Christian Wulff

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Christian Wulff

Christian Wilhelm Walter Wulff (* 19. Juni 1959 in Osnabrück) ist ein deutscher Politiker (CDU).

Seit dem 4. März 2003 ist er Ministerpräsident des Landes Niedersachsen.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Leben und Beruf

Nach dem Besuch der Elisabethschule und dem Abitur am Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium in Osnabrück absolvierte Wulff ein Studium der Rechtswissenschaft mit wirtschaftswissenschaftlichem Schwerpunkt an der Universität Osnabrück, welches er 1987 mit dem ersten juristischen Staatsexamen beendete. Nachdem er 1990 sein Referendariat mit dem zweiten Staatsexamen abschloss, war er als Rechtsanwalt tätig.

Christian Wulff ist seit 2008 in zweiter Ehe mit Bettina Wulff (geb. Körner) verheiratet und hat mit ihr einen Sohn. Außerdem brachte Bettina Körner einen Sohn aus einer früheren Beziehung mit in die Ehe. Aus der ersten Ehe mit seiner damaligen Frau Christiane hat er eine Tochter.

[Bearbeiten] Partei

Christian Wulff trat 1975 in die CDU ein. Hier engagierte er sich zunächst in der Schüler Union, deren Bundesvorsitzender er von 1978 bis 1980 war. Von 1979 bis 1983 gehörte er dem Bundesvorstand der Jungen Union an. Anschließend war er von 1983 bis 1985 Landesvorsitzender der Jungen Union Niedersachsen. Seit 1984 gehört er dem Landesvorstand der CDU in Niedersachsen an, von 1994 bis 2008 war er deren Landesvorsitzender. Wulff ist seit dem 7. November 1998 einer von vier stellvertretenden Bundesvorsitzenden der CDU und seit dem 21. März 2003 Mitglied im Vorstand der Konrad-Adenauer-Stiftung.

[Bearbeiten] Abgeordneter

Von 1986 bis 2001 war Wulff Ratsherr der Stadt Osnabrück, von 1989 bis 1994 als Beigeordneter und Vorsitzender der CDU-Ratsfraktion.

Seit 1994 ist er als direkt gewählter Abgeordneter des Wahlkreises Osnabrück-West Mitglied des Niedersächsischen Landtages (MdL). Von Juni 1994 bis März 2003 war Wulff Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion.

[Bearbeiten] Öffentliche Ämter

Ministerpräsident Wulff bei der Konferenz der norddeutschen Regierungschefs im April 2008

Christian Wulff trat bei den Landtagswahlen 1994 und 1998 als CDU-Spitzenkandidat für das Amt des Ministerpräsidenten an. Mit Ergebnissen von 36,4 % (1994) bzw. 35,9 % (1998) für die CDU konnte er sich jedoch nicht gegen den Amtsinhaber Gerhard Schröder durchsetzen. Dies gelang Wulff gegen den Ministerpräsidenten Sigmar Gabriel bei der Landtagswahl 2003 mit einem Ergebnis von 48,3 % der Stimmen. Bei der Landtagswahl am 27. Januar 2008 verteidigte die CDU ihre Rolle als stärkste politische Kraft in Niedersachsen. Trotz schwerer Verluste von über 6%-Punkten errang sie 42,5% der Stimmen.

Am 4. März 2003 wurde er zum Ministerpräsidenten des Landes Niedersachsen gewählt. CDU und FDP haben in Niedersachsen eine Koalition gebildet. Wulff führte eine aus sieben CDU- und zwei FDP-Ministern bestehende Landesregierung an.

Ab Oktober 2006 war Christian Wulff turnusmäßig Vorsitzender der deutschen Ministerpräsidentenkonferenz. Am 17. Oktober 2007 gab er den Vorsitz an den hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch ab.

Nach dem erneuten Wahlsieg der CDU bei der Landtagswahl in Niedersachsen 2008 einigte man sich auf die Fortführung der CDU/FDP-Koalition mit Christian Wulff als Ministerpräsident und Regierungschef. Am 26. Februar 2008 wurde er erneut zum Ministerpräsidenten gewählt.

[Bearbeiten] Gesellschaftliches Engagement, Auszeichnungen und Ämter

Wulff ist Schirmherr der Initiative Schüler Helfen Leben und der Deutschen Multiple-Sklerose-Gesellschaft. Er ist außerdem Schirmherr der Stiftung „Eine Chance für Kinder“, die die Lebensbedingungen von sozial benachteiligten Frauen und Kindern verbessern will, der niedersächsischen Sportstiftung, die Aktivitäten zugunsten des Breiten-, Leistungs-, Behinderten- und Nachwuchssports in Niedersachsen fördert und der niedersächsischen Tafeln, die qualitativ einwandfreie Lebensmittel, die im Wirtschaftskreislauf nicht mehr verwendet und ansonsten vernichtet werden würden, an Bedürftige verteilen. Wulff ist außerdem Kuratoriumsmitglied des dem CVJM nahestehenden Vereins ProChrist.

