Christlich-soziale Partei (Schweiz)

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Dieser Artikel beschreibt die eigenständige Partei CSP. Für die Christlichsoziale Partei als Sektion oder Gründer der CVP siehe Christlichsoziale Partei (CVP).
Christlich-soziale Partei (Schweiz)

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Gründungsdatum: 1997
Präsidium: Marius Achermann
Generalsekretärin: Marlies Schafer-Jungo
Mitglieder: 1500[1]
(Stand: 2011)
Wähleranteil: 0,2 %[2]
(Stand: NR-Wahlen 2011)
Nationalrat:
Ständerat:
Kantonale Parlamente: 15 Sitze (0,6 %)[3]
(Stand: März 2014)
Kantonale Regierungen: 0 Sitze[4]
(Stand: März 2014)
Parteigliederung: 5 Kantonalparteien
Website: www.csp-pcs.ch

Die Christlich-soziale Partei (CSP) (französisch Parti chrétien-social, italienisch Partito Cristiano Sociale, rätoromanisch Partida cristiansociala) ist eine Schweizer Partei.

Aktuelle Verbreitung[Bearbeiten]

CSP-Sektionen existieren in den Kantonen Freiburg, Jura, Luzern (faktisch inaktiv), Zug[5] und Zürich sowie im französischsprachigen Teil des Wallis. Eine gewisse Bedeutung in der kantonalen Politik haben die Sektionen Freiburg und Jura. Im Kanton Zürich tritt die CSP bei Wahlen normalerweise auf den Listen der Grünen an.

Vertretung in den politischen Institutionen[Bearbeiten]

Die einzige Vertreterin der CSP im schweizerischen Parlament war bis 2011 die Freiburger Nationalrätin Marie-Thérèse Weber-Gobet, welche im Jahr 2008 den langjährigen Nationalrat Hugo Fasel ersetzte. Sie wurde bei den Schweizer Parlamentswahlen 2011 nicht wiedergewählt. In den Kantonsparlamenten von Freiburg (4/110), Jura (8/60), Wallis (3/130) und Zürich (1/160) ist die CSP mit insgesamt 16 Parlamentariern vertreten.

Geschichte[Bearbeiten]

Innerhalb der Katholisch-Konservativen Partei (heute Christlichdemokratische Volkspartei) gab es seit der Industrialisierung in mehreren Kantonen eigenständige Christlichsoziale Parteien, die sich besonders sozialen Anliegen verpflichtet fühlten. In den Kantonen Freiburg und Jura existierten seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts christlich-soziale Kantonalparteien ausserhalb der CVP.

1989 trat die CSP Graubünden nach internen Querelen aus der CVP aus und trat danach als unabhängige CSP auf. Im Jahr 2000 löste sie sich auf[6]. Ähnliches geschah 1993 in der Stadt Zürich, wo sich, nachdem die CVP ihren damaligen Stadtrat nicht zur Wiederwahl portierte, der Grossteil der Christlichsozialen mit dem wiedergewählten Stadtrat Willy Küng zur «Freien CSP» der Stadt Zürich abspaltete. Nach dem Zusammenschluss zur CSP Schweiz (1997) änderte die «Freie CSP Zürich» ihren Namen in «CSP Zürich» und politisiert seither unter diesem Namen im Kanton Zürich.

Wie im Jahr zuvor angekündigt, gründeten 1997 die CSP-Kantonalparteien Freiburg und Jura sowie die freie CSP des Kantons Luzern und die freie CSP der Stadt Zürich eine von der CVP unabhängige Christlich-soziale Partei der Schweiz (CSP – französisch Parti chrétien-social). Prominenteste Mitglieder der neuen Partei, die von einem vierköpfigen Gremium geleitet wird, waren der Nationalrat Hugo Fasel (FR) und der damalige Zürcher Stadtrat Willy Küng. Die CSP will sich links von der CVP mit christlichem Hintergrund für sozial und ökologisch ausgerichtete politische Lösungen einsetzen. Der Leitgedanke beinhaltet «die gelebte Solidarität mit den sozial und wirtschaftlich Schwächeren und die Achtung der Umwelt». Die CVP zeigte sich verärgert über den Namen der neuen Partei, da es bereits eine CSP innerhalb der CVP gibt, der 14 kantonale Gruppierungen angehören (u. a. auch eine CSP Luzern). Von einer «Abspaltung» mochte sie nicht sprechen, da diese vier Parteien schon bisher ausserhalb der CVP gestanden hätten.

Die CSP Obwalden hatte von 2005 bis 2010 Beobachterstatus bei der CSP Schweiz. 2010 beendete sie die Zusammenarbeit mit der CSP Schweiz[6] und ist seitdem mit keiner schweizerischen Partei organisatorisch verbunden. Die CSP Obwalden ist im Kanton Obwalden eine bedeutende politische Kraft. Sie ist seit 1960 mit einem oder zwei Mitgliedern im Regierungsrat und seit 1982 mit einer eigenen Fraktion im Obwaldner Kantonsrat vertreten.[7]

Im Jahr 2006 trat die 1997 gegründete[8] CSP Unterwallis von der CVP zur CSP Schweiz über.[9]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Der Bund kurz erklärt. Schweizerische Bundeskanzlei, 2011, S. 21
  2. Gesamtschweizerische Parteistärken in % : Nationalratswahlen 1971–2011. Bundesamt für Statistik, Neuenburg 2011
  3. Mandatsverteilung. Bundesamt für Statistik, 30. März 2014, abgerufen am 22. April 2014 (html).
  4. Kantonale Regierungen. Bundesamt für Statistik, 30. März 2014, abgerufen am 22. April 2014 (html).
  5. Website der CSP Zug
  6. a b Nationalratswahlen 2011 : Der Wandel der Parteienlandschaft seit 1971. Bundesamt für Statistik, Neuenburg 2011, S. 17, ISBN 978-3-303-17036-6
  7. [1]
  8. Norbert Zufferey: Vous avez dit PCS? – Présentation du PCS dans le Peuple Valaisan. CSP Unterwallis, 2005 (Pressecommuniqué, franz.)
  9. Jahrbuch Schweizerische Politik 2005 (Passwort erforderlich)