Chronisches Erschöpfungssyndrom

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Dieser Artikel erläutert die Myalgische Enzephalomyelitis /Chronische Erschöpfungssyndrom; zu anderen Bedeutungen siehe Erschöpfung.
Klassifikation nach ICD-10
G93.3 Chronisches Müdigkeitssyndrom
Benigne myalgische Enzephalomyelitis
Chronisches Müdigkeitssyndrom bei Immundysfunktion
Postvirales Müdigkeitssyndrom
ICD-10 online (WHO-Version 2013)

Das Chronische Erschöpfungssyndrom (englisch chronic fatigue syndrome, CFS) ist eine chronische und bisher unheilbare Krankheit, die auch als Myalgische Enzephalomyelitis bezeichnet wird. Sie ist charakterisiert durch eine lähmende geistige und körperliche Erschöpfung bzw. Erschöpfbarkeit sowie durch eine spezifische Kombination weiterer Symptome. Dazu gehören neben der chronischen Erschöpfung unter anderem Kopfschmerzen, Halsschmerzen, Gelenk- und Muskelschmerzen, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, nicht erholsamer Schlaf, Empfindlichkeiten der Lymphknoten sowie eine anhaltende Verschlechterung des Zustands nach Anstrengungen.

Terminologie[Bearbeiten]

Für das Krankheitsbild gibt es unterschiedliche Bezeichnungen. In der Fachliteratur werden folgende Begriffe verwendet:

  • Chronic Fatigue Syndrome, CFS, Chronisches Erschöpfungssyndrom
  • Myalgische Enzephalomyelitis ME
    • Myalgische Enzephalopathie ME
    • Benign Myalgic Encephalomyelitis ME (WHO)
  • Low Natural Killer Cell Syndrome LNKS (Japan)
  • Chronic Fatigue Immune Dysfunction Syndrome (CFIDS) (USA)

Die Einführung des Namens CFS als Terminus für dieses Krankheitsbild und die damit verbundene Möglichkeit einer Stigmatisierung wurde schon von Anfang an kritisiert. Da es sich bei Erschöpfung um ein Alltagsphänomen handelt, wird das Chronische Erschöpfungssyndrom oft allein aufgrund seines Namens nicht als ernsthafte Erkrankung wahrgenommen. Es konnte gezeigt werden, dass auch medizinisches Personal davon beeinflusst wird: So wurde der Fall eines Patienten unter der Bezeichnung Chronisches Erschöpfungssyndrom als weniger ernsthaft eingestuft unter anderen Krankheitsnamen wie beispielsweise Myalgische Enzephalopathie.[1][2] Vor diesem Hintergrund hat sich immer mehr der Name Myalgische Enzephalomyelitis (ME) gegenüber CFS durchgesetzt.[3] Heutzutage wird im deutschsprachigen Raum hauptsächlich der Doppelname Myalgische Enzephalomyelitis / Chronisches Erschöpfungssyndrom mit der Abkürzung ME/CFS verwendet.

Davon abzugrenzen sind das Fatigue-Syndrom, das in Deutschland eine Anzahl von Ärzten und Selbsthilfegruppen, abweichend vom internationalen Sprachgebrauch, allein als Folgekrankheit von Krebs oder Multipler Sklerose definieren; ferner das Burn-out-Syndrom (Z73.0) und multiple Erschöpfungszustände, die als Unwohlsein und Ermüdung (R53) klassifiziert werden.

Entwicklung der Definition[Bearbeiten]

Über ME (Myalgische Enzephalomyelitis) wurde zuerst im Jahr 1956 in England publiziert. ME wurde 1959 von Acheson definiert, nachdem es vierzehn dokumentierte Ausbrüche der Erkrankung in verschiedenen Ländern gegeben hatte.[4]

Das CFS wurde 1988 im Auftrag der Centers for Disease Control and Prevention (CDC) in den USA von einer Expertengruppe als eigenständige Krankheit definiert. Dabei stützte man sich auf die so genannten Holmes-Kriterien.[5]

1994 wurden die Fukuda-Kriterien entwickelt, auf denen die bisher meisten Studien zum CFS basieren.[6] Obwohl die Fukuda-Kriterien zunächst nur für Forschungszwecke entwickelt wurden, bilden sie daneben bis heute meist auch die Grundlage für die Diagnose der Erkrankung.

2003 wurde in Kanada die erste klinische Definition für ME/CFS entwickelt.[7] Das Kanadische Konsensdokument hat sich sehr weit verbreitet und wird in der Diagnostik bis heute häufig angewendet.

Im Juli 2011 wurden die „Myalgische Enzephalomyelitis: Internationale Konsenskriterien“ (ICC) erstellt.[8] In diesem Dokument wird ausschließlich der Name Myalgische Enzephalomyelitis verwendet. Als Hauptsymptom wird die Erschöpfung nach körperlicher oder geistiger Anstrengung direkt an erster Stelle genannt. Sie wird als PENE (Post-Exertional Neuroimmune Exhaustion -neuroimmunologische Entkräftung nach Belastung) bezeichnet. Die Autoren, die von keiner Organisation gesponsert wurden, haben über einen Delphi-Prozess eine 100%ige Übereinstimmung erreicht. Es gilt als eines der Dokumente, mit dem man schnell einfach und gut die Diagnose ME stellen kann und ist somit für Hausärzte geeignet.

2012 wurden der IACFS/ME Primer von der International Association for CFS/ME veröffentlicht.[9] Das Dokument ist viel umfangreicher als die ICC. An der Entstehung nahmen Forscher unterschiedlichster Abteilungen und Forschungsrichtungen teil. Somit wird es als sehr gut eingestuft.

Daneben gibt es in der Literatur noch weitere Definitionen zu chronischen Erschöpfungszuständen, die auch CFS mit beinhalten. Die Oxford-Kriterien (Sharpe et al., 1991) sind allerdings so weit gefasst, dass es damit nicht möglich ist, eine homogene Gruppe von Patienten zu erfassen. In diesen Kriterien werden psychische Erkrankungen, wie Depressionen, Angststörungen, Hyperventilationssyndrom und so weiter mit eingeschlossen. Somit leiden viel mehr Menschen unter dieser Krankheitsdefinition und es ist keine Abgrenzung zu anderen Erkrankungen möglich. Sie werden daher in der Forschung bezüglich der klassischen Definition des ME/CFS praktisch nicht verwendet.

