Christiana-Inseln

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Christiana (Χριστιανά)
Askania (links) und Christiani (rechts)
Askania (links) und Christiani (rechts)
Gewässer Ägäisches Meer
Archipel Kykladen
Geographische Lage 36° 14′ N, 25° 12′ O36.24143525.2081299Koordinaten: 36° 14′ N, 25° 12′ O
Christiana (Χριστιανά) (Griechenland)
Christiana (Χριστιανά)
Anzahl der Inseln 3
Hauptinsel Christiani (Χριστιανή)
Gesamtfläche 1,45 km²
Einwohner (unbewohnt)

Die unbewohnten griechischen Christiana-Inseln (griechisch Χριστιανά (n. pl.)) bestehen aus drei Felseninseln und einigen Felsen in der südlichen Ägäis. Administrativ gehören die Christiana-Inseln zur Gemeinde Thira, die meist Santorin genannt wird, in der Region Südliche Ägäis (Περιφέρεια Νότιου Αιγαίου).

Lage[Bearbeiten]

Die Felseninseln liegen etwa 23 km südwestlich von Santorin. Nach Größe von Nordwest nach Südost Christiani (Χριστιανή, 1,188 km²[1] 279 m Höhe[2]), Askania (Ασκανιά, 0,257 km²[1], 144 m Höhe[2]) und Eschati (Εσχάτη, 0,001 km[3], 15 m Höhe).

Geologie[Bearbeiten]

Die Christiana-Inseln sind vulkanischen Ursprungs und liegen wie Methana, Milos und Nisyros auf dem Ägäischen Inselbogen. Sie stellen das südwestliche Ende einer Schwächezone um die Vulkaninsel Santorin dar, die nach Nordosten über Palea Kameni und Nea Kameni bis zum Unterwasservulkan Kolumbos verläuft.

Geschichte[Bearbeiten]

Bereits während der Bronzezeit war Christiani besiedelt. Darauf weisen runde Gebäudestrukturen[4] sowie umfangreiche Keramikfunde der Kykladenkultur hin. Einige Funde wurden der Keros-Syros-Kultur (FK II) zugeordnet. Andere könnten die Lücke nach dem Abbruch der Siedlungskontinuität am Ende der Kastri-Kultur (FK III) um etwa 2200 v. Chr. zur mittelkykladischen Phylakopi-Kultur schließen. [5][6] Im Museum von Thira auf Santorin sind einige Fundstücke ausgestellt.

Einziges Zeugnis heutiger menschlicher Zivilisation ist die kleine Kapelle „Agios Vasilios“ im Norden von Christiani.

Natur[Bearbeiten]

Ganzjährig auftretende starke Winde in Kombination mit rauer See beeinflussen das Landschaftsbild der Vulkaninseln. Aufgrund ihrer abgeschiedenen Lage und von tiefem Meer umgebenen sind die Inseln ein wichtiger Rastplatz für Zugvögel sowie Brutgebiet für Seevögel und stellen ein bedeutendes terrestrisches Ökosystem dar.

Flora[Bearbeiten]

Die Vegetation der Küstenregion wird von obligaten Halophyten bestimmt, die an den Salzstandort der Küstenregion angepasst sind. Im Inneren der größeren Inseln bestimmen Phrygana-Vertreter wie Dorn-Bibernelle (Sarcopoterium spinosum), und Flockenblumen (Centaurea raphanina ssp. mixta) sowie die Winde Convolvulus pentapetaloides und Hartlaubgewächse das Landschaftsbild.

Fauna[Bearbeiten]

Neben Ägäischen Nacktfingern (Mesodactylus kotschyi) existiert auf den Inseln eine Population der Europäischen Katzennatter (Telescopus fallax).

Die Inseln sind ein Brutgebiet von Eleonorenfalken.

Naturschutz[Bearbeiten]

Zusammen mit anderen unbewohnten Felseninseln bilden die Christiana-Inseln in der südlichen Ägäis das Natura 2000 Gebiet GR 4210011 Vrachonisia Egeou: Velopoula, Falkonera, Ananes, Christiana, Paxia, Fteno, Makra, Astakidonisia, Syrna Gyro Nisia (Βραχονήσια Νοτίου Αιγαίου: Βελοπούλα, Φαλκονέρα, Ανάνες, Χριστιανά, Παχειά, Φτενό, Μακρά, Αστακιδονήσια, Σύρνα-Γύρω νησιά).[7] und sind zugleich als Special Protection Area GR4220022 Nisoi Christiana[8] und Important Bird Area GR 158 Christiana Islets (Νησίδες Χριστιανά) [9] eingestuft.

Bildergalerie[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b  Charles Arnold (Hrsg.): Die Inseln des Mittelmeers. Ein einzigartiger und vollständiger Überblick. 2. Auflage. marebuchverlag, Hamburg 2008, ISBN 3866480962.
  2. a b Seekarte, (BSH), G1091_9, Nisides Christiana, 1:50.000, 2001
  3. Fläche geschätzt vom Satellitenbild (NASA World Wind)
  4.  Ferdinand Fouqué, Alexander R. McBirney: Santorini and Its Eruptions. JHU Press, 1998, ISBN 9780801856143, S. 495.
  5.  Cyprian Broodbank: An Island Archaeology of the Early Cyclades. Cambridge University Press, 2002, ISBN 0521528445, 9780521528443. Seite 332, englisch
  6.  Eva Alarm-Stern: Die Ägäische Frühzeit. 2. Serie. Forschungsbericht 1975–2002. Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, 2004, ISBN 978-3-7001-3268-4, S. 1.372.
  7. Natura 2000 Gebiet GR4220011, griechisch [1]
  8. GR4220022 Nisoi Christiana, Europäische Umweltagentur [2]
  9. GR 158 Christiana Islets (Νησίδες Χριστιανά) BirdLife, griechisch [3]