Chronik der Wende

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Chronik der Wende ist ein vom Ostdeutschen Rundfunk Brandenburg produziertes multimediales Projekt, das die Ereignisse der Wende in der DDR in Form einer Chronik dokumentiert.

Fernsehen[Bearbeiten]

Kern des Projekts ist eine Reihe von 15-minütigen Fernseh-Beiträgen, die die wendebezogenen Ereignisse eines Tages mit Nachrichten-Ausschnitten von westdeutschen Sendern (namentlich ARD, ZDF, RIAS-TV und SFB) und des ostdeutschen Fernsehens der DDR dokumentiert. Ergänzt werden die Nachrichten durch Interviews mit Augenzeugen, die an den Tagesereignissen beteiligt waren. Ein wiederkehrendes optisches Element sind Fenster, die sowohl im Vor- und Abspann auftauchten, als auch bei den Augenzeugen-Interviews als Hintergrund dienten.

Die Reihe wurde erstmals 1994 ausgestrahlt, wobei beginnend am 7. Oktober - dem Gründungstag der DDR und Beginn der Wende - jeden Tag eine Folge mit den Ereignissen desselben Tages genau 5 Jahre vorher gesendet wurde. Die zeitliche Parallelität sollte es den Zuschauern ermöglichen, die Ereignisse noch einmal im selben zeitlichen Ablauf wie damals mitzuerleben. Die Ausstrahlung endete zunächst am 18. Dezember 1994 mit den Ereignissen des 18. Dezember 1989.

In den folgenden Jahren wurden weitere Folgen produziert, so dass 1999/2000 eine zweite Ausstrahlung erfolgen konnte, dieses Mal erweitert bis zu den Ereignissen des 18. März 1990, dem Tag der ersten freien Wahl zur Volkskammer und vorläufigen Endpunkt der eigentlichen Wendeereignisse.

Eine dritte Ausstrahlung erfolgte 2004/2005.

Zwischen dem 7. Oktober 2009 und dem 18. März 2010 wurde die Reihe anlässlich von "20 Jahren Mauerfall" nochmals in den Nachtstunden vom RBB ausgestrahlt. Im Frühprogramm des RBB erfolgte 2014/2015 zum 25. Jubiläum des Mauerfalls eine erneute Wiederholung.

Die Reihe wurde im 3. Fernsehprogramm des ORB bzw. später RBB ausgestrahlt. Übernommen wurde sie teilweise von anderen Dritten Programmen, der ARD und dem Dokumentationskanal Phoenix.

Hörfunk[Bearbeiten]

Als Ergänzung sendete der ORB 1994 und 1999 in seinen Programmen Antenne Brandenburg und Radio Eins täglich eine gekürzte Fassung der Originalton-Beiträge der Fernsehchronik. Weiterhin gab es Sondersendungen und "Radio Days" genannte thematische Schwerpunkte. Die Hörfunkbeiträge wurden teilweise von anderen ARD-Sendern übernommen, u.a. dem HR und dem MDR.

Internet[Bearbeiten]

Ein umfangreicher Internet-Auftritt wurde anlässlich der zweiten Ausstrahlung 1999 produziert. Er gibt einen Überblick über die Ereignisse jedes Tages, ergänzt dies mit Fotos, schriftlichen Dokumenten, Audio- und Videoausschnitten, Kurzbiographien wichtiger Personen, einem Glossar sowie einer Literaturliste. Nach den Ausstrahlungen war es dort auch möglich, über einen Chat mit einigen der Augenzeugen zu diskutieren.

Bücher[Bearbeiten]

Zeitgleich zur ersten Ausstrahlung erschienen im Ch. Links Verlag zwei Bände mit einer schriftlichen Chronik, die ausführlicher als die Fernseh- und Internetfassungen ist und bis zum 3. Oktober 1990 reicht. Diese Auflage ist jedoch im Handel vergriffen.

Die zweite Auflage von 1999 ist leicht gekürzt und enthält in nur einem Band die Ereignisse bis zum 18. März 1990.

Videos[Bearbeiten]

1994 erschien ein Schuber mit 6 VHS-Kassetten, der die gesamte ursprüngliche Fassung (7. Oktober - 18. Dezember) der Fernsehchronik enthält. Ebenso wie die ursprünglichen Buchbände ist diese Sammlung nicht mehr im Handel erhältlich.

1999 erschienen zwei VHS-Kassetten mit je 12 ausgewählten Einzelfolgen.

Am 23. Oktober 2009 erschien eine Box aus 3 DVDs mit denselben 24 ausgewählten Einzelfolgen.

Am 14. Dezember 2009 erschien eine Box mit der gesamten Serie auf 18 DVDs bei der Bundeszentrale für politische Bildung.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Chronik der Wende erhielt 1995 den Adolf-Grimme-Preis.

Literatur[Bearbeiten]

  • Hannes Bahrmann & Christoph Links: Chronik der Wende. Links, Berlin
  • Hannes Bahrmann & Christoph Links: Chronik der Wende. Die Ereignisse in der DDR zwischen 7. Oktober 1989 und 18. März 1990. Überarbeitete Neuauflage. Links, Berlin 1999, ISBN 3-86153-187-9

Weblinks[Bearbeiten]