Christiana Mariana von Ziegler

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Christiana Mariana von Ziegler. Kupferstich von Martin Bernigeroth, 1728.
Christiana Mariana von Ziegler. Kupferstich von Georg Daniel Heumann.
Medaille anlässlich ihrer Krönung zur „Poeta laureata“

Christiana Mariana von Ziegler (geb. Christiana Mariana Romanus; * 28. Juni 1695 in Leipzig; † 1. Mai 1760 in Frankfurt an der Oder) war eine deutsche Schriftstellerin zur Zeit der Aufklärung.

Inhaltsverzeichnis

Leben[Bearbeiten]

Christiana Mariana von Ziegler war das erste Kind des Juristen Franz Conrad Romanus und seiner Frau Christiana Maria, geb. Brummer. Der Vater wurde 1701 Bürgermeister der Stadt Leipzig und war einer der Förderer Georg Philipp Telemanns, der zwischen 1701 und 1704 in Leipzig lebte. Die Verhaftung des Vaters wegen Geldunterschlagung und Wechselfälschung (was nie bewiesen, oder geklärt wurde), prägte das gerade einmal elf Jahre alte Mädchen, auch wenn der gute Ruf der Familie unter der Inhaftierung des Vaters kaum litt. Franz Conrad Romanus starb 1746 im Gefängnis, ohne dass ein offizielles Urteil gegen ihn gesprochen worden wäre.

Mit nur 16 Jahren heiratete Christiana Mariana Romanus Heinrich Levin von Könitz, wodurch sie in den Stand des niederen Adels aufstieg. Der Ehemann starb jedoch bereits 1712 kurz nach der Geburt des gemeinsamen Kindes Johanna Mariana Henriette von Könitz. Sie heiratete 1715 erneut und zog mit ihrem zweiten Ehemann, dem Hauptmann George Friedrich von Ziegler, auf sein Gut Eckartsleben in der Nähe von Erfurt. Die zweite Tochter Carolina Augusta Louisa von Ziegler wurde 1716 geboren. Um 1722 starben Georg Friedrich von Ziegler, kurz darauf auch die beiden Töchter.

Die Witwe Christiana Mariana von Ziegler kehrte nach Leipzig zurück, wo ihre Vermögensverhältnisse ihr ein unabhängiges Leben erlaubten. In den folgenden Jahren bis 1741 wurde sie der Mittelpunkt eines der ersten literarisch-musikalischen Salons in Deutschland, den sie in ihrem Elternhaus, dem Romanushaus, eröffnete. Neben Johann Sebastian Bach zählte auch Johann Christoph Gottsched zu den Besuchern, der 1724 von Christiana Mariana von Ziegler in die Leipziger Gesellschaft eingeführt wurde. Bach vertonte bereits 1725 neun geistliche Kantaten Christiana Mariana von Zieglers, die neben weiteren Dichtungen im Jahr 1728 veröffentlicht wurden, ein zweiter Teil folgte 1729. Sie veröffentlichte Artikel in Gottscheds Moralischer Wochenschrift Die vernünftigen Tadlerinnen und wurde 1730 das erste und einzige weibliche Mitglied in Gottscheds „Deutscher Gesellschaft“ in Leipzig. Am 17. Oktober 1733 erhielt sie von der Universität Wittenberg die kaiserlich privilegierte Dichterkrone einer „Poeta laureata“, ihr letztes Werk erschien sechs Jahre später.

Im November 1741 heiratete Christiana Mariana von Ziegler den Professor der Geschichte, der Natur und des Völkerrechts Wolf Balthasar Adolf von Steinwehr, mit dem sie nach Frankfurt an der Oder zog. Literarisch trat sie nur noch mit Übersetzungen an die Öffentlichkeit. In Frankfurt an der Oder starb sie 1760 im Alter von 64 Jahren.

Werke[Bearbeiten]

  • Versuch in gebundener Schreib-Art 1728, darin neun Kantaten, die Johann Sebastian Bach vertonte
  • In Gebundener Schreib-Art: Anderer und letzter Theil 1729
  • Moralische und vermischte Sendschreiben: an einige Ihrer vertrauten und guten Freunde gestellet 1731
  • Vermischete Schriften in gebundener und ungebundener Rede 1739

Literatur[Bearbeiten]

  • Gisela Brinker-Gabler (Hrsg.): Deutsche Dichterinnen vom 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Gedichte und Lebensläufe. Fischer-Taschenbuchverlag, Frankfurt/M. 1978, S. 113–121, ISBN 3-596-21994-9.
  • Christine Wolter: Mariane oder Die Unsterblichkeit, Faber & Faber, Leipzig 2004, ISBN 3936618429

Weblinks[Bearbeiten]