Im November 2003 erhielt Wulff den Deutschen Mittelstandspreis der Düsseldorfer Verlagsgruppe „markt intern“[1] für seinen herausragenden und überzeugenden Einsatz sowie seiner klaren Positionen zum Wohle des Mittelstandes. Im Oktober 2006 wurde ihm der Deutscher Mittelstandspreis des Bundes der Selbständigen und der Bundesvereinigung mittelständischer Unternehmer wegen seiner Wirtschaftspolitik, die sich vorwiegend an mittelständischen Strukturen orientiert und seines Eintretens für eine christlich-konservative Wertevermittlung an Kinder und Jugendliche verliehen[2].

Als Ministerpräsident von Niedersachsen gehört Wulff auch dem Aufsichtsrat der Volkswagen AG an[3].

Stellvertretend für die Regierung des Landes Niedersachsen wurde Wulff im Jahr 2005 der Negativpreis Big Brother Award in der Kategorie "Behörden und Verwaltung" verliehen für die Zerschlagung der Datenschutzaufsicht in Niedersachsen, die ab 2006 dem niedersächsischen Innenministerium zugeordnet werden sollte, und die damit verbundene Missachtung der Richtlinie 95/46/EG (Datenschutzrichtlinie), die eine völlige Unabhängigkeit der Datenschutzaufsicht fordert.[4]

[Bearbeiten] Politik

Aufgrund der seiner Meinung nach desolaten finanziellen Lage Niedersachsens setzte Wulff von Anfang an auf eine rigide Sparpolitik, die auch vor sozialen Einschnitten nicht halt machte. So wurden unter anderem die Ausgaben im Hochschulbereich drastisch gekürzt. Er rechnet es sich als Verdienst an, dass die jährliche Neuverschuldung Niedersachsens seit seinem Amtsantritt mehr als halbiert wurde. Hiermit wurde immerhin die Zunahme der Verschuldung reduziert. Eine Verringerung der Schulden gelang bislang nicht. Immerhin konnte im Jahr 2007 erstmals seit 2001 wieder ein verfassungskonformer Haushaltsplan vorgelegt werden, in dem die Investitionen höher sind als die Neuverschuldung.

Am Anfang seiner Regierungszeit wurde eine Schulstrukturreform durchgeführt, bei der die Orientierungsstufen (Klasse 5 und 6) abgeschafft wurden und ein Zentralabitur bereits nach 12 Schuljahren eingeführt wurde. Die Lernmittelfreiheit wurde ebenfalls abgeschafft.

Weiterhin wurden mehr Polizisten zum Zwecke der inneren Sicherheit eingestellt.

Wulff lehnt eine Kreisreform in Niedersachsen ab und favorisiert stattdessen eine interkommunale Zusammenarbeit. Unter der Führung von Wulff führte die Landesregierung in Niedersachsen eine Verwaltungsreform durch, in deren Rahmen die Bezirksregierungen abgeschafft und eine zweistufige Landesverwaltung eingeführt wurde.

Wulff ist Mitglied des sogenannten „Andenpaktes“, einer nichtoffiziellen Seilschaft damals junger Unionspolitiker.

[Bearbeiten] Kabinette

[Bearbeiten] Sonstiges

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Deutscher Mittelstandspreis 2003
  2. Mittelstandspreis 2006: Selbständige ehren Christian Wulff und Hugo Müller-Vogg
  3. Rundblick Jahrgang 2007/Nr. 058, 27. März 2007
  4. heise.de: Big Brother Awards: Deutschland, einig Datenland, Heise online vom 28. Oktober 2005

[Bearbeiten] Literatur

  • Fuhrer, Armin: Christian Wulff - Der Marathonmann. Olzog-Aktuell GmbH, München 2006, ISBN 978-3-7892-8167-9
  • Müller-Vogg, Hugo und Wulff, Christian: Besser die Wahrheit. Hoffmann und Campe, Hamburg 2007, ISBN 3-455-50046-3
  • Pruys, Karl Hugo: Christian Wulff - Ich mach mein Ding. Edition Q, Berlin 2002, ISBN 3-86124-559-0
  • Pruys, Karl Hugo: Christian Wulff. Deutschland kommt voran. Bebra Verlag, Berlin 2006, ISBN 978-3-89809-068-1

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: Christian Wulff – Bilder, Videos und Audiodateien
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