Chrom(II)-acetat

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Kristallstruktur
Strukturformel des Chrom(II)-acetat-Hydrat-Dimers
__ Cr     __ C     __ O2−     __ H+
Allgemeines
Name Chrom(II)-acetat
Verhältnisformel C8H16Cr2O10
CAS-Nummer
  • 628-52-4
  • 14976-80-8 (Hydrat)
PubChem 120304
Kurzbeschreibung

roter Feststoff[1]

Eigenschaften
Molare Masse 376,20 g·mol−1
Aggregatzustand

fest[1]

Dichte

1,79 g·cm−3[2]

Löslichkeit
  • praktisch unlöslich in Wasser[3] und Ether[4]
  • wenig löslich in Ethanol[4]
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [1]
keine GHS-Piktogramme
H- und P-Sätze H: keine H-Sätze
P: keine P-Sätze
Toxikologische Daten

11260 mg·kg−1 (LD50Ratteoral)[1]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Chrom(II)-acetat ist eine chemische Verbindung des Chroms aus der Gruppe der Acetate. Es liegt meist als dimeres Dihydrat vor, enthält also zwei Chrom(II)-ionen, vier Acetatreste und zwei Moleküle Wasser.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Verbindung wurde erstmals 1844 in einer Arbeit von Eugene Peligot erwähnt, der bemerkte das aus blauen Lösungen von Chrom(II)-Verbindungen bei Zugabe von Kalium- oder Natriumacetat rote transparente Kristalle ausfielen, die sich an Luft schnell zersetzten. Erst 1950 wurde man jedoch auf die unterschiedliche Bindungsart gegenüber anderen Chrom(II)-Salzen aufmerksam. 1953 erdeckte man, dass die Verbindung isomorph zu Kupfer(II)-acetat-hydrat ist.[5]

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten]

Chrom(II)-acetat kann durch Reaktion einer Chrom(II)-Verbindung (z.B. Chrom(II)-chlorid) mit Natriumacetat gewonnen werden.[6]

\mathrm{2 \ CrCl_2 + 4 \ CH_3COONa + 2 \ H_2O \longrightarrow }\mathrm{Cr_2(CH_3COO)_4 \cdot 2 H_2O}

Bei Trocknung des Hydrates bei 100 °C über Phosphor(V)-oxid bildet sich das Anhydrat.[2]

Eigenschaften[Bearbeiten]

Chrom(II)-acetat ist als dimeres Dihydrat ein diamagnetischer roter Feststoff mit monokliner Kristallstruktur.[7][1] Bei diesem bilden die beiden Chromatome zwischen sich eine für Metalle sehr ungewöhnliche Vierfachbindung (eine σ-, zwei π und eine δ Elektronenbindung[3]) aus. Diese kann mit den vier ungepaarten Elektronen der Chrom(II)-ionen erklärt werden, wobei die Acetatreste den Komplex stabilisieren. Der Bindungsabstand zwischen den Chromionen ist mit 2,362 Å sehr kurz.[6]

Es ist trocken an Luft nur einige Stunden, unter Stickstoff unbegrenzt haltbar. Die Trocknung über Phosphorpentoxid bei 100 °C führt zur Abgabe des komplex gebundenen Kristallwassers unter Farbänderung nach Braun und Steigerung der Luftempfindlichkeit.[4]

Verwendung[Bearbeiten]

Chrom(II)-acetat wird als Reduktionsmittel bei organischen Synthesen verwendet.[8]

Es kann auch zur Herstellung anderer Chrom(II)-Salze und zur Entfernung von Sauerstoff bei Gasanalysen verwendet werden.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f Datenblatt Chromium(II) acetate, dimer monohydrate, bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 18. November 2012 (PDF).
  2. a b c  Dale L. Perry: Handbook of Inorganic Compounds, Second Edition. Taylor & Francis US, 2011, ISBN 143981461-9, S. 478 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  3. a b  Arnold Frederic Holleman, Egon Wiber, Nils Wiberg: Holleman-Wiberg's Inorganic Chemistry. Academic Press, 2001, ISBN 012352651-5, S. 1380 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  4. a b c  Georg Brauer: Handbuch der präparativen anorganischen Chemie. 3., umgearb. Auflage. Band III, Enke, Stuttgart 1981, ISBN 3-432-87823-0, S. 1511.
  5.  F. Albert Cotton, Carlos A. Murillo, Richard A. Walton: Multiple Bonds between Metal Atoms. Springer, 2005, ISBN 038725084-0, S. 10 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  6. a b  Uwe Böhme: Chemie für Ingenieure für Dummies. John Wiley & Sons, 2012, ISBN 352770682-8, S. 276 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  7.  David R. Lide: CRC Handbook of Chemistry and Physics 2012-2013. CRC Press, 2012, ISBN 143988049-2, S. 4-58 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  8.  Hans Kricheldorf R. Kricheldorf, Oskar Nuyken, Graham Swift: Handbook of Polymer Synthesis: Second Edition. CRC Press, 2005, ISBN 082475473-5, S. 816 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).