Christine (Stephen King)

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Christine ist ein im Jahre 1983 durch den New Yorker Viking Verlag herausgegebener Roman des US-amerikanischen Schriftstellers Stephen King. Die deutsche Übersetzung von Bodo Baumann veröffentlichte der Bastei-Lübbe Verlag im gleichen Jahr. Eine gleichnamige Verfilmung stammt ebenfalls aus dem Jahre 1983.

Inhalt[Bearbeiten]

Erzählt wird die Geschichte eines Schülers und seiner Liebe zu und Abhängigkeit von einem Auto, einem 58er Plymouth Fury. Er nennt es Christine, weil der Vorbesitzer das Auto ebenfalls so genannt hat. Der Roman wird großteils aus der Perspektive von Dennis Guilder erzählt, dem Freund der Hauptfigur Arnie Cunningham.

Im Jahr 1978 ist Arnie Cunningham 17 Jahre alt, und in der Schule ein Außenseiter. Sein einziger Freund ist der sportliche und beliebte Dennis. Eines Tages entdeckt Arnie auf einer Wiese ein Autowrack, einen zweifarbig lackierten 1958er Plymouth Fury. Gegen Dennis' Rat kauft Arnie den Oldtimer und fängt an, ihn auf einem nahegelegenen Schrottplatz zu restaurieren. Nach Hause darf er den Wagen nicht bringen, da seine Eltern das Projekt ablehnen.

Bald merkt Dennis, dass Christine kein normales Auto ist. Die Restaurierung macht ungewöhnlich schnelle Fortschritte, die mit dem Zeit- und Geldbudget eines Schülers eigentlich nicht zu erreichen sind. Arnie gewinnt Selbstvertrauen. Es gelingt ihm sogar, den Jungenschwarm der Schule, Leigh Cabot, als Freundin zu gewinnen. So muss Dennis Guilder erleben, dass er für Arnie nicht mehr so wichtig wie früher ist.

Arnie verändert sich weiter, aber zusehends zum Schlechteren. Aus Selbstvertrauen wird Arroganz. Er wird jähzornig, aufbrausend und verhält sich immer mehr wie der erste Besitzer des Plymouths, ein Veteran der US-Army namens Roland D. LeBay, der kurz nach dem Verkauf seines Wagens gestorben ist. Auch Leigh spürt, dass etwas mit Arnie nicht stimmt. Sie vermutet, dass das Auto dahinter steckt, und redet im Vertrauen mit Dennis. Zusammen mit ihm versuchen sie Arnies und Christines Geheimnis auf den Grund zu gehen, um so ihren Freund zu retten.

Bald merken sie, dass Christine und mit ihr Roland LeBay Arnie in Besitz genommen haben. LeBay scheint in dem Auto zu spuken. Menschen, die ihm gefährlich werden - Zeugen oder einige Jugendliche, die Arnie terrorisieren - tötet LeBay auf brutale Art und Weise, indem er sie mit dem Auto jagt und überrollt. Aber immer, wenn die Polizei Verdacht schöpft, und "Christine" auf Unfallspuren untersucht, findet sie nur einen glänzenden Wagen ohne jeden Kratzer vor, da sich Christine nach jedem Mord selbst ausbeult.

LeBay und Christine verführen den jungen Arnie, so dass er sich nur noch in seinem Auto wohlfühlt und fast an nichts anderes mehr denken kann. Der Geist von LeBay beginnt, von Arnie Besitz zu ergreifen, so dass Arnie immer deutlichere Züge von LeBay annimmt. Äußerlich zeigt sich das daran, dass er ein Korsett trägt, ganz wie der Veteran der US-Army. Mehr und mehr vertritt er dieselben engstirnigen und rassistischen Ansichten wie LeBay. Dennis erfährt von LeBays Bruder mehr über die Vergangenheit des ehemaligen Besitzers von Christine, und so wundert es ihn nicht, als Leigh ihm erzählt, Christine wolle sie töten - schon als der Wagen noch LeBay gehörte, ist darin ein Mensch ums Leben gekommen. Auch Arnies Vater Michael wird von Christine getötet.

In der Zeit, in der sie zusammen Nachforschungen betreiben, verlieben sich Dennis und Leigh. Arnie und Christine versuchen vergeblich, sie auseinanderzubringen. Schließlich gelingt es Dennis Guilder und Leigh Cabot, Christine zu zerstören. Kurz darauf sterben Arnie und seine Mutter Regina bei einem mysteriösen Autounfall. Augenzeugen berichten, dass sie mit einer dritten Person gekämpft hätten und Regina - eine eigentlich sichere Autofahrerin - von der Straße abgekommen sei. Im Wrack findet sich aber sonst niemand.

Dennis und Leigh trennen sich später, bleiben aber in freundschaftlichem Kontakt. Und ein paar Jahre später hört Dennis von einem seltsamen Vorfall in einem Autokino...

