Christiansborg (Accra)

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Historische Darstellung von Christiansborg Castle
Osu Castle heute

Die Christiansborg, auch bekannt als Osu Castle, in Ghanas Hauptstadt Accra ist eine 1652 gebaute Burg an der Küste des Golfs von Guinea. Seit 1957 ist sie Sitz der ghanaischen Regierung. Die Burg steht an einer Stelle, an der die Portugiesen 1550 ein befestigtes Gebäude errichtet haben. Die Burg wurde 1652 von Schweden gebaut und 1658 von Dänemark erobert. Zu diesem Zeitpunkt erhielt sie ihren heutigen Namen. Von 1680 bis 1682 konnte Portugal die Burg erobern, von 1682 bis 1683 fiel sie an den lokalen Akwamu-Stamm, bevor die Dänen sie zurückkauften. Von 1693 bis 1694 konnten sie wieder Einheimische erobern, bevor die Dänen die Burg endgültig wieder in Besitz nahmen. Genutzt wurde die Burg hauptsächlich als Basis für Sklavenjäger, die in der Region so massiv Gefangene machten, dass die Burg wenige Jahre nach der dänischen Übernahme um ein weiteres Gefängnis außerhalb der Mauern erweitert wurde, um 300 bis 400 Sklaven festhalten zu können, bis ein Schiff zum Abtransport zu den Zuckerplantagen auf den dänischen Jungferninseln eintraf.[1]

1850 wurde die Burg an Großbritannien verkauft. Die Briten bauten die Burg um, so dass sie von 1877 bis 1957 Sitz des Gouverneurs der Goldküste war. Seit Ghanas Unabhängigkeit 1957 ist sie Sitz der ghanaischen Regierung. Sie ist nicht öffentlich zugänglich und darf auch nicht fotografiert werden. Ein Stadtteil von Accra trägt den gleichen Namen, Christiansborg bzw. Osu. Christiansborg ist eines von etwa 35 historischen Forts der ghanaischen Küste.

5.5630555555556-0.17694444444444Koordinaten: 5° 33′ 47″ N, 0° 10′ 37″ W

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Möhle, Heiko (2011): Die Sklavenhändler. Hamburgs Weg nach Übersee. In: ders. (Hg.): Branntwein, Bibeln und Bananen. Der deutsche Kolonialismus in Afrika. S. 13