Christopher Lee

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Für den US-amerikanischer Politiker Christopher John „Chris“ Lee siehe Chris Lee (New York).
Christopher Lee auf der Berlinale 2013

Sir Christopher Frank Carandini Lee (CBE, CStJ;[1] * 27. Mai 1922 in London) ist ein britischer Schauspieler und Sänger, der für seine Darstellungen von Bösewichten Kultstatus hat.[2] Zu seinen bekanntesten Rollen gehören die Titelfigur in Dracula (1958) sowie acht weiteren Vampir-Filmen, Francisco Scaramanga in dem James-Bond-Film Der Mann mit dem goldenen Colt (1974), Saruman in Der Herr der Ringe (2001–2003) und Der Hobbit (2012–2014) sowie Count Dooku in Star Wars (2002, 2005). Außerdem wirkte er in fünf Filmen von Tim Burton mit, zuletzt Dark Shadows (2012).

Als seine wichtigste Arbeit bezeichnet Lee die Darstellung des Politikers Muhammad Ali Jinnah 1998 im Film Jinnah; er gibt den Film ebenfalls als seine beste schauspielerische Darbietung an.[3] Seit 1946 hat er in insgesamt über 275 Filmen mitgewirkt und steht damit als Schauspieler mit den meisten im Abspann erwähnten Filmrollen im Guinness-Buch der Rekorde.[4]

Neben der Schauspielerei ist Lee auch als Sänger aktiv. So wirkte er zwischen 1986 und 1998 bei Studioaufnahmen verschiedener Opern und Musicals mit und veröffentlichte 2010 das Symphonic-Metal-Album Charlemagne: By the Sword and the Cross, nachdem er bereits seit 2005 mit Bands wie Rhapsody of Fire und Manowar zusammengearbeitet hatte. Am 27. Mai 2013 erschien der Heavy-Metal-Nachfolger Charlemagne: The Omens of Death.[5]

Leben[Bearbeiten]

Lees Vater, Geoffrey Trollope Lee (1879–1941),[1] war Offizier in der britischen Armee und Teilnehmer des Ersten Weltkrieges und des Burenkrieges. Über seine Mutter Estelle Marie Carandini di Sarzano entstammt Lee dem alten gräflichen Adelsgeschlecht Carandini, das sich angeblich bis zu Karl dem Großen zurückverfolgen lässt. Aus diesem Grund nannte Lee seine eigene Filmfirma in den 1970er Jahren auch Charlemagne, nach der englischen und französischen Bezeichnung Karls des Großen. Seine Urgroßmutter ist die Opernsängerin Marie Carandini. Aus der 1929 geschiedenen Ehe seiner Eltern stammte auch Lees Schwester Xandra (1917–2002).

Lee diente während des Zweiten Weltkriegs bei der Royal Air Force und der nachrichtendienstlichen Spezialeinheit SOE; sein Rang bei seinem Ausscheiden bei Kriegsende war Flight Lieutenant, vergleichbar einem Hauptmann. Seit 1947 dreht er Filme.

Christopher Lee ist seit 1961 mit dem dänischen Ex-Model Birgit Kroencke (* 20. April 1935) verheiratet. Die gemeinsame Tochter Christina wurde am 23. November 1963 geboren. Lee lebt heute in London und ist neben seiner Filmarbeit gelegentlich als Sänger aktiv. Er engagiert sich für UNICEF. Christopher Lee ist der Onkel der Schauspielerin Harriet Walter und der Stiefcousin von Ian Fleming.

Lee als Filmschauspieler[Bearbeiten]

Seine erste Rolle hatte Lee in Im Banne der Vergangenheit (Corridors of Mirrors, 1947), weitere Filme zu Beginn seiner Karriere waren unter anderem Scotts letzte Fahrt (Scott of the Antarctic, 1948), Panzerschiff Graf Spee (The Battle of the River Plate, 1956) und Moulin Rouge (1953). Auch in einigen deutschen Edgar-Wallace-Verfilmungen der 1960er Jahre war er zu sehen. Hier spielte er mehrmals Polizeibeamte, da man ihn wegen seiner Größe von 1,96 Metern als Heldenfigur installieren wollte. In Das Rätsel der roten Orchidee spielt er sogar die Hauptrolle.

