Christo Marinow

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Christo Marinow, bulgarisch Христо Маринов, (* 14. März 1987 in Stara Sagora) ist ein bulgarischer Ringer. Er wurde 2010 Weltmeister im Mittelgewicht des griechisch-römischen Stils.

Werdegang[Bearbeiten]

Christo Marinow begann als Jugendlicher im Jahre 2000 mit dem Ringen. Er konzentriert sich dabei auf den griechisch-römischen Stil und gehört dem Rincerclub Lowetsch an. Er ist 1,78 Meter groß und ringt im Mittelgewicht, der Gewichtsklasse bis 84 kg Körpergewicht. Seit er der bulgarischen Nationalmannschaft der Ringer angehört, wird er von Bratan Zenow trainiert und von Stefan Mitow gemanagt. Bereits im Juniorenalter wurde er vom bulgarischen Ringerverband bei vielen internationalen Meisterschaften eingesetzt. Das beste Resultat, das er dabei erzielte, war der zweite Platz bei der Junioren-Europameisterschaft (Altersgruppe Cadets) im Jahre 2004 in Albena im Weltergewicht. An guten Ergebnissen hat er im Juniorenbereich noch zwei fünfte Plätze bei der Junioren-Europameisterschaft 2006 in Szombathely und bei der Junioren-Weltmeisterschaft 2006 in Guatemala-Stadt, jeweils im Mittelgewicht, zu verzeichnen.

Bei den Senioren nahm er erstmals im Jahre 2006 an einer internationalen Meisterschaft teil. Er unterlag dabei bei der Europameisterschaft in Moskau in der ersten Runde gegen Bernhard Mayr aus Deutschland und kam auf den 15. Platz. Auch in den Jahren 2007 bis 2009 konnte er sich bei den internationalen Meisterschaften nicht im Vorderfeld platzieren. Er schaffte es auch nicht, sich für die Olympischen Spiele 2008 in Peking zu qualifizieren.

Trotz dieser eher mittelmäßigen Ergebnisse hielt der bulgarische Ringerverband an Christo Marinow fest. Ein erster Erfolg zeigte sich dann bei der Europameisterschaft 2010 in Baku, wo er im Mittelgewicht mit einer Niederlage gegen Lennie Persson aus Schweden und einem Sieg über Juri Malai aus Moldawien den 11. Platz belegte. Eine regelrechte Leistungsexplosion gelang ihm dann bei der Weltmeisterschaft 2010 in Moskau. Er besiegte dort im Mittelgewicht Artur Omarow, Tschechien, Amer Hrustanovic, Österreich, den Olympiasieger von 2004 und vierfachen Weltmeister Alexei Mischin aus Russland, Damian Jankowski aus Polen und im Endkampf auch den Kubaner Pablo Shorey Hernandez und wurde damit sensatinall neuer Weltmeister im Mittelgewicht.

In den folgenden Jahren wechselten sich bei ihm Erfolg und Misserfolg ab. So gewann er bei der Europameisterschaft 2011 in Dortmund nach Siegen über Attila Tamas, Rumänien und Zoltan Fodor, Ungarn, einer Niederlage gegen Wasil Rachyba, Ukraine und Siegen über Artur Omarov, Tschechien und Damian Janikowski, Polen, eine Bronzemedaille. Bei der Weltmeisterschaft dieses Jahres in Istanbul verlor er schon in der ersten Runde gegen Lee Se-yeol aus Südkorea und landete damit auf den 29. Platz.

2012 wurde er dann in Belgrad im Mittelgewicht Europameister vor Damian Janikowski, Schan Belenjuk aus der Ukraine und Viktor Lörincz aus Ungarn. Bei den Olympischen Spielen 2012 in London verlor er wieder seinen ersten Kampf und zwar gegen Danijal Gadschijew aus Kasachstan. Da dieser das Finale nicht erreicht, schied er aus und kam nur auf den 18. Platz.

Christo Marinow ist auch in Deutschlands Ringerkreisen gut bekannt, denn er rang von 2008 bis 2010 für den KSV Ketsch, in der Saison 2010/2011 für den AC Lichtenfels und wird in der Saison 2012/13 für den KSV Aalen an den Start gehen.

