tubman (1985)
  • Eight Days a Week Variation (1990)
  • Percussionist Songs (1994–95)
  • Pianist - Pieces (2001)
  • Ordinary Matter (2001–04)
  • John Heartfield (Peace March 10) (2002)
  • Microexercises (2006)

Weiterführende Literatur[Bearbeiten]

  • (1998) Cues: Writings & Conversations/Hinweise: Schriften und Gespräche, Köln: Musiktexte (eds.) G. Gronemeyer & R.Oehlschagel.
  • (2001) Robert Carl, Christian Wolff: On tunes, politics, and mystery, in Contemporary Music Review. Issue 4, S. 61-69.
  • (2002) Frank J. Oteri, A chance encounter with Christian Wolff, in NewMusicBox [United States]; 3/11:35; Mar. http://www.newmusicbox.org/page.nmbx?id=35fp00
  • (2004) Stephen Chase & Clemens Gresser, 'Ordinary Matters: Christian Wolff on his Recent Music', in Tempo 58/229 (July), S. 19-27.
  • Stephen Chase (Hrsg.): Changing the system : the music of Christian Wolff, Farnham [u.a.] : Ashgate, 2010, ISBN 978-0-7546-6680-6
  • Moritz von Bredow: Rebellische Pianistin. Das Leben der Grete Sultan zwischen Berlin und New York. (Biographie, 368 S., 60 Abb. - Viele Bezüge zu Christian Wolff, John Cage und dem New Yorker Musikleben) Schott Music, Mainz, 2012. ISBN 978-3-7957-0800-9

Weblinks[Bearbeiten]