Chronotropie

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Als Chronotropie (von altgriech. χρόνος chronos: Zeit und τρόπος tropos: Wendung, Richtung) bezeichnet man die Einwirkung auf die Frequenz der Aktionspotentiale im Schrittmacher (= Sinusknoten) und somit auf die Schlagfrequenz des Herzens. Die Frequenz der Impulsbildung in den Schrittmacherzellen ist im Wesentlichen abhängig von der Geschwindigkeit der Spontandepolarisation.

Positive Chronotropie[Bearbeiten]

Positiv chronotrope Wirkung (Frequenzsteigerung) durch den Sympathikus: Noradrenalin (aus den Herzsympatikusfasern) und Adrenalin (aus dem Plasma) binden an den β1-Adrenozeptor im Herzen und aktivieren über ein stimulierendes G-Protein die Adenylylcyclase. Dies führt durch die vermehrte Bildung von cAMP zur Aktivierung der Proteinkinase A. Diese wiederum phosphoryliert die Ca2+-Kanäle der Zellmembran und führt so zur Öffnung dieser Kanäle (besser: zur Erhöhung der Offenwahrscheinlichkeit). Unter Noradrenalin/Adrenalin-Wirkung strömt also mehr Ca2+ in die Zelle ein, was zu einer zusätzlichen Freisetzung von intrazellulärem Ca2+ aus dem sarkoplasmatischen Retikulum (dem intrazellulären Ca2+ Speicher) führt. Dadurch wird die Depolarisation der Zellen beschleunigt (positiv chronotrope Wirkung).

Zusätzlich lagert sich cAMP an sogenannte HCN-Kanäle an und steigert somit deren Aktivität. Durch diese HCN-Kanäle, welche einen entscheidenden Beitrag zur Spontandepolarisation der Sinusknotenzellen leisten, werden Na+-Ionen nun schneller in die Zelle transportiert, was zu einer schnelleren Depolarisation führt, die ihrerseits wiederum die Herzenfrequenz erhöht.

Weitere Wirkungen des Sympathikus sind (beide ebenfalls durch erhöhten Ca2+-Einstrom bedingt):

Medikamente mit positiv chronotroper Wirkung[Bearbeiten]

Negative Chronotropie[Bearbeiten]

Negativ chronotrope Wirkung (Frequenzabfall) durch den Parasympathikus: Überträgerstoff ist hier das Acetylcholin, das mit den muscarinischen (M-)Acetylcholin-Rezeptoren (G-Protein-gekoppelt) in den Herzschrittmacherzellen (Subtyp M2) reagiert, und die Öffnung von Kalium-Kanälen bewirkt, was zu einer Verlangsamung der diastolischen Depolarisation und damit zu einer Abnahme der Herzfrequenz führt.

Medikamente mit negativ chronotroper Wirkung[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]