Epidemiologie[Bearbeiten]

Die Prävalenz des ME/CFS in der Gesamtbevölkerung liegt in britischen und US-amerikanischen Untersuchungen um 0,3 %. Kinder und Heranwachsende sind viel seltener betroffen als Erwachsene.[10][11][12]

Das Bundesministerium für Gesundheit geht in Deutschland von ca. 300.000 Betroffenen aus.[13][14] In der Schweiz leiden ca. 30.000 Menschen unter ME/CFS.[15] Die Zahl der in der EU an ME/CFS Erkrankten wird mit 1,6 Millionen angegeben. Weltweit leiden 17 Millionen Menschen unter dieser Erkrankung.[16]

Nach Schätzung der amerikanischen Gesundheitsbehörde CDC sind in den USA etwa eine Million Menschen an ME/CFS erkrankt.[17] Weniger als 20 Prozent wären jedoch entsprechend diagnostiziert worden. Die erste größere Studie zur Prävalenz von CFS/CFIDS der DePaul-Universität in den USA, bei der die Teilnehmer aus einer ethnisch und sozio-ökonomisch unterschiedlich zusammengesetzten städtischen Bevölkerung ausgewählt wurden, kam zu dem Ergebnis, dass ME/CFS in allen ethnischen Gruppen vorkommt. ME/CFS betrifft zudem alle Altersgruppen. Am häufigsten erkranken Menschen im Alter zwischen 30 und 45 Jahren.[18] Frauen sind häufiger betroffen als Männer (ca. 75 % der Erkrankten sind Frauen).

Diagnose[Bearbeiten]

Es gibt für das ME/CFS bislang keine diagnostischen Labortests oder objektivierende technische Untersuchungen. Erschwerend für die Feststellung dieser Erkrankung kommt hinzu, dass bei der Myalgischen Encephalomyeltis /Chronischen Erschöpfungssyndrom viele Symptome vorkommen, die auch andere Krankheiten begleiten. So leiden etwa 10–25 % aller Patienten, die ihren Hausarzt aufsuchen, unter allgemeinen Erschöpfungszuständen. Das ME/CFS kann daher bisher nur über eine sogenannte Ausschlussdiagnose festgestellt werden. Dies geschieht durch eine gründliche Anamnese, eine eingehende körperliche Untersuchung und den Ausschluss derjenigen Erkrankungen, die ebenfalls eine anhaltende Erschöpfung verursachen können. Differentialdiagnostisch sollen laut dem australischen Leitfaden zur Diagnose und Behandlung von ME/CFS für Ärzte aus dem Jahr 2004 (Myalgic encephalopathy [ME] and chronic fatigue syndrome [CFS]: management guidelines for general practitioners) die folgenden Krankheiten ausgeschlossen werden: Aids, Anämie, Angsterkrankungen, chronische Hepatitis, Diabetes Mellitus, Fibromyalgie, Hämochromatose, HIV, Hyperkalzämie, Lyme-Borreliose, Depression, maligne Erkrankungen, Morbus Addison, Multiple Sklerose, Myasthenia gravis, Parkinson-Krankheit, Polymyalgie, Sarkoidose, Schlafapnoe, UARS, Thyreoiditis, Schilddrüsenunterfunktion, Schilddrüsenüberfunktion, Myopathien, Somatoforme Störungen, Lupus erythematodes sowie Zöliakie. Auch Herzrhythmusstörungen wie z. B. das Vorhofflimmern gehen oft mit einer abnormen Tagesmüdigkeit bis hin zur Erschöpfung einher.

Des Weiteren sollte auch eine Perniziöse Anämie bzw. ein Vitamin B12-Mangel ausgeschlossen werden.

Für die Diagnose eines CFS sollten nach CDC[19] die folgenden Kriterien vorliegen:

Allgemeine Kriterien[Bearbeiten]

Es muss sich um eine chronische Erschöpfung handeln, die

  • klinisch gesichert und ungeklärt ist,
  • neu und mit zeitlich bestimmbarem Beginn auftrat (nicht bereits lebenslang besteht),
  • sich nicht spürbar durch Ruhe bessert,
  • nicht Folge einer noch anhaltenden Überlastung ist,
  • zu einer substantiellen Reduktion früherer Aktivitäten in Ausbildung und Beruf sowie im sozialen und persönlichen Bereich führt,
  • länger als 6 Monate anhält.

Symptom-Kriterien nach Fukuda[Bearbeiten]

Vier oder mehr der aufgeführten acht Symptome, die frühestens mit Beginn der Erschöpfung aufgetreten sein dürfen, müssen nach Fukuda et al[6] für einen Zeitraum von mindestens sechs aufeinanderfolgenden Krankheitsmonaten anhaltend oder rezidivierend nebeneinander bestanden haben:

Klinische Definition[Bearbeiten]

Kanada stellte 2003 die erste klinische Definition des ME/CFS vor.[7] Danach müssen die folgenden Symptome vorliegen, wobei alle genannten Kriterien der Abschnitte 1 bis 6 wie unten beschrieben erfüllt sein müssen (Einschränkungen sind angegeben):

  1. Zustandsverschlechterung nach Belastung und Erschöpfung (alle Kriterien dieses Abschnitts müssen erfüllt sein):
    1. Der Patient muss unter einem deutlichen Ausmaß einer neu aufgetretenen, anderweitig nicht erklärbaren, andauernden oder wiederkehrenden körperlichen oder mentalen Erschöpfung leiden, die zu einer erheblichen Reduktion des Aktivitätsniveaus führt;
    2. Erschöpfung, Verstärkung des schweren Krankheitsgefühls und/oder Schmerzen nach Belastung mit einer verzögerten Erholungsphase (der Patient benötigt mehr als 24 Stunden, um sich zu erholen);
    3. die Symptome können durch jede Art der Anstrengung oder jede Art Stress verschlechtert werden.
  2. Schlafstörungen:
    1. Nicht erholsamer Schlaf oder veränderte Schlafmuster (einschließlich einer Störung des Tag-Nacht-Rhythmus).
  3. Schmerzen:
    1. Arthralgien und/oder Myalgien ohne klinische Belege für eine entzündliche Reaktion im Sinne von Schwellungen oder Rötungen der Gelenke und/oder starke Kopfschmerzen eines neuen Typs, Musters oder Schweregrades.
  4. Neurologische/Kognitive Manifestationen (mindestens zwei der Kriterien müssen erfüllt sein):
    1. Beeinträchtigung der Konzentrationsfähigkeit und des Kurzzeitgedächtnisses,
    2. Schwierigkeiten mit der Informationsverarbeitung, der Kategorisierung, Wortfindungsschwierigkeiten einschließlich periodisch auftretender Lesestörungen,
      1. es kann zu Überbelastungserscheinungen kommen: einer Überbelastung durch Informationen, kognitive oder sensorische Einflüsse und Belastungen (z. B. Lichtempfindlichkeit und Überempfindlichkeit gegenüber Lärm) und/oder einer emotionalen Überbelastung, die zu Rückfällen und/oder Ängsten führen kann,
    3. Wahrnehmungs- und sensorische Störungen,
    4. Desorientierung oder Verwirrung,
    5. Ataxien (Bewegungskoordinationsstörungen).
  5. Autonome/Neuroendokrine/Immunologische Manifestationen (mindestens je ein Symptom in wenigstens zwei der folgenden Kategorien muss erfüllt sein):
    1. Autonome Manifestationen:
      1. Orthostatische Intoleranz (z. B. neural vermittelter niedriger Blutdruck [NMH]),
      2. lagebedingtes orthostatisches Tachykardie-Syndrom (POTS – Herzjagen),
      3. Schwindel und/oder Benommenheit,
      4. extreme Blässe,
      5. Darm- oder Blasenstörungen mit oder ohne Reizdarmsyndrom oder Blasendysfunktionen,
      6. Herzklopfen mit oder ohne Herzrhythmusstörungen,
      7. vasomotorische Instabilität (Instabilität des Gefäßtonus),
      8. Atemstörungen,
    2. Neuroendokrine Manifestationen:
      1. Verlust der thermostatischen Stabilität,
      2. Intoleranz gegenüber Hitze/Kälte,
      3. Appetitverlust oder anormaler Appetit, Gewichtsveränderungen,
      4. Hypoglykämie (verminderter Glucosespiegel),
      5. Verlust der Anpassungsfähigkeit und der Toleranz gegenüber Stress, Verstärkung der Symptome durch Stress sowie langsame Erholung und emotionale Labilität,
    3. Immunologische Manifestationen:
      1. Empfindliche Lymphknoten,
      2. wiederkehrende Halsschmerzen,
      3. grippeähnliche Symptome und/oder allgemeines Krankheitsgefühl,
      4. Entwicklung bisher noch nicht aufgetretener Allergien oder Veränderungen im Zustand bereits vorliegender Allergien,
      5. Überempfindlichkeit gegenüber Medikamenten und/oder Chemikalien.
  6. Die Erkrankung besteht seit mindestens 6 Monaten.

