Christos Sartzetakis

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Christos Sartzetakis (griechisch Χρήστος Σαρτζετάκης, * 6. April 1929 in Thessaloniki) war Präsident Griechenlands von 1985 bis 1990. Er ist verheiratet mit Efi Argyriou und hat mit ihr eine Tochter.

Laufbahn[Bearbeiten]

Sein Vater stammte aus Kreta, seine Mutter aus Makedonien. Er studierte Rechtswissenschaften an der Universität von Thessaloniki und arbeitete anschließend ab 1954 als Anwalt. 1955 erhielt er eine Nominierung für ein Richteramt. Später trat er als Richter in den Staatsdienst. Als Richter der ersten Instanz arbeitete er von 1957 bis 1959 in Thessaloniki, von 1959 bis 1962 in Agrinion und ab 1962 erneut in Thessaloniki.

Als Untersuchungsrichter war Sartezakis für die Ermittlungen des vermeintlichen „Unfalls mit Todesfolge“ des Abgeordneten Grigoris Lambrakis am 22. Mai 1963 in Thessaloniki zuständig. Er deckte diesen Unfall als Mordkomplott auf und wies Verstrickungen von Polizei, Militär, Justiz, Regierungsverantwortlichen und rechtsextremen Kreisen nach. Dieser Fall liegt Costa-Gavras bekanntem Film Z nach dem gleichnamigen Buch von Vassilis Vassilikos zugrunde.

Sartzetakis ging zu einem Postgraduiertenstudium des Handelsrechts und Europäischen Gemeinschaftsrechts nach Paris an die Faculté de Droit et des Sciences Économiques de Paris und Centre Universitaire des Études des Communautés Européennes. 1967 wurde er nach dem Putsch der Obristen nach Griechenland zurückgerufen, im Mai 1968 seiner Funktion als Richter enthoben.

Nach seiner Amtsenthebung wurde er unter dem Regime der Obristen zweimal verhaftet. Beim zweiten Mal blieb er rund ein Jahr in Haft, wobei er die ersten 50 Tage bei der E.A.T./E.S.A., einer Verhörabteilung der Militärpolizei, stark gefoltert wurde. Die weitere Haftzeit war er im Korydallos-Gefängnis inhaftiert, ohne dass er vor Gericht gestellt wurde. Am 19. November 1971 wurde Sartzetakis auf Druck aus dem Ausland, vor allem aus Frankreich, aus der Haft entlassen.

Nach der Wiedererrichtung demokratischer Verhältnisse wurde Sartzetakis im September 1974 als Berufungsrichter des Berufungsgerichtes in Athen wieder in den Staatsdienst aufgenommen und 1981 zum Vorsitzenden des Berufungsgerichtes in Nafplion berufen. Im Oktober 1982 wurde er Richter am höchsten Gericht (Areios Pagos) in Athen.

Am 29. März 1985 wurde Sartzetakis durch das griechische Parlament auf Vorschlag von Premierminister Andreas Papandreou (PA.SO.K.) mit 180 von 300 Stimmen zum griechischen Staatspräsidenten gewählt und am folgenden Tag vereidigt. Sartzetakis selbst war parteilos. Am 5. Mai 1990 wurde er von seinem eigenen Vorgänger Konstantinos Karamanlis im Präsidentenamt abgelöst.

Literatur[Bearbeiten]

  • Christos Sartzetakis, in: Internationales Biographisches Archiv 37/1991 vom 2. September 1991, im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)

Weblinks[Bearbeiten]