Christian Zervos

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Christian Zervos (* 1. Januar 1889 in Argostoli; † 12. September 1970 in Paris) war ein Kunstsammler, Kritiker und Verleger der Kunst- und Literaturzeitschrift Cahiers d’Art. Als einer der ersten Kunstkritiker schrieb er über Pablo Picasso und wurde später sein Verleger. Zervos erstellte das heute als grundlegend angesehene Werkverzeichnis der Arbeiten Picassos, das in den Éditions Cahiers d’Art ab 1932 veröffentlicht wurde.

Leben[Bearbeiten]

Christian Zervos wurde in Argostoli auf Kefalonia geboren. Seine Eltern emigrierten später nach Alexandria und von dort nach Marseille. Er studierte an der Sorbonne Philosophie und begann für die Kunstzeitschrift L’Art d’aujourd ’hui zu schreiben. 1926 gründete er mit Tériade die Kunst- und Literaturzeitschrift Cahiers d’Art (1926-1960), für die er unter anderem den Architekten Jean Badovici und seinen Freund Will Grohmann (als Korrespondent in Deutschland) gewinnen konnte. Zervos eröffnete zusammen mit seiner Frau Yvonne Marion eine Galerie, die später May Gallery hieß, und eine wichtige Institution französischer Kunst in der Zwischenkriegszeit war. Sie war auch nur eine von zwei Galerien in Frankreich die Werke von Wassili Kandinsky führten.

Das Musée Zervos im früheren Haus von Romain Rolland in Vézelay

Als die Nazis in Deutschland begannen gegen „entartete Kunst“ zu wüten, gehörte Zervos zu den wenigen, die sich kritisch in der Öffentlichkeit dazu äußerten und polemische Artikel schrieben. Zur Ausstellung „Exhibition of 20th Century German Art“ in London druckte er einen Artikel von Grohmann ohne dessen Zustimmung und Kenntnis. Grohmann geriet in Bedrängnis und wurde sogar kurzfristig verhaftet. 1947 versöhnten sich Zervos und Grohmann und setzten sich intensiv für eine deutsch-französische Zusammenarbeit im kulturellen Sektor ein.

Neben seinem Einsatz für die Moderne interessierte sich Christian Zervos für die Kykladische und prähistorische Kunst. Er schrieb zahlreiche Monografien, so über Henri Rousseau und Frank Lloyd Wright.

Im Jahr 2006 eröffnete das Musée Zervos im früheren Haus des Schriftstellers Romain Rolland in Vézelay.[1]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Michel Psellos, Un philosophe néoplatonicien du XIe siècle. Paris 1920 (Reprint 1974)
  • Catalogue raisonné des œuvres de Pablo Picasso. Paris, éditions Cahiers d’art, 1932–1978
  • The Art of Crete
  • The Art of the Cyclades
  • L’art de l’époque du Renne en France

Literatur[Bearbeiten]

  • Martin Schieder, Werner Spies, Karl-Otto Götz: Im Blick des anderen: Die Deutsch-französischen Kunstbeziehungen, 1945–1959. Akademie Verlag, 2005 ISBN 3-05-004148-X (Kapitel über die Freundschaft Zervos-Grohmann)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Musée Zervos