Schweregrad und Schweregradskala[Bearbeiten]

Die an ME/CFS Erkrankten leiden unter verschiedenen Schweregraden; ca. 25 % können ihrer Arbeit weiterhin nachgehen,[20] 45 % sind erwerbsunfähig, aber fähig, sich selbst zu versorgen. 20 % der Betroffenen sind kaum oder nicht in der Lage, das Haus zu verlassen, aber nicht 24 Stunden bettlägerig. Man geht davon aus, dass 10 % der Betroffenen vollkommen bettlägerig sind.[21]

Skala der Schweregrade bei ME/CFS nach David S. Bell[22]

Punkte Schwere der Beschwerden
100 Keine Beschwerden; normale Aktivität; Arbeit und Belastungen problemfrei.
90 Unter Belastung leichte Beschwerden; normale Aktivität; Arbeit und Belastungen problemfrei.
80 In Ruhe leichte Beschwerden, die sich unter Belastung verschlimmern; minimale Einschränkungen der Aktivitäten bei Belastung; anstrengende Ganztagsarbeit mit Problemen.
70 In Ruhe leichte Beschwerden, die sich unter Belastung verschlimmern; Aktivität liegt nahe 90 % des Gewohnten, klar erkennbare Begrenzung einiger Tagesaktivitäten; Ganztagsarbeit mit Problemen.
60 In Ruhe leichte bis mäßige Beschwerden, die sich unter Belastung verschlimmern; Aktivität liegt bei 70–90 % des Gewohnten, klar erkennbare Begrenzung der Tagesaktivität; nicht in der Lage, ganztags mit körperlichem Einsatz zu arbeiten, aber fähig, einer leichten Vollzeitbeschäftigung bei gleitender Arbeitszeit nachzugehen.
50 In Ruhe mäßige Beschwerden, bei Anstrengungen mäßige bis schwere; Aktivität auf 70 % des Gewohnten reduziert; unfähig, anstrengendere Aufgaben zu bewältigen; imstande, leichtere Aufgaben 4–5 Stunden am Tag auszuführen; Ruhepausen werden benötigt.
40 In Ruhe mäßige Beschwerden, bei Anstrengungen mäßige bis schwere; Aktivität auf 50–70 % des Gewohnten reduziert; nicht auf das Haus beschränkt; unfähig, anstrengendere Aufgaben auszuführen; imstande, leichtere Aufgaben 3–4 Stunden am Tag auszuführen; Ruhepausen werden benötigt.
30 In Ruhe mäßige bis schwere Symptome, starke Beschwerden bei allen Anstrengungen; Aktivität auf 50 % des Gewohnten reduziert; hauptsächlich auf das Haus beschränkt; unfähig, irgendwelche anstrengenden Pflichten zu übernehmen; fähig, leichte Arbeiten 2–3 Stunden am Tag auszuführen; Ruhepausen werden benötigt.
20 In Ruhe mäßige bis schwere Symptome, starke Beschwerden bei allen Anstrengungen; Aktivität auf 30–50 % des Gewohnten reduziert; nur selten fähig, das Haus zu verlassen; die meiste Zeit des Tages im Bett; unfähig, anstrengendere Tätigkeiten auszuführen.
10 In Ruhe und bei allen Anstrengungen schwere Symptome; kein Verlassen des Hauses; die meiste Zeit bettlägerig; kognitive Symptome verhindern die Konzentration.
0 In Ruhe und bei Anstrengungen kontinuierlich schwere Symptome; konstant bettlägerig; unfähig, für sich selbst zu sorgen.

Diese Schweregradskala nach Bell bietet die Möglichkeit einer schnellen und recht einfachen Selbsteinschätzung der Patienten in die abgestuften Schweregrade. Eine weitere ebenfalls schnell und einfach zu verwendende Schweregradskala ist der Energy Index Point Score (EIPS) nach A. Martin Lerner.

Punkte Schwere der Beschwerden
10 Normal
9 Same as 8 above plus exercise approximately 1/2 to 2/3 normal without excessive fatigue, awakens next morning refreshed
8 Full sedentary workweek, no naps, some social activities plus light exercise
7 No naps in bed. Up 7:00 a.m. to 9:00p.m. Able to work a sedentary job plus light housekeeping
6 Daily naps in bed, may maintain a 40 hour sedentary work week plus light, limited housekeeping and/or social activities
5 Perform with difficulty sedentary job 40 hours a week, daily naps
4 Out of bed sitting, standing, walking 4 - 6 hours per day
3 Out of bed sitting, standing, walking 2 - 4 hours per day
2 Out of bed sitting, standing, walking 1 - 2 hours per day
1 Out of bed 30 - 60 minutes a day (sitting in chair is out of bed)
0 Bed-ridden, up to bathroom only

Eine wesentlich differenziertere Betrachtung und Evaluation des Beschwerdekontinuums von ME/CFS-Patienten sowie eine entsprechend differenzierte Schweregradeinteilung bietet das Fatigue Symptom Inventory (FSI). Das FSI gibt es in drei verschiedenen Formen, die sich nur durch den Umfang der abgefragten Punkte (Items) unterscheiden. 1. Das klassische FSI umfasst 14 Items. 2. Das erweiterte FSI wird als Multidimensional Fatigue Symptom Inventory bezeichnet (MFSI) und umfasst 83 Items. 3. Die Kurzform des MFSI wird als MFSI-SF bezeichnet und umfasst 30 Items.