Internationale Erfolge[Bearbeiten]

Jahr Platz Wettbewerb Gewichtsklasse Ergebnisse
2003 24. Junioren-EM (Cadets) in Rostow am Don Welter Sieger: Akaki Lochadse, Georgien vor Laimutis Adomaitis, Litauen
2004 2. Junioren-EM (Cadets) in Albena/Bulgarien Welter hinter Nikita Mechnikow, Russland, vor Richard Dajka, Ungarn
2005 3. Iwan-Petrow-Turnier in Sofia Mittel hinter Nikolai Stojanow, Bulgarien u. Levani Kezevadze, Russland
2005 15. Junioren-WM in Vilnius Mittel Sieger: Yanarbek Kanjajew, Kirgisistan vor Ghasem Rezaie, Iran
2006 7. Welt-Cup in Budapest Mittel Sieger: Kim Jung-sub, Südkorea vor Alexei Mischin, Russland
2006 15. EM in Moskau Mittel nach Niederlage gegen Bernhard Mayr, Deutschland und Sieg über Michael Jauch, Schweiz
2006 5. Junioren-EM in Szombathely Mittel Sieger: Cenk Ildem, Türkei vor Artur Schahinjan, Armenien
2006 5. Junioren-WM in Guatemala-Stadt Mittel Sieger: Cenk Ildem vor Jan Fischer, Deutschland
2007 24. EM in Sofia Mittel nach Punktniederlage gegen Witali Lischynski, Ukraine; Sieger: Alexei Mischin vor Jan Fischer
2007 18. Junioren-EM in Belgrad Mittel Sieger: Alan Kugajew, Russland vor Timo Antero Kallio, Finnland
2007 28. WM in Baku Mittel nach Punktniederlage gegen Badri Chasaija, Georgien u. Sieg über Alfredo Ovando, Chile
2008 26. Olympia-Qualifikations-Turnier in Rom Mittel Sieger: Mélonin Noumonvi, Frankreich vor Andrei Samochin, Kasachstan
2008 5. Olympia-Qualifikations-Turnier in Novi Sad Mittel Sieger: Schalwa Gadabadse, Aserbaidschan vor Attila Batky, Slowakei
2009 1. Ion-Codreanu-Memorial in Pitești Mittel vor Nenad Zugaj, Kroatien u. Amer Hrustanovic, Österreich
2009 17. EM in Vilnius Mittel nach Punktniederlage gegen Denis Nikolajew, Israel
2009 22. WM in Herning/Dänemark Mittel nach Punktniederlage gegen Badri Chasaija
2010 11. EM in Baku Mittel nach Punktniederlage gegen Lennie Persson, Schweden und Punktsieg über Juri Malai, Moldawien
2010 1. WM in Moskau Mittel mit Siegen über Artur Omarow, Tschechien, Amer Hrustanovic, Österreich, Alexei Mischin, Russland (2:1 Runden, 1:0, 3:4, 1:0 techn. Punkte), Damian Janikowski, Polen und Pablo Shorey Hernandez, Kuba
2011 3. EM in Dortmund Mittel nach Siegen über Attila Tamas, Rumänien und Zoltan Fodor, Ungarn, einer Niederlage gegen Wasil Rachyba, Ukraine und Siegen über Artur Omarov, Tschechien und Damian Janikowski, Polen
2011 29. WM in Istanbul Mittel nach einer Niederlage gegen Lee Se-yeol, Südkorea
2012 1. EM in Belgrad Mittel vor Damian Janikowski, Schan Belenjuk, Ukraine und Viktor Lörincz, Ungarn
2012 5. Olympia-Qualif.-Turnier in Sofia Mittel hinter Wasil Rachyba, Amer Hrustanovic, Österreich, Ara Abrahamian, Schweden und Theodoros Tounisidis, Griechenland
2012 1. Olympia-Qualif.-Turnier in Helsinki Mittel vor Wladimir Gegeschidse, Georgien, Adrian Mocanu, Moldawien und Dean Van Zyl, Südafrika
2012 18. OS in London Mittel nach einer Niederlage gegen Danijal Gadschijew, Kasachstan
2013 1. Dan Kolow & Nikola Petrow-Memorial in Plowdiw Mittel vor Ahmed Yildirim, Türkei, Nikolai Dobrew, Bulgarien und Tadeusz Michalik, Polen

Erläuterungen[Bearbeiten]

  • OS = Olympische Spiele, WM = Weltmeisterschaften, EM = Europameisterschaften
  • Weltergewicht, damals bis 76 kg, Mittelgewicht, bis 84 kg Körpergewicht
  • Altersgruppe: Kadetten bis zum 16. Lebensjahr, Junioren bis zum 18. bzw. 20. Lebensjahr

Quellen[Bearbeiten]

  • Fachzeitschrift Der Ringer,
  • Datenbank des Instituts für Angewandte Trainingswissenschaften der Universität Leipzig (Anm.: In der Siegerleiste der WM 2010 wird fälschlicherweise ein "Dimitar" Marinow als Weltmeister geführt, Weltmeister wurde aber Christo Marinow)
  • Websites des KSV Ketsch und des AC Lichtenfels

Weblinks[Bearbeiten]