Christoph von Marschall

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Christoph von Marschall (links) bei einer Podiumsdiskussion zur US-Präsidentschaftswahl in der Landesvertretung des Bundeslandes Rheinland-Pfalz in Berlin, 2008

Christoph Freiherr Marschall von Bieberstein (* 1959 in Freiburg im Breisgau) ist ein deutscher Journalist und seit 1991 Redakteur der Berliner Tageszeitung Der Tagesspiegel.

Leben[Bearbeiten]

Christoph von Marschall[1] wurde 1959 in Freiburg geboren, machte 1978 am Lessing-Gymnasium in Frankfurt am Main Abitur und studierte Osteuropäische Geschichte und Politikwissenschaft in Freiburg, Mainz und Krakau. 1988 wurde er in Freiburg promoviert. Von 1989 bis 1991 arbeitete er für die Süddeutsche Zeitung und berichtete unter anderem über die Massenflucht der DDR-Bürger über Ungarn in den Westen sowie über die demokratische Wende im kommunistischen Südosteuropa. 1991 wechselte er nach Berlin zum Tagesspiegel. Dort leitete er bis 2005 die Meinungsseite. Er ist regelmäßiger Kommentator im Deutschlandfunk, Autor politischer Feuilletons im Deutschlandradio und schreibt für die Zeitschrift Cicero sowie The Atlantic Times. Seit 2005 berichtet er als US-Korrespondent aus Washington für den Tagesspiegel.

Im Juni 2011 beantwortete die Pressestelle des Weißen Hauses eingereichte Fragen an US-Präsident Barack Obama. Der Tagesspiegel räumte bei Veröffentlichung ein, dass es sich nicht um ein klassisches Interview in Person handelte. Von Marschall saß Obama weder gegenüber, noch hat er mit dem Präsidenten gesprochen. Der Tagesspiegel schreibt: „Dieses Interview wurde schriftlich geführt: Unser Korrespondent reichte die Fragen ein, das Weiße Haus schickte Obamas Antworten. Das ist mit Einschränkungen verbunden. Man kann nicht spontan nachfragen.“ Der Tagesspiegel lieferte keinen Beleg, dass der Präsident die Fragen persönlich gesehen hat. Es war das erste Mal, dass ein deutsches Medium[2] auf dieser Basis ein „Interview“ mit einem US-Präsidenten veröffentlicht hat. Zahlreiche deutsche Tageszeitungen druckten den schriftlich beantworteten Frage-Katalog nach, ohne die Leser über das Zustandekommen zu informieren. Von Marschall ist zurzeit (2012) das einzige deutsche Mitglied im White House Press Corps.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Im Jahr 2002 erhielt Marschall den Deutsch-Amerikanischen Kommentarpreis des Auswärtigen Amts für einen Kommentar zu den Terroranschlägen vom 11. September 2001.[3]

2005 wurde sein Beitrag[4] über Skierbieszow, den Geburtsort des ehemaligen Bundespräsidenten Horst Köhler in Polen, und über die Rolle der Gemeinde als Germanisierungslabor der SS mit dem deutsch-polnischen Journalistenpreis ausgezeichnet.[5]

Ebenfalls 2005 erhielt er den Verdienstorden der Republik Polen (Kavalierkreuz) für seine Bemühungen um die deutsch-polnische Aussöhnung[6]. 2010 zeichnet ihn die Steuben-Schurz-Gesellschaft, die älteste deutsch-amerikanische Freundschaftsorganisation, mit ihrem deutsch-amerikanischen Medienpreis aus.[7]

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

  • Der neue Obama. Was von der zweiten Amtszeit zu erwarten ist. Zürich, September 2012.
  • Was ist mit den Amis los? Warum sie an Barack Obama hassen, was wir lieben. Herder Verlag, Freiburg 2012.
  • Michelle Obama. Ein amerikanischer Traum. Zürich, September 2009.
    • als Hörbuch: Michelle Obama. Ein amerikanischer Traum. Radioropa 2010.
  • Barack Obama. Der schwarze Kennedy. Komplett überarbeitete und aktualisierte Neuausgabe (nach Obamas Einführung als 44. Präsident der USA) Zürich 2009.
  • Barack Obama. Der schwarze Kennedy. Zürich 2007.
    • als Hörbuch: Barack Obama (mit Christian Blees), Audiobuch 2008.
  • Freiheit in der Unfreiheit. Die Autonomie der Polen in Galizien nach dem österreichisch-ungarischen Ausgleich von 1867, Wiesbaden 1993 (zugl. Diss.).

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Rezension seiner Diss. in German History 1997 15(2):277-279
  2. http://www.tagesspiegel.de/politik/interview-obama-deutschland-ist-eine-globale-fuehrungsmacht/4253448.html
  3. Preis für die beste transatlantische Berichterstattung in Kommentarform
  4. Das Nest des Präsidenten - Tagesspiegel vom 20. März 2004
  5. 8. Deutsch-Polnischer Journalistenpreis 2005 in Zielona Gora.
  6. Monitor Polski 2010 nr 68 poz. 955
  7. http://www.steuben-schurz.org/projekte/medienpreis/medienpreis1.htm