Psychische Störungen[Bearbeiten]

Man findet laut kanadischen klinischen Leitlinien für Psychiater zur Einschätzung und Behandlung von ME/CFS aus dem Jahr 2005 bei etwa 30–40 % der Patienten psychische Störungen,[23] was vergleichbar ist mit der Zahl, die auch bei anderen chronischen und zu Behinderung führenden Krankheiten zu finden ist. Die häufigsten dieser Störungen sind dabei Depressionen oder Angststörungen (insgesamt etwa 14 % der Patienten).[24] Die Zahl der Persönlichkeitsstörungen ist bei ME/CFS dagegen nicht erhöht, sondern liegt bei etwa 10 %, was dem Prozentsatz dieser Störung in der Allgemeinbevölkerung entspricht.

Ursachen[Bearbeiten]

Die genauen Ursachen und Krankheitsmechanismen des ME/CFS sind bis heute nicht geklärt. Die Forschung hat gezeigt, dass den Symptomen des ME/CFS zahlreiche biophysiologische Befunde zu Grunde liegen.[25] Als Ursachen werden von einem großen Teil der auf diesem Gebiet Forschenden eine Schwächung bzw. chronische Aktivierung des Immunsystems angenommen. Mehrere neuere Forschungen stufen ME/CFS als eine neuroimmunologische Regulationsstörung ein, das heißt, das Zusammenspiel zwischen Immunsystem, Nervensystem und Hormonsystem gerät aus der Balance. Dadurch komme es zu einer dauerhaften Aktivierung des Immunsystems, was zu Erschöpfungszuständen, Muskel- und Gelenksschmerzen, Störungen der Temperaturregulierung etc. führen soll. Die Symptome setzen häufig schlagartig ein, bei ca. 70 % der Betroffenen im Anschluss an eine Infektionskrankheit. Damit wird die Bedeutung einer viralen Beteiligung unterstrichen. (z. B. Epstein-Barr-Virus, Humanes Herpesvirus und weitere) [26][27] Man geht auch davon aus, dass Herpes- oder Retroviren vom Immunsystem nicht vollkommen überwunden werden und die ME/CFS Symptomatik auslösen können. Als weitere mögliche Auslöser galten und gelten insbesondere intrazelluläre Erreger wie Mykoplasmen, Chlamydien oder Borrelien, aber auch Mykosen. Differentialdiagnostisch sollte auch ein obstruktives Schlafapnoe-Syndrom (OSAS) ausgeschlossen werden.[28]

Im Jahr 2009 berichteten das Whittemore Peterson Institute, das National Cancer Institute und die Cleveland Clinic einen vermeintlichen Zusammenhang zwischen ME/CFS und dem Retrovirus XMRV.[29] Die Autoren stellten die Hypothese auf, dass XMRV entweder ME/CFS verursacht oder aber eine mögliche Co-Infektion darstellt. Vier anschließende Studien konnten XMRV weder in den Erkrankten noch in der gesunden Kontrollgruppe finden.[30][31][32][33] Immer wieder tauchte der Verdacht auf, dass es sich bei positiven Proben lediglich um Laborkontaminationen mit XMRV handelt.[34] Im September 2011 zogen die Autoren der ursprünglichen Studie, die einen vermeintlichen Zusammenhang zwischen XMRV und ME/CFS herstellte, wesentliche Teile ihrer Veröffentlichung zurück, da die PCR-Ergebnisse auf Kontamination beruhten.[35] Im Dezember 2011 wurde die gesamte Veröffentlichung vom Magazin Science widerrufen.[36]

Verlauf und Prognose[Bearbeiten]

Dem meist abrupten Beginn folgt in der Regel eine Phase von größerer Leistungseinschränkungen und Symptomatik. Über die Jahre kommt es bei einem Teil der Betroffenen zu einer langsamen Besserung mit Rückfällen und Erholungsphasen. 5 von 6 Studien ergaben, dass sich zwischen 0 % und 6 % der Patienten vollständig erholen und wieder gesund werden. Die 6. Studie gibt eine Rate von 12 % an.[37] Zyklische Verläufe kommen bei einem Drittel der Betroffenen vor. Selten berichten Betroffene von einer langsamen, kontinuierlichen Verschlechterung.

Therapie[Bearbeiten]

Eine allgemein anerkannte ursächliche Behandlung des ME/CFS gibt es zurzeit nicht. Aus diesem Grund existieren auch keine allgemeinen Therapieempfehlungen. Eine Behandlung sollte daher individuell und symptombezogen erfolgen. Hilfreich können der Ausgleich von Mangelzuständen, die Behandlung chronischer Infektionen, Vermeiden von Intoxikationen, immunologische Therapien,[38] Ernährungsumstellung, Physiotherapie, Schmerztherapie und, insbesondere bei Depression oder Angststörungen, auch eine Psychotherapie sein. Zudem kann es das Leben mit der Erkrankung entlasten, sich darauf im Sinne des Coping so gut wie möglich einzustellen.

Bislang liegen nur wenige randomisierte kontrollierte Studien zur medikamentösen Behandlung des ME/CFS vor (n = Anzahl Probanden):

Wirkstoff Bemerkung Jahr n Quelle
Immunglobulin allgemeine Verbesserung 1990 49 [39]
Ampligen zunehmende allgemeine Leistungsfähigkeit und kognitive Verbesserung 1994 92 [40]
Alpha-Interferon verbesserte QOL (= Quality of Life scale) bei Dysfunktionen der NK-Zellen 1996 30 [41]
Antikörper funktionelle Verbesserung 1997 71 [42]
Fluoxetin nur wirksam bei Depression 1998 96 [43]
Hydrocortison reduziert Erschöpfung und Behinderung 1999 32 [44]
Hydrocortison durchschnittlich höheres allgemeines Wohlbefinden, aber ungünstige Nebenwirkungen 1999 70 [45]
Moclobemid subjektive Verbesserung des Energielevels 2000 90 [46]
Hydrocortison erhöhte Leptinlevel korrelieren mit positiven therapeutischen Reaktionen 2001 64 [47]
Staphylokokkentoxoid zunehmende Symptomreduzierung 2002 100 [48]
Dexamphetamin Verbesserung auf einer Fatigue-Skala 2003 20 [49]
Methylphenidat weniger Erschöpfung und verbesserte Konzentrationsfähigkeit bei einer Minderheit der Teilnehmer 2006 60 [50]
Rituximab 67 % der mit dem biotechnologisch hergestellten Antikörper behandelten Teilnehmer reagierten positiv mit einer Verbesserung der Symptome 2011 30 [51]

Auch zur Verwendung von Nahrungsergänzungsmitteln wie NADH (Nicotinamidadenindinukleotid) und Carnitin liegen nur wenige Studien vor. Die Ergebnisse dieser Studien sind inkonsistent. Einige Patienten berichten von einer Besserung der Symptome. Hinsichtlich weiterer Nahrungsergänzungsmittel und Phytotherapeutika liegen zwar einige interessante Berichte aus der Grundlagenforschung [52] vor, doch fehlen meist weitergehende Forschung und klinische Studien.