Weltberühmt wurde Lee durch seine Darstellung des Grafen Dracula in dem gleichnamigen Horrorfilm von Terence Fisher 1958. Zudem spielte Lee in zahlreichen weiteren Horrorfilmen von Fisher und anderen Haus-Regisseuren der Hammer Film Productions, darunter in Frankensteins Fluch (The Curse of Frankenstein, 1957), Der Hund von Baskerville (The Hound of the Baskervilles, 1959) und Die Rache der Pharaonen (The Mummy, 1959). Die Popularität der Filme, so Eric Nuzum in einem Interview mit dem Tagesspiegel zur Veröffentlichung seines Vampirbuches The Dead Travel Fast, begründe sich in der „Reminiszenz an den Kalten Krieg”. In einer „Zeit der Angst” spiele Lee ein „motivloses, beängstigendes Monster“, das „als Katalysator” für „zutiefst böse Supermächte“ fungiert.[6]

Christopher Lee während der Dreharbeiten zu The Heavy – Der letzte Job, 2007

Die Rolle des Dracula spielte Lee bis 1973 sieben Mal für die Hammer Productions sowie ein achtes Mal in Nachts, wenn Dracula erwacht, einer spanisch-deutschen Fassung unter der Regie von Jess Franco. Lees Vampirdarstellung in der französischen Filmkomödie Die Herren Dracula hingegen hatte nach seinen eigenen Aussagen nichts mit dem Dracula-Charakter zu tun. Er wird im Film selbst auch nur „Le baron“, nicht aber „Dracula“ genannt. Er spielte außerdem noch Spielfilm Police Academy 7 – Mission in Moskau aus dem Jahr 1994 als Commandant Rakov mit.

Aus Sorge, sich nur über die Dracularolle zu definieren, weigerte sich Lee ab Mitte der 1970er Jahre, in weiteren Dracula-Adaptionen mitzuwirken, und nahm generell Abstand vom Horrorgenre. In einem Interview 1989 sagte er dazu:

„Ja, Dracula war die Rolle, die mich berühmt gemacht hat, und dafür bin ich dankbar. Aber das ist dreißig Jahre her, und ich arbeite immer noch im Film und in allen denkbaren Arten von Filmen. Ich mag keine Schubladen. Im letzten Jahr habe ich fünf Filme gemacht (darunter war kein einziger Horrorfilm, Anm.) – wo ist nun das Image: Verschwunden? Es wäre verschwunden, wenn man die Fakten akzeptierte. Aber das ist ein Problem der Presse, nicht des Publikums. Aber das Publikum glaubt, was die Presse schreibt, auch wenn das nicht stimmt.“

– C. Lee im Gespräch mit Gerd J. Pohl am 10. Februar 1989 in Duisburg

In den 1960er Jahren wirkte Lee mit eigener Stimme in den zwei deutschsprachigen Edgar-Wallace-Verfilmungen Das Rätsel der roten Orchidee (1961/1962) und Das Geheimnis der gelben Narzissen (1961) sowie dessen englischsprachiger Version The Devil’s Daffodil mit. Auch der britische Film Das Rätsel des silbernen Dreieck (Circus Of Fear) wurde in Deutschland als Edgar-Wallace-Film vermarktet.

Christopher Lee beherrscht viele Sprachen. Einige davon hat er nie schulbuchmäßig gelernt: In einem Interview gibt er zu, dass er Deutsch nur könne, weil er ab und zu auf Deutsch geschauspielert und gesungen habe; vor allem aber sei seine persönliche Liebe zur Musik Richard Wagners für seine intensive Auseinandersetzung mit der deutschen Sprache verantwortlich. Außerdem spricht er Englisch, Französisch, Italienisch, Russisch, Spanisch, Griechisch und Dänisch, sowie Portugiesisch, Swahili und drei Urdu-Dialekte[7].

Außerdem sah man Lee zwischen 1965 und 1969 in den Sax-Rohmer-Verfilmungen Ich, Dr. Fu Man Chu, Die 13 Sklavinnen des Dr. Fu Man Chu, Die Rache des Dr. Fu Man Chu, Der Todeskuss des Dr. Fu Man Chu und Die Folterkammer des Dr. Fu Man Chu, in denen er stets die Titelrolle spielte.

1974 verkörperte er Francisco Scaramanga, den Mann mit dem goldenen Colt, im gleichnamigen Film als Gegenspieler von James Bond (Roger Moore). Der James-Bond-Erfinder Ian Fleming hatte Lee anfangs auch für die Rollen von Dr. No oder sogar James Bond bei den Produzenten vorgeschlagen. 1976 wurde ihm die Rolle des Dr. Sam Loomis in Halloween angeboten. Er lehnte diese ab, und so bekam Donald Pleasence die Rolle. Er bezeichnete diese Entscheidung als seinen größten Fehler.

