Christoph Hein

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Christoph Hein, 2012

Christoph Hein (* 8. April 1944 in Heinzendorf (Jasienica) bei Münsterberg (Ziębice), Schlesien) ist ein deutscher Schriftsteller, Übersetzer und Essayist.

Leben[Bearbeiten]

Christoph Hein wuchs in der Kleinstadt Bad Düben bei Leipzig auf. Da er als Sohn eines Pfarrers kein Arbeiterkind war und er keinen Platz an einer Erweiterten Oberschule bekam, ging er bis zum Mauerbau auf ein Westberliner Gymnasium. Nach dem Mauerbau arbeitete er als Montagearbeiter, Buchhändler, Kellner, Journalist, Schauspieler und Regieassistent. 1964 legte er sein Abitur an der Abendschule ab. In Berlin und Leipzig studierte er zwischen 1967 und 1971 Philosophie und Logik. Danach wurde er Dramaturg und Autor an der Volksbühne in Ost-Berlin. Seit 1979 arbeitet er als freier Schriftsteller.

Hein spricht bei der Berliner Großdemonstration am 4. November 1989

Bekannt geworden ist Christoph Hein durch seine sehr erfolgreiche Novelle Der fremde Freund, die 1982 in der DDR veröffentlicht wurde und in Westdeutschland 1983 aufgrund des Titelschutzes als Drachenblut erschien. Sein erfolgreichstes Stück Die Wahre Geschichte des Ah Q wurde 1983 publiziert. Als Übersetzer bearbeitete er Werke von Jean Racine und Molière. Von 1998 bis 2000 war Christoph Hein erster Präsident des gesamtdeutschen PEN-Clubs, dessen Ehrenpräsident er seit Mai 2014 ist. Er war bis Juli 2006 Mitherausgeber der Wochenzeitung Freitag. Christoph Hein hat mit seiner inzwischen verstorbenen Ehefrau, der Filmregisseurin Christiane Hein,[1] zwei Söhne, der jüngere ist der Schriftsteller und Arzt Jakob Hein. Seit 2011 ist Christoph Hein mit Opernsängerin Maria Husmann verheiratet. Hein ist Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung und der Sächsischen Akademie der Künste.

Am 8. Oktober 2004 bestätigte der Berliner Kultursenator Thomas Flierl, dass mit Christoph Hein Vertragsverhandlungen über die Intendanz des Deutschen Theaters geführt werden. Hein sollte das Theater ab der Spielzeit 2006/2007 übernehmen und somit Nachfolger von Bernd Wilms werden, dessen Vertrag nicht verlängert wurde. Am 29. Dezember 2004 gab Hein nach zahlreichen Kritiken aus der Theaterwelt und der Presse auf einer Pressekonferenz bekannt, dass er das Amt des Intendanten 2006 nicht antreten werde.

Christoph Heins Roman Willenbrock wurde 2005 von Andreas Dresen verfilmt. Lyrische Werke von Christoph Hein wurden 2009 von Hans-Eckardt Wenzel vertont, mit dem Hein 1990 im Film Letztes aus der Da Da eR vor der Kamera gestanden hatte.

Am 13. April 2011 wurde Christoph Hein mit der Ehrenbürgerschaft der Stadt Bad Düben geehrt.[2]

Werke[Bearbeiten]

Stücke[Bearbeiten]

Prosa[Bearbeiten]

Heins Werke wurden u. a. in das Dänische, Englische, Finnische, Französische, Georgische, Griechische, Italienische, Katalanische, Koreanische, Norwegische, Polnische, Russische, Serbokroatische, Spanische, Schwedische, Tschechische und Ungarische übersetzt.

Bearbeitungen[Bearbeiten]

Vertonungen[Bearbeiten]

Hörspiele[Bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Christoph Hein: Vom unglücklichen Bewusstsein. In: LVZ-Online. 13. September 2005. (PDF; 0,2 MB).
  • Christoph Hein: Vom unglücklichen Bewusstsein. In: Freitag. 19. August 2005. ISSN 0945-2095
  • Klaus Hammer (Hrsg.): Chronist ohne Botschaft. Christoph Hein. Ein Arbeitsbuch. 1992, ISBN 3-351-02152-6.
  • Gottfried Fischborn: Christoph Hein. In: Alo Allkemper, Norbert Otto Eke (Hrsg.): Deutsche Dramatiker des 20. Jahrhunderts. Erich Schmidt Verlag, Berlin 2000, ISBN 3-503-04975-4, S. 683–691.
  • Bernd Fischer: Christoph Hein. Drama und Prosa im letzten Jahrzehnt der DDR. Heidelberg 1990, ISBN 3-533-04275-8.
  • Peter Hacks: [Laudatio für Christoph Hein]. In: Neue Deutsche Literatur. (ndl) 6/1982, S. 159–163.
  • Frank Hörnigk: Geschichte im Drama. 2 Bände Phil. Diss. B (= Habil.schrift) Berlin Humboldt-Univ, Band 2, DNB 820098957, S. 156–221.
  • Graham Jackman (Hrsg.): Christoph Hein in Perspective. (= German monitor. No. 51). Editions Rodopi, Amsterdam, Atlanta 2000, ISBN 90-420-1492-X.
  • Harald Jähner: Hilfe, das bürgerliche Theater kommt zurück!. In: Berliner Zeitung. 14. Oktober 2004, ISSN 0947-174X, S. 29.
  • Antje Janssen-Zimmermann: Gegenentwürfe. Untersuchungen zu Dramen Christoph Heins. Peter Lang, Frankfurt am Main 1988, ISBN 3-631-40377-1.
  • Rudolf Münz: Nachwort. In: Christoph Hein: Cromwell und andere Stücke. Aufbau, Berlin/ Weimar 1981, DNB 820239119.
  • Fabian Thomas: Neue Leben, neues Schreiben? Die „Wende“ 1989/90 bei Jana Hensel, Ingo Schulze und Christoph Hein. Martin Meidenbauer Verlag, München 2009, ISBN 978-3-89975-948-8.
  • Ralph Schock: Gespräch mit Christoph Hein. In: Sinn und Form. 5/2009, S. 628–639.
  • Ines Zekert: Untersuchungen zu poetologischen und geschichtsphilosophischen Positionen Christoph Heins unter besonderer Berücksichtigung seiner Walter-Benjamin-Rezeption. Phil. Diss. Univ. Leipzig 1991, DNB 920062695.

Filme[Bearbeiten]

  • Der Schriftsteller Christoph Hein – Von allem Anfang an. Dokumentarfilm, Deutschland, 2014, 29:40 Min., Buch und Regie: Leonore Brandt, Produktion: MDR, Reihe: Lebensläufe, Erstsendung: 3. April 2014 bei MDR, Der Schriftsteller Christoph Hein Von allem Anfang an, Inhaltsangabe von MDR.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Christoph Hein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkung[Bearbeiten]

  1. Bearbeitung. Siehe auch.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Dieter Jost: mehr wissen wollen – Ein Nachruf auf Christiane Hein. In: der Freitag, Nr. 6 vom 1. Februar 2002.
  2. Jörg Uhle-Wettler: Laudatio für Herrn Christoph Hein zum Ehrenbürger der Stadt Bad Düben. In: Stadtverwaltung Bad Düben, 13. April 2011, aufgerufen am 4. September 2014.