Forscher aus Manchester haben Hinweise, dass Therapien, die auf ein psychosomatisches Ursachenmodell ausgerichtet sind, keine Besserung bringen: weder eine pragmatische Aktivierung noch ein Programm, das auf empathisches Zuhören gründet. Sie hatten in ihrer Studie Möglichkeiten für ambulante ME/CFS-Therapien untersucht.[53] Nach den Leitlinien des National Institute for Health and Clinical Excellance (NICE) soll die Störung in der Primärversorgung angegangen werden, und zwar mit kognitiver Verhaltenstherapie und stufenweiser Aktivierung. Ob diese beiden Ansätze ambulant nützen, ist jedoch noch nie untersucht worden. Die 296 Studienteilnehmer waren im Median seit sieben Jahren an ME/CFS erkrankt und, gemessen nach Skalen wie SF-36 oder Chalder, gravierend in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt. Mit einer Gruppe machten Pflegekräfte, die dafür eine viermonatige Ausbildung absolviert hatten, eine pragmatische Rehabilitation: Sie erläuterten das Krankheitsbild, ermutigten die Patienten, regelmäßig zu schlafen, Entspannungsübungen zu machen, Konzentration und Gedächtnis zu trainieren und gemeinsam vereinbarte Aktivitäten stufenweise zu steigern. Die zweite Gruppe erhielt eine Art Gesprächstherapie: Diese Teilnehmer konnten von ihren Sorgen erzählen und sich Lösungen überlegen, während ihr Gegenüber mit Empathie zuhörte, ohne Rat zu erteilen. Beide Programme erstreckten sich über 18 Wochen mit je zehn Terminen. Die dritte Gruppe wurde wie bisher vom Hausarzt betreut. Nach 20 Wochen hatte sich im Vergleich zu diesen standardmäßig versorgten Patienten mit der pragmatischen Reha signifikant nur die Fatigue, nicht aber die körperliche Leistungsfähigkeit gebessert. Nach einem Jahr allerdings waren keinerlei Unterschiede mehr festzustellen. Als komplett nutzlos erwies sich das empathische Zuhören: Dadurch hatte sich weder die Müdigkeit noch die körperliche Schwäche verringert.[53]

Die Öffentlichkeit[Bearbeiten]

Deutschland[Bearbeiten]

In der Bundesrepublik arbeitet Fatigatio e. V. – Bundesverband Chronisches Erschöpfungssyndrom, daran, Ärzte und Laien auf die Problematik der Krankheit aufmerksam zu machen. Seit 2010 findet jährlich ein Fachkongress statt, 2010 sowie 2012 in Dortmund und 2011 in Stuttgart.[54] Ein Schwerpunkt der Forschung und Behandlung des ME/CFS liegt an der Charité in Berlin, mit einer Überweisung vom Hausarzt, kann jeder Betroffene sich an der Universitätsklinik untersuchen lassen.

Im Jahr 2012 wurde die Lost Voices Stiftung gegründet, deren Ziel es ist, Gelder für die biomedizinische ME/CFS Forschung zu sammeln. Weltweit ist die ME/CFS Forschung unterfinanziert und die Stiftung versucht diese Lücke zu schließen.[55]

Schweiz[Bearbeiten]

In der Schweiz setzt sich der Verein ME/CFS Schweiz für die Erkrankten ein. Am 3. November 2012 fand die erste Vortragsveranstaltung über ME/CFS in Zürich statt und im Jahr 2013 die zweite.[56]

Internationaler ME/CFS-Tag[Bearbeiten]

Seit 1995 findet am 12. Mai jedes Jahres in vielen Ländern der Welt der „International ME/CFS/CFIDS Awareness Day“ statt. Das Datum erinnert an den Geburtstag der englischen Krankenschwester Florence Nightingale.[57] Sie litt seit ihrem 35. Lebensjahr an einer ME/CFS-artigen Erkrankung, durch die sie 50 Jahre ihres Lebens ans Bett gefesselt war.[58][59]

Spark![Bearbeiten]

In den Jahren 2006 und 2007 führten die Centers for Disease Control and Prevention (CDC) in den USA eine Medien- und Aufklärungskampagne genannt „Spark!“ (deutsch: ‚Zündfunke‘) durch. Das Ziel war, sowohl die Öffentlichkeit als auch Angehörige des Gesundheits- und Rechtswesens über ME/CFS zu informieren und auf die Schwere der unsichtbaren Erkrankung und Probleme der an ME/CFS Erkrankten aufmerksam zu machen.[60]

Wirtschaftliche Folgen[Bearbeiten]

Der durchschnittlich von ME/CFS betroffenen Familie fehlt in den Vereinigten Staaten 20.000 Dollar jährlich an Einkommen und Arbeitslohn. Der jährliche Verlust durch Produktivitätsausfall beträgt mindestens 9 Milliarden US Dollar.[61][62][63][64]

In Deutschland und Österreich fehlt der durchschnittlich von ME/CFS betroffenen Familie somit schätzungsweise mindestens 15.500 Euro, in der Schweiz 18.500 Franken jährlich an Lohneinnahmen. Der jährliche Verlust durch Produktivitätsausfall beträgt in Deutschland min. 2 Milliarden Euro. In der Schweiz wird der jährliche Produktionsausfall auf zwischen 192.000.000 und 555.000.000 Schweizer Franken geschätzt.

