Christoph Bode

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Christoph Bode (2010)

Christoph Bode (* 13. Mai 1952 in Siegen) ist Anglist und Amerikanist und Inhaber des Lehrstuhls für Englische Literatur der Moderne am Department für Anglistik und Amerikanistik der Fakultät für Sprach- und Literaturwissenschaften der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Schule und Studium[Bearbeiten]

Christoph Bode ist das zweite Kind des Privatschuldirektors und Universitätslektors für Anglistik und Amerikanistik Dr. Adolf Bode und seiner Frau Ute Bode, geb. Kuß. Im Jahr 1971 legte Bode das Abitur am Städtischen Gymnasium Siegen, heute Gymnasium am Löhrtor, ab und studierte anschließend Englisch, Geographie und Philosophie/Pädagogik an der Philipps-Universität Marburg und am University College, Cardiff, Großbritannien. Auf das Staatsexamen 1976 folgte 1978 die Promotion (Anglistik, Amerikanistik, Philosophie/Pädagogik), sowie der Zivildienst (1978 bis 1980).

Beruflicher Werdegang[Bearbeiten]

Seit 1977 war Bode am englischen Seminar der Christian-Albrechts-Universität Kiel beschäftigt, wo er 1986 seine Habilitation abschloss und erst als Akademischer Rat und ab Mitte 1989 als Hochschuldozent tätig war. Von Oktober 1989 bis März 1990 übernahm er an der Justus-Liebig-Universität Gießen die Vertretung einer Professur für englische und amerikanische Literatur und wurde in Kiel 1991 zum Außerplanmäßigen Professor ernannt. 1992 erfolgte ein Ruf an die Otto-Friedrich-Universität Bamberg auf eine Professur für englische und amerikanische Literaturwissenschaft. 1997 war Bode als Visiting Professor an der University of California, Los Angeles. 2000 erhielt er einen Ruf an die Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg und parallel dazu einen weiteren auf eine C4-Professur für "Englische Literatur der Moderne" an die Ludwig-Maximilians-Universität München mit Ernennung zum Ordinarius im April 2001.

Schwerpunkte in Forschung und Lehre[Bearbeiten]

Im Zentrum von Bodes Forschung stehen die Literatur der britischen und europäischen Romantik, Lyrik- und Erzähltheorie sowie britische Reiseliteratur. Er ist seit 2001 Erster Vorsitzender der Gesellschaft für englische Romantik und engagiert sich für die engere Vernetzung der deutschen anglistischen Romantikforschung mit der britischen und amerikanischen (British Association for Romantic Studies bzw. North American Society for the Study of Romanticism). Zwischen 2000 und 2006 war Bode European Convener der Wordsworth Summer Conference in Grasmere, England. Er hat seit 1997 16 internationale Konferenzen und workshops, allesamt im Bereich der Romantikforschung, organisiert oder mitorganisiert.

Mitgliedschaften[Bearbeiten]

Bode ist Mitglied in mehr als zwölf akademischen Vereinigungen, darunter

  • Deutscher Anglistenverband (im Beirat 1998-2002)
  • North American Society for the Study of Romanticism (NASSR)
  • British Association for Romantic Studies (BARS)

Förderungen und Auszeichnungen[Bearbeiten]

Gutachter- und Beratertätigkeit[Bearbeiten]

Bode führte Gutachtertätigkeiten durch für die Deutsche Forschungsgemeinschaft, Alexander von Humboldt-Stiftung, Volkswagenstiftung, Österreichische Akademie der Wissenschaften, Studienstiftung des deutschen Volkes, das European Research Council, Cusanuswerk, European Romantic Review und den Verlag Routledge, und er ist seit 2007 Mitglied des Hochschulrates der Otto-Friedrich-Universität Bamberg und seit 2004 Mitglied des Prüfungshauptausschusses G des Bayerischen Kultusministeriums.

