Christie’s

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Portrait of a Halberdier, 1528–1530, Jacopo da Pontormo, versteigert für 35,2 Mio US$
Adele Bloch-Bauer II, 1912, Gustav Klimt, versteigert für 87,9 Mio. US$

Christie’s ist eines der traditionsreichsten Auktionshäuser der Welt mit Hauptsitz in London.

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste Auktion führte James Christie am 5. Dezember 1766 durch. Er arbeitete für die Aristokratie und für die königliche Familie. Im 18. und 19. Jahrhundert stand das Auktionshaus u. a. in Verbindung mit Katharina II. und verkaufte ihr die Gemäldesammlung Robert Walpoles, die einen wichtigen Beitrag für die Eremitage in Sankt Petersburg bedeutete.

Heute operiert Christie’s weltweit und hat einen jährlichen Umsatz von 6,3 Milliarden US-Dollar (2007). Die wichtigsten Auktionsorte sind London, New York, Paris und Hongkong.

In letzter Zeit verkaufte Christie’s u. a. Werke und persönlichen Besitz von Pablo Picasso, Rembrandt, Leonardo da Vinci, Vincent van Gogh und Napoleon Bonaparte.

Christie’s steht im Besitz des französischen Milliardärs Pinault (Gucci, Puma (Sportartikel), PPR, Château Latour). Seit 2008 wird aufgrund der Wertverluste von Pinaults Beteiligungen über einen Verkauf von Christie’s spekuliert, laut einem Artikel der "Times" vom Ende Dezember 2008 seien mehrere Investorengruppen an einem Kauf interessiert.[1] 2009 beschäftigte das Unternehmen 1.900 Mitarbeiter weltweit.[2]

Rekordauktionen[Bearbeiten]

  • 1989 ersteigerte das J. Paul Getty Museum das Portrait of a Halberdier von Jacopo da Pontormo für 35,2 Mio. US$[3]. Das Bild galt lange Zeit als das am teuersten verkaufte Gemälde eines der Alten Meister, bis im Juli 2002 Rubens Kindermord von Betlehem für rund 76,7 Mio. US$ versteigert wurde.
  • 2005 erreichte die Fotografie Untitled (Cowboy) von Richard Prince bei Christie’s New York den Rekordpreis von über 1 Million US$, und erzielte damit den bis dato höchsten Preis für ein einziges Foto.
  • 2006 wurde bei Christie’s in Hongkong eine Porzellanschüssel aus der Zeit der Qing-Dynastie für 22,24 Mio. US$ versteigert.
  • Ebenfalls 2006 wurde bei Christie’s eine Violine Stradivaris für 3,544 Mio. US$ versteigert, was zu der Zeit der höchste Preis für ein Musikinstrument war.
  • Am 8. November 2006 wurden vier Bilder von Gustav Klimt in New York für 192 Mio. US$ versteigert. Das Gemälde Adele Bloch-Bauer II erzielte 87,936 Mio. US$ und damit den fünfthöchsten Preis, der jemals für ein Gemälde bezahlt wurde. Apfelbaum I erzielte 40,336 Mio. US$, Buchenwald/Birkenwald 33,056 Mio. US$, Häuser in Unterach am Attersee 31,376 Mio. US$. Die Käufer blieben anonym.
  • Das Seerosenbild Le Bassin Aux Nymphéas von Claude Monet wurde 2008 für 80,4 Mio. US$ versteigert, der höchste Preis der jemals für ein Werk Monets erzielt wurde.
  • Das Ölgemälde Nackte, grüne Blätter und Büste von Pablo Picasso wurde durch das telefonische Gebot eines unbekannten Bieters am 4. Mai 2010 bei Christie’s in New York für 106,5 Mio. US$ versteigert.
  • Der Dr. No Bikini aus dem Film „James Bond – 007 jagt Dr. No“ wurde 2001 in einer Auktion für über 40.000 £ an einen Sammler verkauft.
  • Als "teuerster Teppich der Welt" wurde ein persischer Vasenteppich aus dem 17. Jahrhundert im April 2010 nach einem Bieterwettstreit für umgerechnet 7,2 Mio Euro an einen arabischen Interessenten versteigert. Das Augsburger Auktionshaus Georg Rehm hatte den Teppich zuvor mit nur 900 Euro katalogisiert.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Christie’s – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. The Times, Artikel von Kate Walsh, 28. Dez. 2008
  2. Bericht über Christie’s, Bloomberg, Juni 2009
  3. New York Times, Michael Kimmelmann, Bericht vom Juni 1989