Häufig nutzen Berufsunfähigkeitsversicherungen das Fehlen eines einfachen Diagnostischen Tests aus und verweigern ihre Zahlungen, obwohl ME/CFS eine anerkannte schwere Erkrankung ist. Man geht davon aus, dass 50 % der Erkrankten auf Sozialhilfe angewiesen sind.[65][66]

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

Filme[Bearbeiten]

  • I Remember Me. Ein Film von Kim A. Snyder; Dokumentarfilm (74 min.), USA 2000 (Preise: Bester Dokumentarfilm und Publikumspreis beim Denver Festival 2000; Honorable Mention, Golden Starfish, Dokumentarpreis Hampton Film Festival 2000; „First Runner Up“, Publikumspreis und „Best Feature“ beim Sarasota Film Festival 2001)
  • Der müde Stürmer. Ein Film von Tom Theunissen über den an CFS erkrankten Fußballprofi Olaf Bodden aus der ZDF-Reihe 37 Grad. Deutschland 2000
  • Voices from the Shadows Ein Film von Josh Biggs und Natalie Boulton über den teilweise skandalösen Umgang mit schwer ME/CFS-Kranken, Großbritannien 2011, (63 min.), Trailer
  • „In engen Grenzen – Leben mit CFS“ Ein Film von Gabriele und Werner Knauf über den Alltag von CFS-Kranken, Deutschland 2012

Literatur[Bearbeiten]

  • Caruthers et al., „Myalgische Enzephalomyelitis: Internationale Konsenskriterien“ http://www.cfs-aktuell.de/ICC.pdf http://www.meassociation.org.uk/?p=7173
  • Dr. Fred Friedberg, Dr. Lucinda Bateman, Dr. Alison C. Bested, Dr. Kenneth J. Friedman, Dr. Leonard A. Jason, Dr. Charles W. Lapp, Staci R. Stevens „ME/CFS Primer for Clinical Practitioners“ 2012 http://iacfsme.org/Home/Primer/tabid/509/Default.aspx
  • Peter A. Berg Hg.: Chronisches Müdigkeits- und Fibromyalgiesyndrom. Mit 27 Tabellen. 2. Aufl. Springer, Berlin 2003, ISBN 3-540-44194-8
  • Hans-Michael Sobetzko (dt. Bearb.): CFS Toolkit. Orientierungshilfen zum Umgang mit CFS. Zuerst: Fact Sheets for Healthcare Professionals. Englisch 2006; deutsch: Infoblatt cfs-aktuell Febr. 2007 (PDF; 247 kB) insbes. für Ärzte und andere Angehörige medizinischer Berufe
    • ders. (dt. Bearb.) & Charles Shepherd, Sussex & Kent ME/CFS Society: CFS/ME. Ein Leitfaden zu Forschung, Diagnose und Behandlung. 3. Aufl. Infoblatt cfs-aktuell März 2007 (PDF; 428 kB) ebenfalls eher für Professionelle
  • Patrick Englebienne & Kenny De Meirleir: Chronic Fatigue Syndrome. A Biological Approach. CRC Press, Boca Raton 2002, ISBN 0-8493-1046-6
  • „Kanadisches Konsensdokument“ Bruce M. Carruthers, M.D., C.M., FRCP(C) Marjorie I. van de Sande, B. Ed., Grad. Dip. Ed. 2003 http://www.cfs-aktuell.de/Konsensdokument.pdf 2003, ISBN – Englisch: 097393350X
  • Leonard A. Jason & Patricia A. Fennel & Renee R. Taylor: Handbook of Chronic Fatigue Syndrome, John Wiley & Sons, 2003, ISBN 0-471-41512-X
  • Roberto Patarca-Montero: Chronic Fatigue Syndrome. Genesis, and Infection Haworth Medical, Oktober 2003, ISBN 0-7890-1794-6
    • ders.: Chronic Fatigue Syndrome and the Body’s Immune Defense System Haworth Medical, März 2003, ISBN 0-7890-1529-3
  • Die Zeitschrift Annals of Internal Medicine, Hrsg. American College of Physicians (USA), führt eine ständige Fachdebatte über viele Aspekte der Krankheit in Theorie und medizinischer Praxis und fasst die Ergebnisse zusammen. In Englisch, Print ISSN 0003-4819, Online ISSN 1539-3704 (Online seit 2007, Abstracts sind frei, ganze Art. sind kostenpflichtig). Die Website der Fachgesellschaft stellt darüber hinaus ältere wichtige Artikel unter gleichen Bedingungen zur Verfügung, z. B. Fukuda: Abstract oder ganzer Artikel, frei (PDF; 1,3 MB)
  • Joachim Strienz: Leben mit chronischer Erschöpfung – CFS, Zuckschwerdt Verlag, 2011, ISBN 978-3-86371-021-7
  • Dr. med. James L. Wilson: Grundlos erschöpft?, Goldmann Verlag, 2011, ISBN 978-3-442-21946-9 [3]
  • Arnold Hilgers, Inge Hofmann: CFS – Chaos im Immunsystem, Bastei Lübbe 1994/2004, ISBN 3-404-66291-1, Download

Rundfunk[Bearbeiten]