Wissenswertes[Bearbeiten]

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Der Roman hat - nicht zuletzt auch durch seine Verfilmung - ein intensives Interesse an Christines Wagentyp, dem 1958er Plymouth Fury, ausgelöst. King wählte für seinen Roman deshalb den 1958er Fury, weil es das Automodell jener Epoche war, über das am wenigsten geschrieben wurde. Natürlich passte der Name ("Furie") auch gut zum "Charakter" von Christine. Allerdings kannte King dieses Auto nicht besonders gut oder nahm sich mehrere dichterische Freiheiten:

- Die erstickende Leigh wird von einem über die Hecktür ein- und aussteigenden Anhalter gerettet, aber den sportlichen Fury gab es zumindest 1958 nur als Zweitürer.

- Chryslers (Mutterkonzern von Plymouth) Automatikgetriebe dieser Zeit hieß "TorqueFlite", nicht "Hydramatic" (das war die Automatik bei General Motors, aber der Name klingt natürlich dramatischer).

- Mehrfach wird der Automatik-Wählhebel erwähnt, bei Plymouth wurde aber die Automatik durch Druckknöpfe am Armaturenbrett links vom Lenkrad ("Push-Button-Drive") gesteuert, was in der Werbung als besonders komfortabel hervorgehoben wurde.

Falsch ist dagegen wohl der oft gemachte Vorwurf, King habe nicht gewusst, dass das Modell Fury ausschließlich in Weiß mit goldenen Seitenstreifen angeboten wurde. Sowohl George LeBay als auch Arnie selber erwähnen im Roman ausdrücklich, Roland LeBay habe seinen Wagen auf besonderen Kundenwunsch in Rot-Weiß bestellt. Das mag die Einzigartigkeit des Wagens betonen. Gleichzeitig korrespondiert es - ob von King tatsächlich bewusst so beabsichtigt, sei hier dahingestellt - mit dem Wunsch LeBays, keinen Oberklassewagen wie die von ihm so gehassten "Scheißer" zu fahren: die exklusive weiß-goldene Ausführung des Fury strahlte Luxus aus und war primäres äußeres Erkennungsmerkmal von Plymouths Topmodell, das also durch die rot-weiße, eher den einfacheren Ausführungen entsprechende Lackierung entwertet wird.

Diskutiert wird auch die Frage nach dem genauen Jahrgang des Modells, da die Modelle jährlich variierten. Auf der ersten Hardcover-Ausgabe des Romans ist King auf einem 1957er Modell sitzend abgebildet. Die im Roman beschriebenen Doppelscheinwerfer gab es jedenfalls erst 1958 - im Jahr davor waren sie noch nicht in allen US-Bundesstaaten zugelassen, weshalb Plymouth in diesem Jahr die bereits designtechnisch vorgesehenen inneren Scheinwerfer mit anderer Funktion (Blinker) besetzte.

Der zunächst extrem schlechte Zustand des Wagens im Roman dürfte für amerikanische Leser nicht überraschend gewesen sein: in der Tat galten die Plymouth-Modelle dieser Jahre als recht rostanfällig.

Noch im Jahre der Veröffentlichung 1983 wurde der Roman von John Carpenter verfilmt, ebenfalls unter dem Titel Christine. Die Dreharbeiten begannen bereits vor der offiziellen Publikation des Werkes. Auch Carpenter wählte für die „Rolle“ der Christine den 1958er Plymouth Fury, jenes gut motorisierte Modell der mittlerweile nicht mehr existierenden Marke Plymouth, wenn auch im Film meist aus Beschaffungsgründen die ähnlichen Schwestermodelle Belvedere oder Savoy zu sehen sind. Auch im Film rollt zu Beginn die rot-weiße Christine auf einem Montageband voller weiß-goldener Furies. Ihre sich selbst verriegelnden Türen werden im Film durch heruntergleitende Türknöpfe dargestellt. Eigentlich werden die Türen dieser Wagen durch Drehen des inneren Türgriffs verriegelt, was wohl viele Zuschauer irritiert hätte.

Verknüpfungen mit anderen Werken[Bearbeiten]

  • Ein Geist in Es fährt einen rot-weißen Plymouth, offenkundig Christine.
  • Megan, das Mädchen aus der Novelle Zeitraffer (in Nachts) glaubt an Gespenster und 'Autos, die zum Leben erwachen und Leute überfahren'.
  • Im Film "Riding the Bullet", fährt George Staub einen Plymouth Fury von 1960, der Christine ähnelt. Im gleichnamigen Buch ist jedoch ein Ford Mustang das Auto von George Staub.
  • In der Verfilmung des Romans Katzenauge (Film) wird die Katze, die die Episoden miteinander verknüpft, fast von einem rot-weißen Plymouth überfahren.
  • Im Fernsehmehrteiler The Stand (Das Letzte Gefecht) fahren zwei der Hauptdarsteller einen Plymouth. Auf dem Lederanhänger des Schlüsselbundes sind die Buchstaben "A.C." (=Arnie Cunningham) zu erkennen.
  • In Der Anschlag legt Jake Epping, kaum dass er im Jahre 1958 gelandet ist, seine Hand auf einen ganz neuen Plymouth Fury. Der Ex-Mann von Jakes Freundin Sadie fährt ebenfalls einen rot-weißen 58er Plymouth Fury.
  • In der US-Fernsehserie Supernatural jagen Sam und Dean ein Geisterauto, dessen Fahrer Farbige in den 1960er Jahren gejagt und getötet hat und selbst bei einem Kampf getötet wurde.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Ausführliche Zusammenfassung der Geschichte