Christoph Meineke

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Christoph Meineke (2012)

Christoph Meineke (* 13. März 1979 in Hannover) ist ein deutscher Kommunalpolitiker. Der Parteilose ist Bürgermeister der Gemeinde Wennigsen (Deister) und Mitglied im Präsidium des Niedersächsischen Städtetages.

Ausbildung[Bearbeiten]

Nach dem Abitur am Matthias-Claudius-Gymnasium Gehrden studierte Meineke Volkswirtschaftslehre an der Wirtschaftsuniversität Wien, der Universität St. Gallen und der Zeppelin University Friedrichshafen. Er promoviert bei Birger Priddat an der privaten Universität Witten/Herdecke. Im Jahr 2012 absolvierte er an der Harvard Kennedy School eine Senior Executive Ausbildung. [1]

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeisterwahlen 2006 und 2014[Bearbeiten]

Erstmals in Norddeutschland gelang es ihm im Jahr 2006, als Einzelbewerber ohne Unterstützung durch eine Wählergemeinschaft gegen drei parteigebundenen Kandidaten der SPD, CDU und FDP in einer Direktwahl zum Bürgermeister gewählt zu werden. Meineke wurde durch die abschließende Stichwahl jüngster Hauptverwaltungsbeamter in Niedersachsen bis zum Jahr 2013. Diese Wahl sorgte bundesweit für Aufsehen und gilt als Referenz parteiloser Politik in der Bundesrepublik.[2][3][4] Wesentlich für seinen Erfolg war das starke persönliche Engagement im Wahlkampf. Der damals neue Einsatz von Social Media ist in wissenschaftlichen Arbeiten untersucht worden.[5]

Zur Bürgermeisterwahl im Mai 2014 trat Meineke erneut als parteiloser Kandidat an. Die SPD sprach sich für Meineke aus, die FDP und Bündnis 90/Die Grünen stellten keinen Kandidaten.[6] Die Meineke gewann die Wahl mit 89,6% gegen einen Kandidaten aus der CDU. [7][8]

Digitale Kommunalpolitik[Bearbeiten]

Meineke mit dem Online-Partizipationspreis 2012 für das Bürgerbeteiligungs-
verfahren zum Wennigser Wohnquartier Hohes Feld
Meineke neben dem Bürgermeister der Silicon-Valley-Stadt Cupertino Gilbert Wong an der Harvard University, 2012

Zu Beginn seiner Amtszeit hatte Meineke angekündigt, online Impulse zur Erneuerung der Idee der kommunalen Selbstverwaltung und digitaler Bürgerbeteiligung setzen zu wollen. Er baute unter anderem eine Kooperation mit dem Institut für Informationsmanagement der Universität Bremen auf. Dadurch wurde Wennigsen mit dem Projekt Klimaversprechen Teil des Programms "e2democracy".[9] Im Jahr 2012 errang die Gemeinde den erstmals in Deutschland verliehenen Preis für Online-Partizipation für das von Meineke auf den Weg gebrachte Bürgerbeteiligungsverfahren zum Wennigser Wohnquartier Hohes Feld.[10] Die Digitalprojekte sind auch ein Teil der Nominierung der Gemeinde zum Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2012 in der Kategorie Governance und Verwaltung.[11] Zu weiteren Aktionen mit der Online-Community gehörte zum Beispiel die Partnerschaft mit Wikimedia Deutschland zur Aktion Wiki Loves Monuments Wennigsen 2011. Er betreibt einen Blog und kommuniziert mit den Bürgern auf Twitter.[12][13]

Im Rahmen der Initiative Wissenschaftsjahr 2014 Die Digitale Gesellschaft des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und der Gesellschaft für Informatik wurde er mit der Auszeichnung Deutschlands Digitale Köpfe geehrt. Die Auszeichnung gilt jenen, die mit ihren Ideen und Projekten die digitale Entwicklung in Deutschland vorantreiben.[14]

Überörtliche Arbeit[Bearbeiten]

Meineke ist seit 2008 Mitglied und Vortragender im Innovators Club des Deutschen Städte- und Gemeindebundes.[15] Er referiert zu Themen der Bürgerbeteiligung im Internetzeitalter bei Institutionen wie der Deutschen Universität für Verwaltungswissenschaften in Speyer[16], dem Deutschen Institut für Urbanistik oder der ADV Österreich.[17] Im November 2013 wurde Meineke ins Präsidium des Niedersächsischen Städtetages gewählt. Er vertritt dort als Nachfolger des ehemaligen Hildesheimer Oberbürgermeisters Kurt Machens die parteilosen Bürgermeister.[18]

Publikationen[Bearbeiten]

  • Kommunalwahlkampf 2.0 Erfahrungen und Tipps, in: F.-R. Habbel/A.Huber (Hrsg.): Web 2.0 für Kommunen und Kommunalpolitik, Boizenburg: Verlag Werner Hülsbusch, 2008. ISBN 978-3-940317-36-0
  • Ausgezeichnete Bürgerkonsultation in Wennigsen - in zwei Stufen auf zwei Wegen In: NST-Nachrichten (Niedersächsischer Städtetag), Heft 7-8 2012, S. 162 - 165 (mit Herbert Kubicek)
  • Herausforderung online-Partizipation, in: H.Hill: Verwaltungskommunikation; Wissenschaftliche Analysen und praktische Beispiele. Wiesbaden: Nomos, 2013; S. 133-144. ISBN print: 978-3-8487-0711-9; ISBN online: 978-3-8452-4952-0

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Christoph Meineke – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Publicus-Artikel, abgerufen am 20. Februar 2013
  2. FAZ-Bericht, abgerufen am 1. November 2012
  3. http://www.dradio.de/dlf/sendungen/campus/591287
  4. Brand-eins-Artikel zu seinem Wahlkampf, abgerufen am 1. November 2012
  5.  Samuel Ernst: Wie Web 2.0 die Politik verändert: Der Online-Wahlkampf hat begonnen. Diplomica-Verlag, Hamburg 2011, ISBN 978-3-8428-5671-4, Kapitel 3.2.3. Nationale Blogs, S. 27.
  6. Der Wahlkampf beginnt nach Ostern in: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 10. April 2014, abgerufen am 25. Mai 2014
  7. Erdrutschsieg für Christoph Meineke in: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 26. Mai 2014, abgerufen am 26. Mai 2014
  8. Volkes Liebling - Christoph Meineke in: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 29. Mai 2014, abgerufen am 27. Juni 2014
  9. Ifib-Blog; abgerufen am 31. Oktober 2012
  10. Behördenspiegel Mai 2012, S. 6; online abgerufen am 30. Oktober 2012
  11. DNP-Nominierung, abgerufen am 31. Oktober 2012
  12. Der zwitschernde Bürgermeister aus Wennigsen, Hannoversche Allgemeine Zeitung; abgerufen am 30. Oktober 2012
  13. "Soziale Netzwerke als Teil des modernen Staats" heise-online, abgerufen am 9. November 2012
  14. http://www.digital-ist.de/aktuelles/das-sind-deutschlands-digitale-koepfe.html
  15. http://www.innovatorsclub.de/innovatorsclub/Aktuelles/Eine%20Community%20in%20der%20Kommune/
  16. Fachtagung Verwaltungsmodernisierung 2012, abgerufen am 31. Oktober 2012
  17. ADV-Konferenz 2011 in Salzburg; abgerufen am 31. Oktober 2012
  18. Bericht der Hildesheimer Allgemeinen Zeitung vom 4. Dezember 2013, abgerufen am 16.Dezember 2013