Lee auf der Berlinale 2012

In vielen seiner Filme spielte Lee an der Seite von Peter Cushing, in dreien mit Vincent Price. 1982 spielte dieses Trio zusammen mit John Carradine in der Horrorkomödie Das Haus der langen Schatten. 1991 moderierte er auf deutsch zusammen mit Sabrina Fox die Sendung Wahre Wunder auf Sat.1. 1995 spielte er die Rolle des Pharao Ramses II. im Film Die Bibel – Moses – Teil der von der Kirch-Gruppe produzierten Gesamtverfilmung der Bibel, über die er sich sehr positiv äußerte.[8]

Nach der Jahrtausendwende sah man ihn in den ersten beiden Teilen der Herr-der-Ringe-Trilogie als Zauberer Saruman. Beim dritten Teil wurde bei den Schnittarbeiten entschieden, Lees Szenen zu streichen. In der Extended Edition, die nur auf DVD, VHS und Blu-ray Disc erhältlich ist, sind diese zu sehen. Die Mitwirkung bei dieser Verfilmung betrachtete er nach eigenen Angaben als eine große Ehre, sei er doch selbst ein großer Fan von Der Herr der Ringe. Des Weiteren verkörperte er in Star Wars: Episode II – Angriff der Klonkrieger Bösewicht Count Dooku, eine der Hauptfiguren. Auch in der Fortsetzung Die Rache der Sith spielte Lee die Figur. Nach mehreren Nebenrollen in verschiedenen Kino- und Fernsehfilmen feierte er 2010 mit dem Film The Resident sein Comeback als Hammer-Darsteller. In der dreiteiligen Verfilmung des Tolkien-Romans Der Hobbit spielt er wieder die Rolle des Saruman. Eigentlich für die Hauptrolle vorgesehen, spielte Lee 2011 verletzungsbedingt lediglich eine Gastrolle in The Wicker Tree, einem Spin-Off von The Wicker Man.[9]

Lee als Musiker[Bearbeiten]

Lee nimmt den Spirit-of-Metal-Award bei den Metal Hammer Golden God Awards 2010 entgegen

Neben der Schauspielerei ist Christopher Lee auch zeitweilig musikalisch aktiv. Er genoss eine Ausbildung als Opernsänger und sang vor seiner Zeit als Schauspieler in diversen Opernhäusern. 1973 trug er in The Wicker Man gemeinsam mit Diane Cilento die Ballade The Tinker of Rye vor. Bemerkenswert ist seine Mitarbeit als Erzähler und Sänger im Rock-Musical The King of Elfland’s Daughter nach dem gleichnamigen Roman von Lord Dunsany, das 1977 als LP-Produktion erschienen und mittlerweile auch auf CD erhältlich ist. Im Film Captain Invincible singt er die Titel Name Your Poison und (gemeinsam mit Alan Arkin) Mr. Midnight , die in Deutschland als Single herausgebracht wurden. Stimmliche Wandlungsfähigkeit zeigte Lee 1986 bei der Aufnahme von The Soldier’s Tale von Igor Strawinsky und Charles-Ferdinand Ramuz für Nimbus Records, wo er als Erzähler, Soldat und Teufel fungierte. Für Nimbus nahm er 1989 auch unter der Leitung von Yehudi Menuhin als Erzähler Sergei Sergejewitsch Prokofjews Peter und der Wolf auf. Mit der Sängerin Kathy Joe Daylor spielte er im gleichen Jahr die von Ralph Siegel komponierte und produzierte Single Little Witch ein, die allerdings ein Flop wurde. Ebenfalls nicht übermäßig erfolgreich war seine CD Christopher Lee sings Devils, Rogues & other Villains von 1996 mit Liedern von Wolfgang Amadeus Mozart, Richard Wagner, Stephen Sondheim und vielen mehr. 1994 hat Lee mit der Opernsängerin Valerie Masterson und dem National Symphony Orchestra die erste komplette Fassung des Musicals The King and I aufgenommen; ungefähr zur gleichen Zeit nahm er auch die Rolle des „Kriminologen“ bei einer CD-Aufnahme der Rocky Horror Show wahr.

Auch in jüngerer Zeit widmet sich Lee wieder der Musik. So wirkte er, hauptsächlich als Erzähler, auf mehreren Alben der Symphonic-Power-Metal-Band Rhapsody of Fire mit, so The Dark Secret (EP, 2004) oder Symphony of Enchanted Lands II – The Dark Secret (ebenfalls 2004). Auf der Single The Magic of the Wizard’s Dream (2005) sind mehrsprachige Versionen des gleichnamigen Liedes zu hören, in der Lee auch als Sänger zu hören ist. Im Zuge dieser Zusammenarbeit war ein gemeinsamer Auftritt Lees und der Band beim Earthshaker-Fest 2005 geplant. Dort sollte Lee auch einen Auftritt mit der Band Manowar absolvieren. Aufgrund eines Drehtermins musste er diese Auftritte jedoch kurzfristig absagen.[10] Ursprünglich sollte er eine gesprochene Textpassage in Manowars Lied Defender (1983) übernehmen,[10] die seinerzeit von Orson Welles aufgenommen wurde. Auf dem 2006 erschienenen Album Triumph or Agony von Rhapsody of Fire war Lee wieder als Sprecher zu hören.

Auf der 2006 in Deutschland veröffentlichten Doppel-CD Edgar Allan Poe – Visionen trägt Lee nicht nur Poes Gedichte Ein Traum in einem Traume/A Dream Within a Dream und The Raven vor, sondern singt auch die Komposition Elenore. Mit dem Tolkien Ensemble arbeitete Lee ebenfalls zusammen. Dieses setzt die Gedichte J. R. R. Tolkiens stimmlich und musikalisch in Szene. Die komplette Fassung ist unter dem Namen The Lord of the Rings – The Complete Songs & Poems erschienen, in der er den Ent Baumbart singt und zudem die nicht vertonten Gedichte vorträgt. Am 15. März 2010 veröffentlichte Christopher Lee mit Charlemagne: By the Sword and the Cross seine erste eigene Arbeit im Bereich Metal. Am Konzeptalbum über das Leben Karl des Großen waren unter anderem zwei Bands, ein 100-Mann-Orchester sowie diverse Gastmusiker beteiligt.[11] Bei den Metal Hammer Golden God Awards 2010 wurde es mit dem "Spirit of Metal" Award ausgezeichnet, welcher Lee von Tony Iommi überreicht wurde.[12]

In dem am 30. April 2010 veröffentlichten Album The Frozen Tears of Angels von Rhapsody of Fire ist Lee wieder als Erzähler vertreten, ebenso auf der im Oktober erschienenen EP The Cold Embrace of Fear. Für Battle Hymns MMXI, die am 3. Dezember 2010 veröffentlichte Neueinspielung des Manowar-Albums Battle Hymns von 1982, übernahm Christopher Lee die im Original von Orson Welles gesprochenen Textpassagen im Lied Dark Avenger. 2011 war er wieder am Rhapsody-of-Fire-Album From Chaos to Eternity beteiligt.

An seinem 90. Geburtstag am 27. Mai 2012 kündigte Christopher Lee im Forbes Magazine die Veröffentlichung seiner neuen Single Let legend Mark Me as the King an, welche eigenen Angaben zufolge „100% Heavy Metal“ ist. Das dazugehörige Album Charlemagne: The Omens of Death sollte demselben Musikstil entsprechen und 2013 erscheinen. Damit ist Lee der älteste Heavy-Metal-Sänger der Geschichte.[5] Ein Musikvideo zum Lied The Bloody Verdict of Verdin wurde zu Promotionszwecken im Mai 2012 veröffentlicht.[13] Im Dezember 2012 veröffentlichte Lee die EP A Heavy Metal Christmas mit Heavy-Metal-Covern der klassischen Weihnachtslieder Little Drummer Boy und Silent Night. Charlemagne: The Omens of Death erschien an Lees 91. Geburtstag am 27. Mai 2013.

Am 12. Dezember 2013 veröffentlichte Lee die EP A Heavy Metal Christmas Too, mit Metal-Versionen von Jingle Bells (mit dem Titel Jingle Hell) und dem Frank-Sinatra-Song My Way. Ersteres Lied platzierte sich in der Woche vom 26. Dezember 2013 auf Platz 22 der Billboard Hot 100, womit Lee im Alter von 91 Jahren und 6 Monaten zum ältesten lebenden Künstler wird, der sich je in den Charts platzierte.[14]

Sonstiges[Bearbeiten]

  • Verschiedentlich ist in biografischen Artikeln zu lesen, der ungarische Dracula-Darsteller Bela Lugosi habe Christopher Lee kurz vor seinem Tod im Jahre 1956 den Dracula-Ring vermacht, um ihn als seinen Nachfolger zu designieren. Dies ist offenbar eine Erfindung der Hammer Corp., denn zu diesem Zeitpunkt war Lugosi längst in Vergessenheit geraten, während Lee überhaupt noch nicht als künftiger Horrorfilmstar der Filmgesellschaft in Erscheinung getreten war. Tatsächlich befand sich der Ring im Besitz des Sammlers Forrest J Ackerman in Los Angeles. Nach eigener Aussage hatte Lee den Ungarn noch nie zuvor im Film gesehen, als man ihm die Rolle des transsylvanischen Grafen anbot.
  • Am 17. Juni 1939 war er Augenzeuge der Hinrichtung von Eugen Weidmann durch die Guillotine, der letzten öffentlichen Hinrichtung durch die Guillotine in Frankreich. Lee besuchte zu jenem Zeitpunkt einen Freund in Paris, und beide fuhren nach Versailles, als sie von der öffentlichen Hinrichtung erfuhren.[15]
  • Als er sich für eine Rolle beim Kriegsfilm Der längste Tag bewarb, wurde er abgelehnt mit der Begründung, dass der RAF- und SOE-Veteran „nicht soldatisch genug“ aussehe.
  • Am 31. März 1993 veröffentlichte die britische Presse Nachrufe auf den angeblich verstorbenen Schauspieler – wohl deutlich zu früh.
  • Christopher Lee verband eine enge Freundschaft zu einigen seiner „Horrorfilm-Kollegen“, vor allem zu Peter Cushing (mit dem er über 20 Filme drehte), Vincent Price und Ferdy Mayne. Mit Boris Karloff und Ray Harryhausen wohnte er in den 1960er-Jahren in London Haus an Haus.
  • Am 13. Juni 2009 wurde er von Königin Elisabeth II. in den Rang eines Knight Bachelor erhoben und darf sich nunmehr „Sir Christopher Lee“ nennen.[16] Den Ritterschlag erhielt er bei einer Investitur am 30. Oktober 2009 im Buckingham Palace durch den Fürsten von Wales.[17]
  • Christopher Lee spielte in Episode 5 der Fernsehserie Mondbasis Alpha 1 den friedlichen Außerirdischen Captain Zantor. Obwohl diese Figur nur in einer einzigen Episode auftauchte, wurde sie sehr populär. Von dieser Episode gibt es sogar eine Comic-Adaption (in Deutschland bei ZACK erschienen) und zwei verschiedene Action-Figuren von verschiedenen Herstellern: Eine Figur erschien 1975 bei Palitoy, Bradgate Division und eine weitere Action-Figur im Februar 2005 bei Figures Toy Company. Des Weiteren gibt es bei verschiedenen Online-Videoportalen einen Crossover (Medien)-Fanfilm mit Titel "Battlestar 1999", der die Handlung der beliebten Episode fortsetzt. Lees populärer Auftritt wird außerdem in dem Fanfilm "UFO:2099 - The Movie" parodiert, wo sich "Z-Man" Captain Zantor als Christopher Lee (!) vorstellt.

Synchronisation[Bearbeiten]

Zahlreiche deutsche Synchronsprecher liehen dem Schauspieler ihre Stimmen. Besonders oft taten das Herbert Weicker und später Otto Mellies. Weitere Sprecher von ihm sind Arnold Marquis, Gert Günther Hoffmann, Harry Wüstenhagen und Heinz Petruo. Er selbst sprach unter anderem im Original auch die Figur des DiZ in der Videospiel-Serie Kingdom Hearts und des Lucan d’Lere im MMORPG EverQuest II sowie die Figuren des Königs Haggard, dem er sowohl die englische als auch die deutsche Stimme verlieh, im Zeichentrickfilm Das letzte Einhorn und der Götter Thor und Odin in der deutschen Fassung der dänischen Comic-Verfilmung Walhalla. Außerdem spricht er den Tod in den Terry-Pratchett-Verfilmungen Soul Music und Wyrd Sisters.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

1947–1969[Bearbeiten]

1970–1989[Bearbeiten]

Seit 1990[Bearbeiten]

Diskografie[Bearbeiten]

Alben[Bearbeiten]

EPs[Bearbeiten]

  • 2012: A Heavy Metal Christmas
  • 2013: A Heavy Metal Christmas Too

Singles[Bearbeiten]

  • 1984: Captain Invincible - Name Your Poison/Mr. Evil Midnight
  • 2012: Let Legend mark me as the King

Als Gastmusiker/Sprecher[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Christopher Lee: Tall, Dark and Gruesome. An Autobiography. Allen, London 1977, ISBN 0-491-01968-8 (2., erweiterte Auflage 1997).
  • Christopher Lee: Lord of Misrule. The Autobiography of Christopher Lee. Orion, London 2003, ISBN 0-7528-5770-3.
  • Tom Johnson, Mark A. Miller: Christopher Lee. Seine Filme. Weber, Landshut 2009, ISBN 978-3-9809390-7-2.
  • Robert W. Pohle, Douglas C. Hart, Christopher Lee: The Films of Christopher Lee. Scarecrow Press, Metuchen 1983, ISBN 0-8108-1573-7.
  • Jonathan Rigby: Christopher Lee. The Authorised Screen History. Reynolds & Hearn, London 2001, ISBN 1-903111-11-0.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Christopher Lee – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Christopher Lee, genealogischer Eintrag auf „W. H. Auden – ‚Family Ghosts‘“, Stanford University (abgerufen am 27. Mai 2011)
  2. Christopher Lee veröffentlicht echtes Metal-Album: Kult-Schauspieler setzt jetzt auf Gitarren. In: Metal Hammer. Abgerufen am 30. August 2013.
  3. Christopher Lee talks about his favorite role, in press conference at Brussels International Fantastic Film Festival 21 March 2002 (YouTube video)
  4. British actors in Guinness records. In: metro.co.uk. Abgerufen am 13. April 2012.  „London-born Lee, who has been made a CBE, was listed in the 2001 record book as the star with the most screen appearances to his name – after playing about 300 film and TV roles.“ 
  5. a b John Farrell: Christopher Lee Celebrates 90th Birthday By Recording Heavy Metal. Forbes. 28. Mai 2012. Abgerufen am 29. Mai 2012.
  6. Jessica Braun: Ganz schön verbissen. In: Der Tagesspiegel, S. 87, 14. Dezember 2008.
  7. Audiokommentar von Roger Moore zu "Der Mann mit dem goldenen Colt", 36 Min. (Edition zum 50-jährigen Jubiläum): Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch, Russisch, Portugiesisch, Swahili und drei Urdu-Dialekte; von Dänisch und Griechisch ist keine Rede.
  8. Interview mit Magazin Weltbild, 1996
  9. Christopher Lee: Christopher Lee 2011 Christmas Message Part 1. 27 December, 2011. Abgerufen am 11. April 2012: „The first one that I can think of is The Wicker Tree, in which I make a very brief appearance. I must emphasise this is not a sequel to The Wicker Man. In no way. And I do not play an older Summerisle, or his son, or whatever.“
  10. a b Corinna Stegemann, Max Lampin: „Wagner ist der Größte!“. In: die tageszeitung, 3. September 2005.
  11. Charlemagne Productions. Abgerufen am 9. Juni 2011.
  12. Lydsey Gates: Results in From Metal Hammer's Golden Gods. SoudSphere. Abgerufen am 9. Juni 2011.
  13. Christopher Lee: "The Bloody Verdict of Verden" Music Video. YouTube, 6-8-2012
  14. http://www.blabbermouth.net/news/christopher-lee-lands-on-billboard-hot-singles-sales-chart-with-heavy-metal-take-on-jingle-bells/#63vjDR2Am55Tfag6.99
  15. Christopher Lee: Lord of Misrule. The Autobiography of Christopher Lee. Orion, London 2003, ISBN 0-7528-5770-3.
  16. London Gazette (Supplement). Nr. 59090, HMSO, London, 13. Juni 2009, ISSN 0374-3721, S. 1 (PDF, abgerufen am 1. August 2009, Englisch).
  17. Webseite des britischen Königshauses, abgerufen am 17. November 2009.
  18. EMI NTS 186 UK/Capitol ST-11340 USA, 1974
  19. The Soldier's Tale, Nimbus Records, 1986
  20. Peter and the Wolf, Nimbus Records, 1989
  21. Annie Get Your Gun, JAY Records, 1995
  22. The Rocky Horror Show, JAY Records, 1995
  23. The King and I, JAY Records, 1998
  24. Musicality of Lerner and Loewe, JAY Records, 2002
  25. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatHM The Queen’s 2009 Birthday Honours List. 13. Juni 2009, abgerufen am 15. Juli 2009.