Videos[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Jason LA et al.: Evaluating attributions for an illness based upon the name: chronic fatigue syndrome, myalgic encephalopathy and Florence Nightingale disease Am J Community Psychol. 2002 Feb;30(1):133-48 PMID 11928774
  2. Jason LA et al. Chronic fatigue syndrome versus neuroendocrineimmune dysfunction syndrome: differential attributions J Health Soc Policy 2003;18(19:43-55 PMID 15189800
  3. Caruthers et al., The Journal of Internal Medicine, „Akzeptierten Artikel“; 10.1111/j.1365-2796.2011.02428.x July 2011, Myalgische Enzephalomyelitis: Internationale Konsenskriterien, http://www.cfs-aktuell.de/ICC.pdf, Volltext hier: http://www.meassociation.org.uk/?p=7173 Abstract hier: http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1365-2796.2011.02428.x/abstract
  4. Acheson ED: The clinical syndrome variously called Benign Myalgic Encephalomyelitis, Iceland Disease and Epidemic Neuromyasthenia. Am J Med 1959 PMID 13637100
  5. Holmes G, Kaplan J, Gantz N, et al.: Chronic fatigue syndrome: a working case definition. Ann Intern Med 1988 PMID 2829679. Das CDC-Dokument: [1] Unten auf der Site ein Link zur umfassenden Definition
  6. a b Fukuda K; Straus S, Hickie I, et al.: The chronic fatigue syndrome. A comprehensive approach to its definition and study. Annales of Internal Medicine 1994 PMID 7978722. Vollständig als .pdf siehe Literatur!
  7. a b Carruthers BM et al: Myalgic Encephalomyelitis/Chronic Fatigue Syndrome: Clinical Working Case Definition, Diagnostic and Treatment Protocols Journal of Chronic Fatigue Syndrome, Vol. 11(1) 2003
  8. Caruthers et al., The Journal of Internal Medicine, „Akzeptierten Artikel“; 10.1111/j.1365-2796.2011.02428.x July 2011, Myalgische Enzephalomyelitis: Internationale Konsenskriterien, http://www.cfs-aktuell.de/ICC.pdf, Volltext hier: http://www.meassociation.org.uk/?p=7173 Abstract hier: http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1365-2796.2011.02428.x/abstract
  9. IACFS/ME Primer, ME/CFS Primer for Clinical Practitioners, Dr. Fred Friedberg, Dr. Lucinda Bateman, Dr. Alison C. Bested, Dr. Kenneth J. Friedman, Dr. Leonard A. Jason, Dr. Charles W. Lapp, Staci R. Stevens und weitere. Dr. Nancy Klimas und Dr. Eleanor Stein, http://iacfsme.org http://iacfsme.org/Home/Primer/tabid/509/Default.aspx
  10. Prins JB, van der Meer JWM, Bleijenberg G: Chronic Fatigue Syndrome. Lancet 2006; 367: 346 – 355 PMID 16443043
  11. Jason LA, Richman JA, Rademarker AW, at al. A on community based study of Chronic Fatigue Syndrom. Arch Int Med 159.2129-2137 Oct, 1999.
  12. auf der Grundlage der Fukuda-Kriterien beträgt die Prävalenz des CFS zwischen 0,24 % und 0,42 % der Bevölkerung (Reyes et al., 2003), S. 7 Prävalenz, http://sacfs.asn.au/download/psychiater_leitlinien.pdf.
  13. http://www.lost-voices-stiftung.org/was-ist-me/lage-in-deutschland/
  14. Universität Hamburg S. 6 http://www1.uni-hamburg.de/psych-3/seminar/toennies/081210.pdf
  15. Swimsa Journal Schweizer Medizinstudenten, S. 33, Vortragsveranstaltung ME/CFS, http://issuu.com/swimsa/docs/pr_20120817_njsms_edition3
  16. http://mcwpa.org/2011/04/17-million-worldwide-have-mecfs/
  17. http://www.cfids.org/about-cfids/prevalence-study.asp
  18. Leonard Jason et al.: A Community-based study of Chronic Fatigue Syndrome. Archive Internal Medicine 1999, 159: 2129–2137 PMID 10527290
  19. Beschreibung der Diagnose des Center for Diesease Control
  20. Universität Hamburg, Folgen: http://www1.uni-hamburg.de/psych-3/seminar/toennies/081210.pdf
  21. S. 5 Gibt es unterschiedliche Schweregrade von ME/CFS? http://www.tired.ch/pdf_files/Angehoerigenbroschuere.pdf
  22. David S. Bell: The Doctor’s Guide to Chronic Fatigue Syndrome: Understanding, Treating and Living with CFIDS ISBN 0-201-62616-0
  23. Eleanor Stein (2005), „Assessment and Treatment of Patients with ME/CFS: Clinical Guidelines for Psychiatrists“, Übersetzung von Regina Clos
  24. De Veer AJE, Francke AL (2008), „Zorg voor ME/CVS-patiënten. Ervaringen van de achterban van patiëntenorganisaties met de Gezondheidszorg“, NIVEL, Dezember, PDF (Niederländisch)
  25. (Kanadisches Konsensdokument, ME / CFS, S. 11, Unterschiede zwischen ME/CFS und psychiatrischen Erkrankungen)
  26. (Kanadisches Konsensdokument, ME / CFS, S. 1, Einführung, Ätiologie)
  27. Erste Internationale CFS/ME-Fachtagung am 25./26. September 2010 in Dortmund, insbes. Prof. Carmen Scheibenbogen, Charité Berlin, mit ihrem Vortrag über Chronische Virusinfektionen als Ursache von CFS
  28. Melinda L. Jackson / Dorothy Bruck: Sleep Abnormalities in Chronic Fatigue Syndrome/Myalgic Encephalomyelitis: A Review. J Clin Sleep Med. 2012 December 15; 8(6): 719–728.
  29. Lombardi VC, Ruscetti FW, Das Gupta J, et al.: Detection of an infectious retrovirus, XMRV, in blood cells of patients with chronic fatigue syndrome. In: Science. 326, Nr. 5952, Oktober 2009, S. 585–9. doi:10.1126/science.1179052. PMID 19815723.
  30. Harriet C T Groom, Virginie C Boucherit, Kerry Makinson, Edward Randal, Sarah Baptista, Suzanne Hagan, John W Gow, Frank M Mattes: Absence of xenotropic murine leukaemia virus-related virus in UK patients with chronic fatigue syndrome. In: Retrovirology. 7, 2010, S. 10. doi:10.1186/1742-4690-7-10. PMID 20156349. PMC: 2839973 (freier Volltext).
  31. van Kuppeveld FJ, Jong AS, Lanke KH, et al.: Prevalence of xenotropic murine leukaemia virus-related virus in patients with chronic fatigue syndrome in the Netherlands: retrospective analysis of samples from an established cohort. In: BMJ. 340, 2010, S. c1018. doi:10.1136/bmj.c1018. PMID 20185493. PMC: 2829122 (freier Volltext).
  32.  William Switzer, Hongwei Jia, Oliver Hohn, HaoQiang Zheng, Shaohua Tang, Anupama Shankar, Norbert Bannert, Graham Simmons, R Michael Hendry, Virginia Falkenberg, William Reeves, Walid Heneine: Absence of evidence of Xenotropic Murine Leukemia Virus-related virus infection in persons with Chronic Fatigue Syndrome and healthy controls in the United States. In: Retrovirology. 7, Nr. 1, 2010, S. 57, doi:10.1186/1742-4690-7-57.
  33. Erlwein O, Kaye S, McClure MO, et al.: Failure to detect the novel retrovirus XMRV in chronic fatigue syndrome. In: PLoS ONE. 5, Nr. 1, 2010, S. e8519. doi:10.1371/journal.pone.0008519. PMID 20066031. PMC: 2795199 (freier Volltext).
  34. Brendan Oakes, Albert K Tai, Oya Cingoz, Madeleine H Henefield, Susan Levine, John M Coffin, & Brigitte T Huber: „Contamination of human DNA samples with mouse DNA can lead to false detection of XMRV-like sequences“, Retrovirology, (7:109), 2010