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

Monographien[Bearbeiten]

Dreizehn Monographien, darunter

  • Aldous Huxley, "Brave New World, München: Wilhelm Fink Verlag, 1985. (Text und Geschichte: Modellanalysen zur englischen und amerikanischen Literatur, Bd. 13; utb 1312); 2., verbesserte Auflage 1993.
  • Ästhetik der Ambiguität: Zu Funktion und Bedeutung von Mehrdeutigkeit in der Literatur der Moderne, Tübingen: Max Niemeyer Verlag, 1988. (Konzepte der Sprach- und Literaturwissenschaft, Bd. 4).
  • John Keats: "Play On", Heidelberg: Universitätsverlag C. Winter, 1996. (Anglistische Forschungen, Bd. 241).
  • Der Roman: Eine Einführung, Tübingen: Francke, 2005.
  • Selbst-Begründungen: Diskursive Konstruktion von Identität in der britischen Romantik 1: Subjektive Identität, Trier: Wissenschaftlicher Verlag Trier, 2008.

Mitherausgeberschaft[Bearbeiten]

Sieben Editionen, darunter zusammen mit

  • Hugo Keiper und Richard J. Utz, Nominalism and Literary Discourse: New Perspectives, Amsterdam/Atlanta: Rodopi, 1997. (Critical Studies, Vol. 10).
  • Ulrich Broich, Die Zwanziger Jahre in Großbritannien: Literatur und Gesellschaft einer spannungsreichen Dekade, Tübingen: Gunter Narr Verlag, 1998.
  • Sebastian Domsch, British and European Romanticisms: Selected Papers from the Munich Conference of the German Society for English Romanticism, Trier: Wissenschaftlicher Verlag Trier, 2007.

Reihenherausgeber[Bearbeiten]

  • Seit 2001 als Vorsitzender der Gesellschaft für englische Romantik Mitherausgeber der Reihe "Studien zur englischen Romantik" im Verlag Die Blaue Eule, ab Frühjahr 2005 bei WVT Trier.
  • Seit 2007 Mitherausgeber der Reihe "Münchener Universitätsschriften: Texte und Untersuchungen zur Englischen Philologie" in Peter Lang Verlag.
  • Seit 2007 Mitherausgeber der Reihe "Literatur - Kultur - Theorie" im Ergon Verlag, Würzburg.

Aufsätze[Bearbeiten]

Bode hat über 70 Aufsätze veröffentlicht, darunter

  • Look on my Works, ye Mighty, and despair!': Notes on the Non-teachability of Poetry, Anglistik & Englischunterricht Vol. 53 (1994): Teachable Poems from Sting to Shelley, 139-152.
  • Beyond/Around/Into One's Own: Reiseliteratur als Paradigma von Welt-Erfahrung, Poetica 26: 1-2 (1994), 70-87.
  • Anglistische Literaturwissenschaft und/oder Cultural Studies?, Anglia 114: 3 (1996), 396-424.
  • Azores High, Iceland Low: The Location and Dynamics of Shakespeare's Meaning and Value, Historicizing/Contemporizing Shakespeare: Essays in Honour of Rudolf Böhm, eds. Christoph Bode, Wolfgang Klooß, Trier: WVT, 2000, 25-51.
  • Poststructuralist Pooh, Anglistentag 2000 Berlin: Proceedings, ed. Jürgen Schlaeger, Trier: WVT, 2001, 343-354.
  • Europe, Romanticism: An Oxford Guide, ed. Nicholas Roe, Oxford: Oxford University Press, 2005, 126-136.
  • "I have travelled a good deal in Concord": Romantic Cosmopolitanism and the Quest for the Universal in the Particular, Symbolism: An International Annual of Critical Aesthetics 7 (2007), 259-280.

Rezensionen, Reviews, Lexikonartikel[Bearbeiten]

Bode hat über 50 Rezensionen, Lexikonartikel und Handbucheinträge verfasst, schwerpunktmäßig zu Romantik und Literaturtheorie.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Presseinformation Narrating Futures

Referenzen[Bearbeiten]

  • Bode, Christoph in Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender, 4 Teilbände. De Gruyter: Berlin (23. Ausgabe) 2011. ISBN 978-3-598-23630-3
  • Ludwig-Maximilians-Universität München, Bode, Christoph in Annual Report on English and American Studies (AREAS), Herausgeber Anja Holderbaum, Anne Kimmes, Joachim Kornelius, Trier: WVT, 1 ff. (1991 ff.) (biannual) ISBN 978-3-86821-339-3

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Christoph Bode – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien