Christopher Merret

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Christopher Merret

Christopher Merret auch Merrett geschrieben (* 16. Februar 1614[1] in Winchcombe, Gloucestershire; † 19. August 1695 ebenda) war ein englischer Arzt, Mineraloge, Chemiker und Naturforscher.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Er war der Sohn des Christopher Merret, senior einem Tuchhändler aus Winchcombe und Landeigner in Cleeve.[2] Im Jahre 1632 studierte er zunächst am Gloucester Hall in Oxford (das spätere Worcester College), es folgte dann das Oriel College wo er im Jahre 1635 seinen Bachelor erhielt, anschließend im Zeitraum zwischen 1636 und 1643 ging er wieder an die Gloucester Hall in Oxford zurück um seinen Bachelor of Medicine sowie seinen Doktortitel zu erlangen.[3][4]

Merret praktizierte dann als Arzt in London wo er im Jahre 1651 Mitglied des Royal College of Physicians wurde. Drei Jahre später wechselte er in die Räumlichkeiten des Amen Corner in der Nähe der St Paul’s Cathedral. Merret war Gründungsmitglied der Royal Society. Zeitweise übernahm er die Funktion eines Vorsitzenden im Ausschuss für Handel und Gewerbe.

Das Hauptwerk von Merrett war das Pinax Rerum naturalium britannicarum. Es wurde im Jahre 1667 veröffentlicht und war die erste Beschreibung der englischen Fauna, inklusive einer Beschreibungen von Fossilien und Mineralien.

Merrets besonderes Interesse galt der praktischen Verwendung von Mineralien und deren Bestandteilen, so veröffentlichte er etwa Schriften zum Zinn-Abbau und dessen Verarbeitung. Im Jahr 1662 übersetzte er Antonio Neris L' arte vetraria distineta in libri sette (1612)[5] in The Art of Glass (1662) und fügte weitere Seiten aus eigenen Beobachtungen hinzu. Veröffentlicht wurde die Übersetzung im Jahre 1668 in Amsterdam und dann erneut im Jahre 1681. Seine Beschreibungen der Glasherstellung zeigen eine große Kenntnis über die Herstellungsprozesse.

Am 17. Dezember 1662 präsentierte er seine Beobachtungen über die Modifikation von Weine in der Royal Society. In diesem Werk beschreibt Merret eine Methode wie die Winzer durch Zugabe von entsprechenden Mengen an Zucker oder Melasse, die Weine erfrischend und prickelnd machen können (siehe auch Schaumweine).

Er starb in seinem Haus in der Nähe der Kapelle in Hatton Garden, wo er am 19. August 1695 in St. Andrew in Holborn London begraben wurde.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • The Art of Glass, wherein are shown the wayes to make and colour Glass, Pastes, Enamels, Lakes, and other Curiosities. Ursprünglich in italienisch geschrieben von Antonio Neri, wurde das Werk von Merret übersetzt und mit eigen Ergänzungen versehen. Octavian Pulleyn, Sign of the Rose in St. Paul’s Church-yard, London, 1662.
  • Pinax Rerum Naturalium Britannicarum, continens Vegetabilia, Animalia, et Fossilia. Londini : Impensis Cave Pulleyn ad insigne Rosae in Coemeterio Divi Pauli, typis F. & T. Warren, 1666.

Literatur[Bearbeiten]

  • Albert J. Koinm: Christopher Merret’s Use of Experiment, Notes and Records of the Royal Society of London. (2000). 54 (1) : 23-32 (PDF; 175 kB)
  • Dodds, C.: Christopher Merrett, F.R.C.P. (1614–1695), First Harveian Librarian. Proc R Soc Med. (1954) December; 47(12): 1053–1056, PMC 1919154 (freier Volltext)
  • Boulger, G. S.: Christopher Merrett. Dictionary of National Biography. (1894) 37, 288.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikisource: Christopher Merret – Quellen und Volltexte (englisch)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. George Crabb: Universal Historical Dictionary: Or Explanation of the Names of Persons and Places in the Departments of Biblical, Political and Eccles. History, Mythology, Heraldry, Biography, Bibliography, Geography, and Numismatics. Band 2 Baldwin and Cradock (1833)
  2. Joan Thirsk: Rural Economy of England: Collected Essays. Hambledon Press (1984) ISBN 0-9076-2828-1 S. 267
  3. The Royal Society. "Christopher Merrett Biographical Information", in englischer Sprache
  4. Richard Pulteney: Historical and biographical sketches of the progress of Botany in England. Band 1, T. Cadell (1790), S. 290-291
  5. Antonio Neri: L' Arte vetraria distinta in libri sette del r. p. Antonio Neri fiorentino: ne quali si scoprono, effetti marauigliosi, & insegnano segreti bellissimi, del vetro nel fuoco & altre cose curiose. nella Stamperia de'Giunti (1612)