Christoph M. Schmidt

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Dennis J. Snower (IfW, links) und Christoph M. Schmidt (RWI, rechts)

Christoph M. Schmidt (* 25. August 1962 in Canberra, Australien) ist ein deutscher Volkswirt und Präsident des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung. Er lehrt an der Ruhr-Universität Bochum. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich Angewandte Ökonometrie, insbesondere arbeits- und bevölkerungsökonomische Fragestellungen.

Inhaltsverzeichnis

Leben [Bearbeiten]

Schmidt studierte Volkswirtschaftslehre an der Universität Mannheim, wo er sein Studium 1987 als Diplom-Volkswirt abschloss. Er wechselte dann an die Princeton University, erlangte dort 1989 einen Master-Abschluss und wurde 1991 mit einer empirischen Arbeit zum deutschen Arbeitsmarkt promoviert. Er habilitierte 1995 an der Universität München. Während seiner Ausbildung wurde er durch eine Princeton University Fellowship (1987-1990), die Alfred P. Sloan Doctoral Dissertation Fellowship (1990-1991) sowie mit einem Habilitandenstipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft (1992-1995) ausgezeichnet.[1]

Seit 1992 war er zunächst Research Affiliate, seit 1996 Research Fellow des Centre for Economic Policy Research (CEPR) in London, seit 1998 ist er ein Research Fellow des Bonner Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA). 1995 wurde er an den Lehrstuhl für Ökonometrie an der Universität Heidelberg berufen, den er bis 2002 innehatte. Seit 2002 ist er Professor an der Ruhr-Universität Bochum und Präsident des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) in Essen. Im März 2009 wurde Schmidt in den Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung berufen, wo er den Platz von Bert Rürup einnahm.[1] Im März 2013 übernahm er den Vorsitz des Sachverständigenrates von Wolfgang Franz. Seit Frühjahr 2011 ist er zudem sachverständiges Mitglied der Enquete-Kommission Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität des Deutschen Bundestages.

Schmidt war Mitherausgeber des Journal of Population Economics und publizierte in verschiedenen Fachzeitschriften wie The Review of Economics and Statistics und Journal of Public Economics.[1]

Positionen [Bearbeiten]

Im Zusammenhang mit Thilo Sarrazins Buch Deutschland schafft sich ab kritisierte er scharf dessen Methodik und warf ihm falsch verstandene Statistik und Rassismus vor. Sarrazin irre über die methodischen Grenzen statistischer Verfahren und gelange so zu absurden Schlussfolgerungen, mit denen er pseudowissenschaftlich rassistische Thesen zu untermauern suche.[2]

Im März 2013 forderte Schmidt wirtschaftspolitische Reformen in Deutschland, die er als Weiterentwicklung der „Hartz-Reformen“ der Jahre 2003 bis 2005 sieht. Dazu zählt er eine weitere Liberalisierung des Arbeitsmarkts und eine Erhöhung des Rentenalter von den beschlossenen 67 Jahren auf 70 Jahre.[3]

Weblinks [Bearbeiten]

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. a b c Christoph M. Schmidt beim RWI Essen
  2. Falsch verstandene Statistik und Rassismus, Handelsblatt, 6. September 2010
  3. Experten für Fortsetzung von Schröders Agenda-Politik. Auf: www.welt.de, 10. März 2013.