  35. Robert H. Silverman, Jaydip Das Gupta, Vincent C. Lombardi, Francis W. Ruscetti et. al.: Partial Retraction In: Science Express (ePub ahead of print), http://www.sciencemag.org/content/early/2011/09/21/science.1212182
  36. Retraction of Lombardi et al., Science 326 (5952) 585-589; Science 23 December 2011; Vol. 334 no. 6063 S. 1636; http://www.sciencemag.org/content/334/6063/1636.1.full
  37. Kanadisches Konsensdokument S. 1 Natürlicher Verlauf http://www.cfs-aktuell.de/Konsensdokument.pdf
  38. Der Düsseldorfer Immunologe und Molekularbiologe Arnold Hilgers behandelt Patienten auf der Grundlage eines von ihm entwickelten immunologischen Therapieansatzes. Seine Studien legen nahe, dass das ME/CFS weder durch einen alleinigen Krankheitserreger ausgelöst wird, noch psychische Ursachen anzunehmen sind. Untersuchungen an mehreren Hundert CFS-Patienten zeigten bei diesen eine Veränderung immunologischer Parameter, ein chronisch aktiviertes Immunsystem und eine Tendenz zu Autoimmunerkrankungen. Arnold Hilgers, Johannes Frank: „Chronic Fatigue Syndrom: Immundysfunktion, Erreger- und Schadstoffbeteiligung sowie neurologische und kardiale Veränderungen“ (PDF; 183 kB), Wien Medizinische Wochenschau 1994, Heft 16, 399-406,(Artikel auf Deutsch) PMID 7856214
  39. Lloyd A, Hickie I, Wakefield D, Boughton C, Dwyer J. A double-blind, placebo-controlled trial of intravenous immunoglobulin therapy in patients with chronic fatigue syndrome AM J Med. 1990;89(5):561-568 PMID 8142830
  40. Strayer DR, Carter WA, Brodsky K, et al. ‚’A controlled clinical trial with a specifically configured RNA drug, poly(I).poly(C12U), in chronic fatigue syndrome’’ Clin Infect Dis. 1994;18(Suppl 1):S88-S95 PMID 8148460
  41. See DM, Tilles JG. Alpha-Interferon treatment of patients with chronic fatigue syndrome Immunol Invest. 1996;25(1-2):153-164 PMID 8675231
  42. Rowe KS. ‚’Double-blind randomized controlled trial to assess the efficacy of intravenous gammaglobulin for the management of chronic fatigue syndrome in adolescents’’ J Psychiatr Res. 1997;31(1):133-147 PMID 9201655
  43. Wearden AJ, Morriss RK, Mullis R, et al. Randomised, double-blind, placebo-controlled treatment trial of fluoxetine and graded exercise for chronic fatigue syndrome Br J Psychiatry 1998;172:485-490 PMID 9828987
  44. Cleare AJ, Heap E, Malhi GS, Wessely S, O’Keane V, Miell JP. Low-dose hydrocortisone for chronic fatigue syndrome: a randomized crossover trial Lancet 1999;353(9151):455-458 PMID 9757853
  45. McKenzie R, O’Fallon A, Dale J, et al. ‚’Low-dose hydrocortisone for treatment of chronic fatigue syndrome: a randomized controlled trial’’ JAMA 1998;280(12):1061-1066 PMID 9757853
  46. Hickie I, Wilson A, Wright M, Bennett B, Wakefield D, Lloyd A. ‚’A randomized, double-blind placebo-controlled trial of moclobemide in patients with chronic fatigue syndrome’’ J Clin Psychiatry 2000;61(9):643-648 PMID 11030484
  47. Cleare AJ, O’Keane V, Miell JP. ‚’Plasma leptin in chronic fatigue syndrome and a placebo-controlled study of the effects of low-dose hydrocortisone on leptin secretion’’ Clin Endocrinol (Oxf). 2001;55(1):113-119 PMID 11453960
  48. Zachrisson O, Regland B, Jahreskog M, Jonsson M, Kron M, Gottfries CG. Treatment with staphylococcus toxoid in fibromyalgia/chronic fatigue syndrome: a randomized controlled trial Eur J Pain 2002;6(6):455-466. PMID 12413434
  49. Olson LG, Ambrogetti A, Sutherland DC. ‚’A pilot randomized controlled trial of dexamphetamine in patients with chronic fatigue syndrome’’ Psychosomatics 2003;44(1):38-43 PMID 12515836
  50. Blockmans D, Persoons P, Van Houdenhove B, Bobbaers H. Does methylphenidate reduce the symptoms of chronic fatigue syndrome? Am J Med. 2006 Feb;119(2):167.e23-30 PMID 16443425
  51. Fluge Ø, Bruland O, Risa1 K, Storstein A, Kristoffersen E, Sapkota D, Næss H, Dahl O, Nyland H, Mella O.: Benefit from B-Lymphocyte Depletion Using the Anti-CD20 Antibody Rituximab in Chronic Fatigue Syndrome. A Double-Blind and Placebo-Controlled Study PLoS ONE 6(10): e26358. doi:10.1371/journal.pone.0026358.
  52. Vigl S.: Das chronische Erschöpfungssyndrom (ME/CFS). Über die Studienlage zu einzelnen Vitalpilzen und Heilpflanzen. Naturheilpraxis, 10. Juli 2013, abgerufen am 7. Mai 2014 (Wissenschaftliche Studie).
  53. a b BMJ 2010; 340: 1777, zitiert nach Ärzte-Zeitung, 12. Mai 2010, S. 10.
  54. CFS/ME im 21. Jahrhundert. Suche nach wegweisender Diagnostik und Therapiemöglichkeiten, 25.–26. September 2010 in Dortmund, Fachtagung des Fatigatio e. V.
  55. http://www.lost-voices-stiftung.org/die-stiftung/
  56. Verein ME/CFS Schweiz Jubiläum, http://www.verein-me-cfs.ch/verein/jubilaeum
  57. Provincial Government of British Columbia (1995), Resolution #941109
  58. Jason LA, Taylor RR, Plioplys S, Stepanek Z, Shlaes J, „Evaluating attributions for an illness based upon the name: chronic fatigue syndrome, myalgic encephalopathy and Florence Nightingale disease“, Am J Community Psychol 2002 30(1):133–48, PMID 11928774
  59. McDonald L (Ed.) (2002), „Florence Nightingale: An Introduction to Her Life and Family“, Laurier Press, ISBN 978-0-88920-387-7
  60. [2]
  61. Reeves WC, Jones JF, Maloney E, Heim C, Hoaglin DC, Boneva RS, Morrissey M, Devlin R: Prevalence of chronic fatigue syndrome in metropolitan, urban, and rural Georgia. Popul Health Metr 2007, 8:5. http://www.pophealthmetrics.com/content/5/1/5
  62. Devanur LD, Kerr JR: Chronic fatigue syndrome. Journal of Clinical Virology 2006, 37:139-150. http://www.pophealthmetrics.com/content/5/1/5
  63. Jason LA, Benton MC, Valentine L, Johnson A, Torres-Harding S: The economic impact of ME/CFS: individuals and societal level costs. Dynamic Medicine 2008, 7:6.
  64. http://www.retrovirology.com/content/7/1/57#B2
  65. Das Bundesgericht in Bern entschied im April 2008, dass man mit der Diagnose ME/CFS keinen Anspruch auf Leistungen der schweizerischen Invalidenversicherung hat. Bundesgericht April 2008: http://tired.ch/bundesgerichtsentscheid_08.html
  66. Danach gelten anhaltende somatoforme Schmerzstörungen in der Regel als nicht in rentenbegründendem Ausmasse invalidisierend. (2004 BGE 130 V 352) (…) Es läge daher nahe, die erwähnte Rechtsprechung auf das chronische Müdigkeitssyndrom (ME/CFS) analog zur Anwendung zu bringen, wie es das Eidgenössische Versicherungsgericht bezüglich der Fibromyalgie getan hat. Bundesgericht, 24. April 2007, http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=24.04.2007_I_1000/06
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